Klosterhalfens Fabelrekord lässt staunen

Kontanze Klosterhalfen allein auf weiter Flur bei ihrem fantastischen 5.000-Lauf in Berlin.

Klosterhalfens Fabelrekord lässt staunen

  • Leichtathletik-DM bei den Finals in Berlin
  • Kontanze Klosterhalfen knackt deutschen Uralt-Rekord
  • Leverkusenerin reagiert auf Kritik an Trainingsumgebung

Konstanze Klosterhalfen hatte gerade das Olympiastadion mit ihrem einsamen Rekordlauf in Staunen versetzt, da sorgte sie erneut für Verblüffung. Boxen, so verriet das zierliche Lauf-Leichtgewicht, sei mittlerweile zentraler Teil ihres Trainings. "So richtig mit Schlagen, das macht super Spaß! Meine Finger waren Mal richtig blau danach", sagte die 22-Jährige am Samstag (03.08.2019).

Den mächtigen Punch, den sie bei der Leichtathletik-DM in Berlin auf der Bahn präsentierte, erklärt dies aber nicht alleine. Mit ihrem Fabel-Auftritt über 5.000 m drang Klosterhalfen erneut in Bereiche vor, die einer deutschen Läuferin lange nicht zugetraut worden waren.

20 Jahre alten Rekord gebrochen

In 14:26,76 Minuten lief Klosterhalfen nicht nur ihre Konkurrenz in Grund und Boden, sondern zertrümmerte auch den 20 Jahre alten deutschen Rekord von Irina Mikitenko, war 15 Sekunden schneller. Klosterhalfen ist damit 13.-schnellste Läuferin der Geschichte, zweitschnellste gebürtige Europäerin. Es war ihr zweiter Rekordlauf binnen fünf Wochen.

Die Finals - 5.000 Meter der Frauen: die letzte Runde Sportschau 03.08.2019 01:41 Min. Verfügbar bis 03.08.2020 Das Erste

Am 30. Juni hatte sie in Stanford Mikitenkos deutsche 3.000-m-Bestmarke um zehn Sekunden unterboten, damals inmitten eines Weltklassefeldes. Am Samstag lief sie von Beginn an im Alleingang. Ein Dreivierteljahr nach ihrem Wechsel nach Portland ins Oregon Project des Sportartikelgiganten Nike, wo sie unter Coach Pete Julian arbeitet, gehen Klosterhalfens Leistungen auf den längeren Strecken durch die Decke.

Klosterhalfen reagiert auf Kritik

"Das Training ist nicht nur intensiver, sondern auch schlauer strukturiert. Es geht den Trainern um jedes Detail, Ziel ist, wirklich alles zu verbessern", sagte Klosterhalfen. Weil dort aber nicht nur die von ihr gerühmten "Weltcoaches und Weltathleten" ansässig sind, sondern das Project im ehemaligen Marathonläufer Alberto Salazar einen Leiter mit reichlich dubiosem Ruf hat, werden Klosterhalfen und ihre Entwicklung kritisch verfolgt.

Sie selbst geht offensiv-verständnisvoll mit Zweiflern und Zweifeln um: "Ich kann das schon verstehen. Aber jeder, der ein negatives Bild hat, soll gerne vorbeikommen und sich das angucken. Ich kann nur Positives berichten und hoffe, dass ich das durch meine Leistung weiter zeigen kann."

Fokus auf WM in Doha

Nun legt Klosterhalfen den Fokus ganz auf die WM in Doha (ab 27. September). "Ich weiß noch nicht genau, welche Strecke ich mache", sagte sie. Die 3,000 m, derzeit wohl ihre Idealstrecke, sind nicht im Weltmeisterschafts-Programm, die Wahl muss zwischen 1,500 und 5,000 m fallen.

sid | Stand: 04.08.2019, 12:25