Leichtathletik-DM in Dortmund - Titel für Mihambo und Blech

Weitspringerin Malaika Mihambo.

Leichtathletik-DM in Dortmund - Titel für Mihambo und Blech

Die Leichtathleten haben ihre deutschen Hallen-Meister in Corona-Zeiten unter besonderen Bedingungen gekürt. Titel sicherten sich unter anderem Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo und Stabhochspringer Torben Blech.

Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo hat sich zum vierten Mal in Folge den deutschen Hallen-Titel gesichert. In Dortmund setzte sich die 27-Jährige von der LG Kurpfalz am Sonntag mit 6,70 m souverän durch, zeigte aber zwei Wochen vor der EM noch deutliche Schwächen im Anlauf. Bei keinem ihrer sechs Versuche traf Mihambo den Absprung gut und verschenkte viel an Weite, bei ihrem Siegessprung hob sie vor dem Brett ab. Ihre persönliche Hallen-Bestleistung von 7,07 m wäre in Dortmund bei gut getroffenem Absprung absolut in Reichweite gewesen.

Ein Selbstläufer wird der Weg zum EM-Titel für Mihambo damit nicht: Am Samstag setzte sich die erst 18 Jahre alte Italienerin Larissa Iapichino bei den nationalen Meisterschaften mit 6,91 m an die Spitze der Jahresweltbestenliste. Mihambo hat noch keine internationale Hallen-Medaille gewonnen. Platz zwei in Dortmund ging an Merle Homeier mit 6,50.

Erster Titel für Blech

Bei den Stabhochspringern sicherte sich Torben Blech von Bayer Leverkusen seinen ersten Titel. Der frühere Zehnkämpfer siegte mit 5,72 Meter. Die drei Versuche, seine persönliche Bestleistung um einen Zentimeter auf 5,87 Meter zu steigern, gelangen nicht. Titelverteidiger und Vereinskollege Bo Kanda Lita Baehre kam mit 5,62 Metern auf Platz zwei. Dritter wurde der höhengleiche Oleg Zernikel vom ASV Landau.

Przybylko mit Fußproblemen

Mateusz Przybylko wurde bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften nur Fünfter

Mateusz Przybylko.

Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko landete überraschend nur auf dem fünften Platz. Der 28 Jahre alte fünfmalige Hallen-Meister und Titelverteidiger aus Leverkusen kam am Sonntag gehandicapt durch eine Fußverletzung nicht über 2,10 Meter hinaus. Er musste sich Rang fünf mit dem höhengleichen Luca Meinke vom Schweriner SC teilen.

"Mir ist bei einem Wettkampf in Frankfurt der Schuh kaputt gegangen, seitdem kämpfe ich mit Fußproblemen. Vielleicht ist es eine Knochenhautentzündung", sagte Przybylko. Neuer deutscher Meister wurde der Dresdner Jonas Wagner mit 2,28 Meter. Mit der um sechs Zentimeter gesteigerten persönlichen Bestleistung sicherte er sich einen Startplatz für die Hallen-EM in zwei Wochen in Torun/Polen. Falk Wendrich vom LAZ Soest kam mit 2,23 Meter auf den zweiten Rang.

Krause siegt über 1.500 Meter

Ihren erst zweiten Hallen-Titel sicherte sich Hindernis-Ass Gesa Felicitas Krause (Trier), die über 1.500 m in 4:12,68 Minuten die Spezialistinnen abhängte. Krause, deren Spezialstrecke 3.000 m Hindernis in der Halle nicht auf dem Programm steht, setzte sich mit einem starken Schlussspurt vor Caterina Granz (Berlin/4:13,26) durch. Ihren bislang einzigen Hallen-Titel hatte die 28-Jährige Krause 2015 über 3.000 m gewonnen.

Kugelstoßer David Storl

Kugelstoßer David Storl

Bereits am Vortag haben sich die früheren Kugelstoß-Weltmeister Christina Schwanitz und David Storl bei den deutschen Hallen-Titelkämpfen der Leichtathleten souverän durchgesetzt. Die 35-Jährige vom LV 90 Erzgebirge und der 30 Jahre alte Leipziger gewannen am Samstag in Dortmund zum bereits sechsten beziehungsweise achten Mal. Bei der Veranstaltung mit einem strengen Hygienekonzept und ohne Zuschauer stellte 60-Meter-Meister Kevin Kranz mit 6,52 Sekunden den deutschen Rekord von Julian Reus ein.

Schwanitz holt Titel, ist aber nicht zufrieden

Schwanitz konnte sich in einem schwierigen Wettkampf-Winter immerhin als Medaillenkandidatin für die Hallen-EM in zwei Wochen im polnischen Torun in Position bringen. Die Weltmeisterin von 2015 blieb in der Rudolf-Körnig-Halle mit 18,87 Meter allerdings hinter ihrer Saisonbestleistung von 19,11 zurück. Mit dieser Weite ist sie die derzeit zweitbeste Kugelstoßerin in der Welt hinter der Portugiesin Auriol Dongmo (19,65).

"Fehlt halt was - hätte ich gerne gezeigt. Ging halt noch nicht, da kann man nicht zufrieden sein", sagte Schwanitz zu ihrem Wettkampf. Die Zwillingsmutter meinte aber auch: "Es ist schön, mit zarten 35 und zwei Kindern zuhause immer noch die Nummer eins zu sein."

Storl mit Jahresbestleistung

Für Storl hingegen ist die Weltspitze weit weg, zumal Olympiasieger Ryan Crouser aus den USA Ende Januar den Hallen-Weltrekord auf 22,83 Meter schraubte. Aber er stellte mit 20,83 Metern eine persönlich Jahresbestleistung auf und siegte vor Christian Zimmermann aus dem bayrischen Kirchheim (20,09).

Der WM-Goldmedaillengewinner von 2011 und 2013 wird allerdings auf einen EM-Start verzichten, da er kürzlich zum zweiten Mal Vater wurde: "Ich muss mich zuhause noch ein bisschen kümmern."

Gesa Krause: "Herausfinden, wo meine Grenzen sind" Sportschau 16.02.2021 07:25 Min. Verfügbar bis 16.02.2022 Das Erste

Kevin Krantz so schnell wie Reus 2016

Zum Abschluss des ersten Tages glänzte Sprinter Kranz, der so schnell wie Julian Reus bei seinem Rekord 2016 in Leipzig rannte. Dabei ließ der U23-Europameister Julian Wagner aus Erfurt (6,59) und seinen Clubkollegen Michael Pohl (6,60) hinter sicher. Der Erfurter Reus fehlte wegen Formschwäche. Bei den Frauen überraschte die Münchnerin Amelie-Sophie Lederer mit ihrem ersten Sieg bei Meisterschaften in 7,12 Sekunden vor Jennifer Montag aus Leverkusen (7,19) und Yasmin Kwadwo aus Paderborn (7,19).

Seinen fünften Titel eroberte Dreispringer Max Heß mit Leichtigkeit - im letzten Versuch segelte der Ex-Europameister aus Chemnitz auf exakt 17 Meter hinaus. Wie schon im vergangenen August in Braunschweig hat der Deutsche Leichtathletik-Verband mit viel Aufwand Geister-Meisterschaften in Corona-Zeiten organisiert. Dazu gehören auch Tests für alle Beteiligten vor der Rudolf-Körnig-Halle. Insgesamt sind am Wochenende 250 Teilnehmer am Start.

Klosterhalfen und Kaul nicht mit dabei

Auf eine Teilnahme an einer Einzeldisziplin verzichtete Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul aus Mainz, der die Saison unterm Hallendach auslässt. Auch Konstanze Klosterhalfen war nicht dabei: Die WM-Dritte über 5.000 Meter aus Leverkusen trainiert inzwischen wieder in den USA.

dpa/sid/red | Stand: 21.02.2021, 16:31