Maren Lutz - ohne Angst im wilden Wasser

Maren Lutz

Maren Lutz - ohne Angst im wilden Wasser

Von Olaf Jansen

  • Die Kölnerin Maren Lutz startet bei der Wildwasser-Kanu-EM in Slowenien
  • Schon von Kindesbeinen an sitzt Maren Lutz regelmäßig im Kanu
  • Athleten müssen die Kosten fast komplett selbst tragen

Wenn ihre Großeltern nicht so sportbegeistert wären, würde die Wildwasser-Kanu-EM auf der slowenischen Soca wohl ohne die Kölnerin Maren Lutz stattfinden. Ohne die finanzielle Unterstützung von Oma und Opa könnte sich die Sportstudentin die Reise zu den europäischen Titelkämpfen kaum leisten.

Kanu-Wildwassersport ist als nichtolympische Sportart klassische Randsportart. Reich werden kann man mit einem solchen Sport nicht. Ganz im Gegenteil: Wer im Kanu-Wildwassersport Titel gewinnen will, muss eher Geld mitbringen. Die finanzielle Förderung von Sporthilfe, Verbänden oder Verein geht gegen Null.

400 Euro Reisekosten selbst bezahlen

Athleten wie Maren Lutz, die sich aufgrund ihrer Leistungen für die europäischen Titelkämpfe in Slowenien qualifiziert haben, müssen den Großteil ihrer Reise selbst finanzieren. "Rund 400 Euro kosten mich Fahrt, Unterkunft und Verpflegung", berichtet Maren Lutz. "Einen Teil davon bringe sich selber auf, den Rest bezahlen zum Glück meine Großeltern. Sonst hätte ich wahrscheinlich nicht teilnehmen können", so die 20-Jährige.

Maren Lutz über die schwierige finanzielle Lage ihres Sports

Sportschau 13.05.2019 02:47 Min. ARD

Lutz, die aus einer sportbegeisterten Familie stammt und schon als Siebenjährige regelmäßig in einem Kanu saß, studiert seit 2017 Sport in Köln. Nebenbei geht sie gelegentlich arbeiten, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Soweit neben Studium und Leistungssport Zeit dazu bleibt. "Ich absolviere zwischen zehn und 14 Trainingseinheiten pro Woche. Meistens täglich einmal morgens und einmal abends. Zum Glück wohne ich in Köln gleich in Rhein-Nähe, sodass ich nur ein paar Meter Fußweg zum Fluß habe", berichtet Lutz.

"Sie hat uns noch nie enttäuscht"

Trainingsfleiß, Spaß am Sport auch ohne finanzielle Reize - da braucht es ein großes Maß an Idealismus und sportlichen Ehrgeiz für Erfolge. All das bringt Maren Lutz zur Genüge mit, wie Bundestrainer Gregor Simon sagt: "Sie ist eine unserer großen Hoffnungen. Wenn es in die Wettkämpfe geht, hat sie uns noch nie enttäuscht."

Bei der EM auf der Soca in Slowenien ab Dienstag (14.05.19) tritt Lutz, die auch im Slalom-Sport erfolgreich ist, in der Abfahrt in Canadier-Einer und - Doppel für Deutschland an. Letztes Jahr bei der WM gewann sie auf der Langstrecke die Bronzemedaille. "Ich denke, dass ich es auch diesmal aufs Podium schaffen kann", ist Lutz optimistisch.

Stand: 13.05.2019, 09:30