Hochwasser trifft den Breitensport, Profiverbände spenden

Ein überfluteter Sportplatz

Hochwasser trifft den Breitensport, Profiverbände spenden

Von Michael Buchartz

Das Unwetter und die Fluten in NRW haben auch Amateurklubs stark getroffen. Hilfe kommt aus dem Profibereich und vom Landessportbund.

Nach dem Unwetter kam das Hochwasser. In ganz NRW bangen Menschen seit Mittwoch um Existenzen oder haben diese in den Sturzfluten und ansteigenden Flüssen verloren. Betroffen sind davon auch Vereinslokale und Sportplätze. Manche Amateurklubs stehen vor dem Nichts.

Vereine haben keine Sportplätze mehr

Es ist ein Bild des Grauens beim VfR Lasbeck bei Hagen. Der Klub hat keinen Sportplatz mehr - weggerissen von der Sturzflut der Lenne. "Nur der Zaun steht noch, alles andere ist praktisch weg", berichtet Geschäftsführer Rainer Bertz gegenüber dem "Iserlohner Kreisanzeiger".

So geht es vielen Vereinen in den betroffenen Gebieten. Ganze Kunstrasenplätze und Vereinsheime sind komplett zerstört. "Man kann sich nicht vorstellen, dass der Kunstrasen jemals wieder bespielbar sein wird", sagte Sportchef Marco Gulglielmi von Blau-Weiß Mintard in Mülheim gegenüber "Reviersport". Der Verein hat alles an das Hochwasser der 500 Meter entfernten Ruhr verloren.

LSB rechnet mit klarerem Bild nächste Woche

Beim Landessportbund NRW geht man von hohen Schäden aus und hat Kontakt zur Landesregierung aufgenommen. Zudem gebe eine zentrale E-Mail-Adresse für betroffene Vereine eingerichtet. Unter hochwasserhilfe-sport@lsb.nrw können sie sich melden. "Der Unterstützungsbedarf wird groß sein. Finanzielle Hilfe, Versicherungsfragen oder andere Themen wird es geben. Bis Mitte kommender Woche rechnen wir mit einem klareren Lagebild", führt der Vorstandsvorsitzende Dr. Christoph Niessen aus. Man baue auf die "Solidarität des gesamten Vereins- und Verbandssports".

BVB und Gladbach mit Benefizspielen

Hilfe kommt also vom Land, Bund, über Spenden oder vom LSB - aber auch aus dem Profibereich. Borussia Dortmund sowie Borussia Mönchengladbach haben bereits angekündigt, ein Benefizspiel in schwer betroffenen Regionen ausrichten zu wollen. "Aus vielen Teilen des Landes erreichen uns schreckliche Bilder. Der BVB wird seinen Beitrag dazu leisten, um Betroffenen zu helfen", heißt es in einem Statement auf der Seite des BVB.

Auch die Gladbacher ließen verlauten: "Ungläubig sehen wir die Bilder dieses Leids. Wir drücken allen Opfern unsere Solidarität aus." Wo und wann die Partien stattfinden, soll in den kommenden Tagen entschieden werden. Fortuna Düsseldorf wird 25.000 Euro vom Testspiel am Samstag spenden und eine Schweigeminute abhalten. Auch der VfL Bochum spendet 30.000 Euro und plant weitere Spendenaktionen.

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Drei Millionen Euro Hilfe von DFL und DFB

Die Deutsche Fußball Liga und der DFB haben zudem eine finanzielle Zuwendung in Höhe von drei Millionen Euro angekündigt. Das Ausmaß der Katastrophe habe "betroffen und entsetzt gemacht". Für die Hilfe soll ein Fonds eingerichtet werden. "Wir hoffen, damit gemeinsam wenigstens an einigen Stellen unterstützen zu können. Solidarität in dieser Krisensituation halten wir für selbstverständlich", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Hochwasser: "Trösten ist eine wichtige Funktion"

WDR 5 Morgenecho - Interview 16.07.2021 04:37 Min. Verfügbar bis 16.07.2022 WDR 5


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Soforthilfe vom DOSB

Der Deutsche Olympische Sportbund stellt für vom Hochwasser geschädigte Vereine eine Soforthilfe von 100.000 Euro als Basishilfe zur Verfügung. "Die aktuelle Hochwasserkatastrophe betrifft auch in erheblichem Maße die Sportvereine in den betroffenen Gebieten", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Freitag. "Massive Vernichtungen und Beschädigungen von Sport- und Vereinsanlagen bedrohen die bereits durch die Corona-Pandemie geschwächten Vereine nun zusätzlich in ihrer Existenz. Deshalb wollen wir schnell und unbürokratisch Hilfe zur Selbsthilfe leisten." Zudem wurde ein Spendenkonto eingerichtet.

Stand: 17.07.2021, 13:08