TuS N-Lübbecke: Mit Teamgeist zum Aufstieg

Trainer Emir Kurtagic richtet eine Ansage an die Spieler des TuS N-Lübbecke.

TuS N-Lübbecke: Mit Teamgeist zum Aufstieg

Drei Spieltage vor Saisonende hat der TuS N-Lübbecke den Aufstieg in die Handball-Bundesliga in der eigenen Hand. Der Erfolg hängt auch mit der Corona-Pandemie zusammen.

Der TuS N-Lübbecke versuchte erst gar nicht, die Bedeutung des Sieges gegen den VfL Gummersbach herunterzuspielen: "Das waren Handball-Grüße aus Nettelstedt-Lübbecke! Es war ein Statement in Richtung dieser Liga, sein Statement an ganz Handball-Deutschland", schriebt der TuS auf seiner Homepage.

Ende Mai gewannen die Ostwestfalen das Schlüsselduell um den Aufstieg in die Handball-Bundesliga deutlich mit 35:27 und festigten damit nicht nur den zweiten Tabellenplatz, sondern distanzierten die Gummersbacher auf Rang drei gleichzeitig auf drei Punkte.

Aufstieg in eigener Hand

Damit hat der TuS den Aufstieg nun in eigener Hand, auch wenn die Gummersbacher noch ein Nachholspiel haben. Tabellenführer HSV Hamburg ist bei zwei Punkten Rückstand sogar noch in Reichweite.

Auch beim deutlichen 32:21-Sieg beim Wilhemshavener EV am vergangenen Freitag bestätigen die Lübbecker ihre starke Form. Es war der neunte Sieg in den vergangenen zehn Spielen. "Jetzt heißt es für uns: Kurz erholen und dann Dessau ins Visier nehmen", sagte Trainer Emir Kurtagic (40) nach der Partie.

Der Dessau-Roßlauer HV kommt am Freitag zum drittletzten Saisonspiel nach Lübbecke. Dann kann der TuS sogar wieder vor Publikum spielen. 500 Zuschauer sind zugelassen und sollen dabei helfen, den TuS N-Lübbecke über die Ziellinie und damit zurück ins Handball-Oberhaus zu bringen.

Mit Kurtagic kommt die Wende

Drei Jahre ist es her, dass der Traditionsclub aus der Bundesliga abgestiegen ist. Die erste Zweitliga-Saison verlief enttäuschend. Am 1. Juli 2019 übernahm dann Kurtagic, bis 2017 Trainer des VfL Gummersbach, die verunsicherte Mannschaft. So richtig in Fahrt kam der TuS dann aber erst im Sommer 2020. Die Verantwortlichen leiteten einen radikalen Umbruch ein: Sieben Spieler mussten gehen, neun Spieler kamen neu dazu.

Und die Mannschaft fand schnell zusammen, auch aufgrund der Corona-Krise. "Es war mit dem neuen Kader gleich zu Beginn eine intensive Zeit. Die Jungs haben sich, auch weil sie in einer Blase waren, viel untereinander getroffen. Das Ganze hat eine Eigendynamik angenommen. Es war schön zu sehen, wie schnell das ging. Das war für uns ein Zeichen, dass wir die richtigen Jungs gefunden hatten", sagte der Sportliche Leiter Rolf Hermann dem "Westfalen-Blatt".

Besonders die Breite des Kaders ist in dieser Saison der große Trumpf des TuS. Zudem spielen die Lübbecker deutlich konstanter als die Konkurrenz aus Hamburg und Gummersbach.

Das nötige Selbstvertrauen ist da

Abheben will in Lübbecke aber noch niemand. "Wir arbeiten seriös im Training und in den Spielen", sagte Kurtagic. Der Club setze vor allem auf die "Basics", sowie "Spaß am Spiel haben und Freude am Gewinnen zeigen". Dass es den Ostwestfalen auch an dem nötigen Selbstvertrauen nicht mangelt, zeigen schon die Meldungen auf der Vereinshomepage. Der Aufstieg wäre dann die nächsten "Handball-Grüße aus Nettelstedt-Lübbecke".

lt | Stand: 10.06.2021, 13:24