GWD Minden - angeschlagen ins Kellerduell gegen Essen

Spieler von GWD Minden

GWD Minden - angeschlagen ins Kellerduell gegen Essen

Nach mehrwöchiger Corona-Pause ist Handball-Bundesligist GWD Minden noch nicht wieder in Tritt gekommen. In Ludwigshafen gab es zuletzt eine schmerzhafte Niederlage. Gegen TUSEM Essen steht nun das nächste Schlüsselspiel im Abstiegskampf an.

Eine Leistung wie am vergangenen Samstag (29.11.2020) sollten die Handballspieler von GWD Minden ihrem Trainer besser nicht noch einmal anbieten. "Das war das Peinlichste, was ich in fünfeinhalb Jahren in Minden erlebt habe. Das tut sehr, sehr weh", schäumte Frank Carstens nach der 24:30-Niederlage seines Teams bei den Eulen Ludwigshafen.

Es war das erste von zwei direkt aufeinanderfolgenden Kellerduellen für die Ostwestfalen. Am Donnerstag (03.12.2020) empfangen die Mindener Aufsteiger TUSEM Essen. Und auch die Ruhrstädter haben wie Minden bislang erst drei Zähler auf der Habenseite. Die Schlappe in Ludwigshafen tat weh und dürfte den Spielern als Warnung gegolten haben. Die haben sich jedenfalls zwei Tage nach der Niederlage zusammengesetzt und sich ausgesprochen. Besserung vor allem in Sachen Kampfgeist und Einsatzwille wurde gelobt.

"Bei der engen Taktung ist es sehr wichtig, den Blick trotzdem sofort wieder wenden zu können auf das, was man in Zukunft besser machen möchte und vor allem wie man das tut", so Carstens zur gemeinsamen Aufarbeitung mit dem Team

Kaltstart nach Coronapause

Genau die fehlende Einstellung hatte Carstens am Samstag bemängelt. Sie hätten den Ernst der Lage nicht erkannt, monierte der Coach, die "Eulen" sah er hingegen top eingestellt und als verdienten Sieger. Trotz allem Ärger vergaß er nicht, sich bei den Verantwortlichen des Gegners zu bedanken, die sportlich fair einer Verlegung des Spiels von Donnerstag auf Samstag zugestimmt hatten. Sonst hätte Minden direkt aus der Quarantäne antreten müssen.

Denn natürlich haben sie schwere Wochen hinter sich in Minden. Nach mehreren positiven Coronatests musste sich die Mannschaft Mitte November für 14 Tage in Quarantäne begeben. Die Partie in Ludwigshafen geriet so unweigerlich zu einer Art Kaltstart, der gehörig schief ging. Zur Entschuldigung darf allerhöchstens herangezogen werden, dass Jung-Nationalspieler Juri Knorr noch coronabedingt pausieren musste. Auf ihn werden die Mindener auch gegen Essen noch verzichten müssen.

Rambo verlässt den Verein

Für viel Diskussionsstoff sorgte dieser Tage eine andere Personalie in Minden: Rückraumspieler Christoffer Rambo wird den Verein verlassen. Der Norweger wechselt nach acht Jahren in Minden im kommenden Sommer zurück in seine Heimat. "Mit Christoffer verlieren wir einen echten Typen. In seiner Zeit bei uns hat er sich von einer reinen Wurfmaschine zum Haupt-Assistgeber und guten Abwehrspieler mit "Steal'-Qualitäten entwickelt. John war immer da, wenn er gebraucht wurde", lobt Mindens Geschäftsführer Frank von Behren.

Dass Rambo eine Lücke reißen wird, ist auch von Behren klar. Er betont aber: "Er hatte es uns mit Vorlauf angekündigt. Nur deshalb ist uns die Verpflichtung von Christian Zeitz möglich gewesen", berichtet der Mindener Geschäftsführer Sport, der in der kommenden Spielzeit 2021/2022 mit Routinier Zeitz und dem derzeit verletzten Christoph Reißky als Doppel im rechten Rückraum die verlässlich weit über 100 Saisontore Rambos kompensieren muss.

Zunächst aber geht es in Minden um die Sicherung des Bundesliga-Klassenerhalts. Und da wäre ein Sieg gegen Aufsteiger TUSEM Essen ein wichtiger Schritt.

Minden-Boss von Behren: "Wir leben davon, dass wir spielen" Sportschau 19.08.2020 06:17 Min. Verfügbar bis 19.08.2021 Das Erste

oja | Stand: 02.12.2020, 14:04