TBV Lemgo Lippe - mit Kontinuität zum Erfolg

Lemgo-Spieler Evars Klesniks jubelt auf der Platte

TBV Lemgo Lippe - mit Kontinuität zum Erfolg

Von Olaf Jansen

  • TBV Lemgo Lippe empfängt am Donnerstag die HSG Wetzlar
  • Team ist in 2020 noch ungeschlagen
  • Anfang April ist man beim Pokal-Final-Four dabei

Jubelnd zogen die Spieler des TBV Lemgo Lippe in der vergangenen Woche vom Parkett der Handballhalle in Mannheim. Sie freuten sich diebisch über das 29:29-Unentschieden bei den Rhein-Neckar Löwen, einem der ganz großen Titelanwärter in der Handball-Bundesliga. "Wir sind wie ein zähes Kaugummi im Spiel geblieben und haben uns mit ungeheurem Willen den Punkt gesichert", strahlte Trainer Florian Kehrmann. Mit diesem überraschenden Punktgewinn behielten die Lemgoer ihre Serie bei: Sie blieben im Jahr 2020 ungeschlagen und kletterten in der Tabelle auf Rang zehn.

Am Donnerstag (27.02.20) treten die Lemgoer zur nächsten Partie daheim gegen die HSG Wetzlar an. Mittlerweile sind die Hessen Tabellennachbar, mit einem Sieg würde der TBV unmittelbaren Kontakt herstellen. Ein solches Szenario war noch vor wenigen Monaten nahezu unvorstellbar.

Herausgearbeitet aus der Abstiegszone

Denn noch vor zehn Spieltagen befanden sich die Lemgoer in akuter Abstiegsgefahr. Damals, nach einer 33:35-Niederlage beim Bergischen HC belegte der TBV mit 6:22 Zählern punktgleich mit den Eulen Ludwigshafen einen Abstiegsrang. Mittlerweile steht das Team bei 21:27 Punkten - gesichert im Mittelfeld.

"Unser großer Vorteil ist, dass wir immer ruhig geblieben sind", sagt Routinier Christoph Theuerkauf. Tatsächlich wurden die Lemgoer auch angesichts einer enormen Verletzungsserie im Herbst nicht hektisch, sondern vertrauten den verbliebenen Akteuren sowie vor allem der Fachkenntnis von Trainer Florian Kehrmann. "Flo leistet hervorragende Arbeit, die angesichts der vielen Verletzten nicht hoch genug zu bewerten ist", sagt Manager Jörg Zereike.

Verpflichtung von Oldie Klesniks war ein Volltreffer

Dabei ist auch dem Management Lob zu zollen, denn nach den Kreuzbandrissen von Tim Suton und Fabian van Olphen haben sie mit dem bereits 39-jährigen Letten Evars Klesniks im Januar einen Spieler dazugeholt, der seine Karriere bereits in unteren Ligen ausklingen ließ. Nach einem Jahr in der Oberliga und einer halben Saison in der 3. Liga überzeugten die Lemgoer den Linkshänder davon, noch einmal auszuhelfen.

Mit Erfolg: Gemeinsam mit dem immer besser werdenden Schweden Andreas Cederholm, dessen Landsmann Jonathan Carlsbogard und dem nach Schulteroperation wieder genesenen Strategen Andrej Kogut führt Klesniks die Mannschaft zurzeit. Und alle träumen schon von dem großen Coup: A, 4. und 5. April findet in Hamburg das Final-Four im Handball-Pokal statt. Mit dem TBV, der dann im Halbfinale auf den THW Kiel trifft. Dort will man nach vielen Jahren mal wieder nach einem Titel greifen.

Lemgo holt Punkt bei den Rhein-Neckar Löwen Sportschau 20.02.2020 02:51 Min. Verfügbar bis 20.02.2021 Das Erste

Stand: 27.02.2020, 09:50