VfL Gummersbach: Aufstiegschancen nur noch theoretisch

Gudjon Sigurdsson, Trainer des VfL Gummersbach

VfL Gummersbach: Aufstiegschancen nur noch theoretisch

Der VfL Gummersbach hat sich mit der Niederlage in Aue wohl endgültig aus dem Aufstiegsrennen in der 2. Handball-Bundesliga verabschiedet. Vor allem die Leistung in der Schlussphase hat Fragen aufgeworfen.

Gudjon Sigurdsson hat sich schon festgelegt: "Der Aufstieg ist weg", sagte der Trainer des VfL Gummersbach nach der enttäuschenden 26:29-Niederlage am Samstag gegen den Tabellenfünften EHV Aue. In der Aussage steckte womöglich auch eine Menge Frust aufgrund der schwachen Leistung, die sein Team in der Erzgebirgshalle Lößnitz zeigte. Vor allem in der Schlussphase ließ der VfL jeglichen Kampfgeist vermissen.

Dabei war das Spiel in Aue die letzte Chance, entweder den HSV Hamburg oder den TuS N-Lübbecke im Saisonendspurt doch noch von einem der Aufstiegsränge zu verdrängen. Zwanzig Minuten vor dem Ende führten die Gummersbacher noch mit vier Toren (21:17), doch dann zogen die Gastgeber vor allem kämpferisch noch einmal an. Der VfL hatte nichts dagegenzusetzen. "Dass man so aufgibt, dafür habe ich kein Verständnis", sagte Sigurdsson.

Hamburg verliert überraschend gegen Dresden

Einen Tag später dürfte die Niederlage den Gummersbachern sogar noch ein Stück mehr weh getan haben. Denn der HSV Hamburg ließ seinen ersten Matchball liegen und unterlag am Sonntag dem HC Elbflorenz Dresden mit 31:37.

So aber bleibt der Rückstand der Gummersbacher zwei Spieltage vor Schluss bei fünf Punkten. Allerdings hat der VfL noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Theoretisch ist der Aufstieg also immer noch möglich. Dazu müssten die Gummersbacher die verbliebenen drei Saisonspiele aber allesamt gewinnen und der HSV oder Lübbecke alle restlichen Spiele verlieren.

Dem VfL fehlte es zuletzt aber an der dafür nötigen Konstanz. Vier Niederlagen kassierten die Gummersbacher in den vergangenen zehn Spielen - zu viele für einen Aufstiegsanwärter. Dazu kam in Aue der fehlende Kampfgeist.

Nachholspiel gegen Dresden

Die erste Chance zur Wiedergutmachung haben die Oberbergischen am Mittwoch (19 Uhr), wenn der HC Elbflorenz zum Nachholspiel nach Gummersbach kommt. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, sagte Rückraumspieler Julian Köster, warnte aber auch vor dem Tabellenvierten: "Der Sieg gegen Hamburg zeigt, wie gefährlich dieses Team ist."

Erstmals in dieser Saison können die Gummersbacher dabei vor Publikum spielen. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz im Oberbergischen Kreis stabil auf niedrigem Niveau ist, dürfen am Mittwoch 1.000 Zuschauer in die Halle. "Wir freuen uns sehr, dass endlich wieder Fans in die Halle kommen dürfen und wir gemeinsam für die Punkte kämpfen können", sagte Köster.

Im Hintergrund laufen derweil bereits die Personalplanungen für die kommende Saison. Am Montag gaben die Gummersbacher die Verpflichtung von Rückraumspieler Szymon Działakiewicz bekannt, der einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Kreisläufer Tin Kontrec wird die Gummersbacher dagegen nach zwei Jahren verlassen.

lt | Stand: 15.06.2021, 11:39