Teamcheck: TBV Lemgo Lippe startet unter erschwerten Bedingungen

TBV Lemgo Trainer Florian Kehrmann und seine Spieler Dominik Ebner (9) und Christian Klimek (69)

Teamcheck: TBV Lemgo Lippe startet unter erschwerten Bedingungen

Von Julian Tilders

  • Trainer Kehrmann "liegen die Außen am Herzen"
  • Sechs Langzeitverletzte erschweren den Start
  • Auftaktgegner ist die HSG Wetzlar

Der Trainer

Seit 2014 führt ein echtes Lemgo-Urgestein beim TBV Regie. Florian Kehrmann hat Lemgo in seiner Debüt-Saison als Trainer noch vor dem Abstieg gerettet, nachdem er die Mannschaft von Niels Pfannenschmidt übernommen hatte. Kehrmann spielte von 1999 bis 2014 selbst für die Ostwestfalen, gegen Ende seiner Karriere engagierte er sich in der vereinseigenen Jugendarbeit.

In der deutschen Nationalmannschaft absolvierte der Weltklasse-Rechtsaußen 223 Spiele und warf 820 Tore, darf sich seit 2004 Europameister und seit 2007 Weltmeister nennen. Der gelernte Bankkaufmann wurde dreimal zum Handballer des Jahres gewählt.

TBV-Trainer Kehrmann über die neue Saison

Sportschau 09.08.2019 07:03 Min. Verfügbar bis 09.08.2020 ARD

Speziell offensives Know-how auf den Außenpositionen ist also vorhanden. Es gehe ihm allerdings nicht darum, "den Spielern aufzuzeigen, wie ich gespielt habe", stellt Kehrmann klar und ergänzt: "Es geht darum, mal Tipps zu geben. Natürlich guckt man dann auf seine Position. Insgesamt geht es da aber um Kleinigkeiten. Natürlich liegen mir die Außen immer sehr am Herzen, aber nicht nur die Rechtsaußen, sondern auch die Linksaußen."

Erwartungen an die Saison

Die bisher beste Platzierung des TBV mit Kehrmann als Trainer war Rang neun in der Saison 2017/18. Das Saisonziel ist für Kehrmann klar. "Man hat letztes Jahr gesehen, wie eng das Mittelfeld beisammen ist. Gerade Vereine wie Erlangen oder Leipzig haben sehr aufgerüstet." Das Ziel müsse sein, "sich so schnell wie möglich im gesicherten Mittelfeld zu befinden." Die internationalen Plätze seien sehr weit entfernt, "wenn man überlegt, was wir für einen Etat gegenüber den anderen Vereinen haben".

Ein Problem ist die Verletztenliste. "Am Anfang der Saison brauchen wir aufgrund der Verletztensituation jeden Punkt. Und wir brauchen hinten heraus einen langen Atem." Sechs Langzeitverletzte erschweren aktuell die Planungen und die Vorbereitung auf die neue Saison: Andrej Kogut, Jonathan Carlsbogard, Donat Bartok, Jari Lemke (alle Rückraum), Piotr Wyszomirski (Tor) - und Nationalspieler Tim Suton (Rückraum), ein besonders wichtiger Fixpunkt.

"Trotz seiner jungen Jahre ist Tim ein absoluter Führungsspieler bei uns. Er hat sich in den letzten Jahren nochmal sehr entwickelt und gerade in der Abwehr Schritte nach vorne gemacht", sagt Kehrmann. Es brächte aber nichts, "ihn in die Verantwortung zu nehmen, wenn er noch nicht komplett fit ist". Wann Suton nach seiner Operation am Fuß wieder einsatzbereit ist, ist noch nicht abzusehen.

Aufgrund der Verletzungsprobleme startet der TBV Lemgo Lippe folglich unter erschwerten Bedingungen in die Saison. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld ist trotzdem drin - wenn die Zugänge einschlagen und die Talente Verantwortung übernehmen. Schließlich bietet der Ausfall von Stammspielern immer auch Chancen für den Nachwuchs. Erster Gegner ist am Donnerstag (22.08.2019) die HSG Wetzlar. Kehrmann sieht Lemgo "nicht in der Favoritenrolle, aber wir werden dort nicht hinfahren, um die Punkte wegzuschenken."

Lesen Sie im ersten Teil: "So lief die letzte Saison" und "Wer kommt, wer geht?"

Stand: 16.08.2019, 09:58