VfL Gummersbach steigt aus der Handball-Bundesliga ab

VfL Gummersbach

VfL Gummersbach steigt aus der Handball-Bundesliga ab

  • VfL Gummersbach muss Handball-Bundesliga verlassen
  • 25:25 im dramatischen Abstiegs-Endspiel bei SG BBM Bietigheim reicht nicht
  • Erster Abstieg seit 1966
  • Ludwigshafen sichert sich den Klassenerhalt

Der VfL Gummersbach muss den ersten Abstieg aus der Handball-Bundesliga nach 53 Jahren verkraften. Das Gründungsmitglied der Bundesliga holte im Abstiegs-"Endspiel" beim direkten Konkurrenten SG BBM Bietigheim am letzten Spieltag der Handball-Bundesliga am Sonntag (09.06.2019) ein 25:25 (13:14)-Remis. Aber weil Schlusslicht Ludwigshafen zeitgleich gegen GWD Minden 31:30 gewann und vorbeizog, rutschte Gummersbach auf den 17. Tabellenplatz ab.

Wenige Tore in der Anfangsphase

Bietigheim und der VfL wirkten in der Anfangsphase nervös, die Partie war zunächst geprägt von den Abwehrreihen: In den ersten zehn Spielminuten fielen nur drei Tore. VfL-Torwart Carsten Lichtlein zeigte mehrere starke Paraden, der Routinier parierte auch einen Siebenmeter.

Gummersbach und Bietigheim nach Remis abgestiegen Sportschau 09.06.2019 01:59 Min. Verfügbar bis 09.06.2020 Das Erste

Mitte der ersten Halbzeit nahm die Partie Fahrt auf - auch aufgrund zunehmender Zeitstrafen. Es fielen nun mehr Tore, es blieb aber ausgeglichen. Unmittelbar vor der Halbzeitpause verkürzte Gummersbachs Marvin Sommer per Siebenmeter auf 13:14 aus VfL-Sicht.

Bietigheims Jonas Link wirft den Ball vorbei an Gummersbachs Drago Vukovic in Richtung Tor

Bietigheims Jonas Link wirft den Ball vorbei an Gummersbachs Drago Vukovic in Richtung Tor

Nach der Pause unterlief den Gummersbachern ein Fehlstart: Sie kassierten zwei schnelle Gegentore - das bedeutete den ersten Drei-Tore-Rückstand der Partie - und scheiterten im Angriff dreimal am guten Bietigheim-Keeper Domenico Ebner.

Dann musste VfL-Keeper Lichtlein wegen Meckerns für zwei Minuten von der Platte, kurz nachdem er einen weiteren Siebenmeter gehalten hatte. Da zuvor schon Alexander Becker eine Zeitstrafe kassiert hatte, hatte Bietigheim leichtes Spiel, in doppelter Überzahl zum 17:13 zu treffen (34.).

VfL-Aufholjagd in der Schlussphase

Gummersbach gab aber nicht auf: In der letzten Viertelstunde legten die Oberbergischen eine Aufholjagd hin. Kreisläufer Moritz Preuss traf in der 51. Minute zum 21:22. Stanislav Zhukov tankte sich auf der linken Seite durch und glich aus. In der 54. Minute erzielte Pouya Norouzi aus der Mitteldistanz das 23:22 für Gummersbach - die erste VfL-Führung des Spiels nach zwischenzeitlichem Vier-Tore-Rückstand.

Gummersbach legte in einem offenen Schlagabtausch Tore vor, Bietigheim ließ sich nicht abschütteln; Routinier Michael Kraus erzielte in der Schlussphase zwei Tore für die Gastgeber, so auch zum 25:25 (59.). Beide Teams verpassten danach jeweils das Siegtor.

Gummersbach-Trainer Greve: "Verliert die Saison nicht an einem Spiel" Sportschau 09.06.2019 00:26 Min. Verfügbar bis 09.06.2020 Das Erste

Entscheidung fällt in Ludwigshafen

Nach der Schlusssirene blickte der Gummersbacher Tross gebannt nach Ludwigshafen, wo die Gastgeber noch 31:30 gewannen und damit das Remis in Bietigheim-Bissingen zum eigenen Klassenerhalt nutzten. In Bietigheim flossen indes Tränen.

Reaktionen zum Gummersbacher Abstieg

Gummersbach-Trainer Torge Greve bei "Sky": "Es ist schwer, Worte zu finden. Meine Mannschaft hat alles reingeworfen. Die Bilder sprechen für sich, man sieht weinende Männer. Heute hat die Mannschaft es gut gemacht. Die Spiele vorher, als die Mannschaft die Zitterhand bekommen hat, die tun jetzt weh."

VfL-Spieler Drago Vukovic: "Meine Karriere mit einem Abstieg zu beenden, fühlt sich einfach total schlecht an."

Gummersbach Vereinslegende Heiner Brand: "Es ist das eingetreten, was zu befürchten war. Aber man muss die ganze Saison sehen, der VfL ist nicht heute abgestiegen. Dennoch hätten wir auch mit dieser Mannschaft nicht absteigen müssen."

VfL-Kultkeeper Andreas Thiel: "Der Wiederaufstieg ist nicht unmöglich. Wir müssen mit Verstand für die nächste Saison eine Mannschaft zusammenstellen. Die Chance zum kompletten Reset ist jetzt da."

Statistik

Handball · 1. Bundesliga · 34. Spieltag 2018/2019

Sonntag, 09.06.2019 | 15.00 Uhr

Wappen SG BBM Bietigheim

SG BBM Bietigheim

Ebner, Jür. Müller – Claus (4), Emanuel, Kraus (3), J. Link (5), Haller (2), Rönningen, Trost – Döll, Schäfer (5/1), Asmuth, Marcec – Fischer (1), Oehler, Rentschler (5)

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Wappen VfL Gummersbach

VfL Gummersbach

Lichtlein, Puhle – Baumgärtner (3), Martinovic (1), Dayan, Herzig, Köpp (2), Norouzi Nezhad (6), Vukovic (4), Schukow (2) – Busch, Schröter (2), Bialowas, Sommer (3/1) – A. Becker, Preuss (2)

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Fakten und Zahlen zum Spiel

SG BBM Bietigheim VfL Gummersbach
Siebenmeter 3 Würfe, 1 Treffer 2 Würfe, 1 Treffer
Strafminuten 12 Min. 12 Min.

Zuschauer:

  • 4.517

Schiedsrichter:

  • Schulze (Magdeburg), Tönnies (Stendal)

Stand der Statistik: Sonntag, 09.06.2019, 17:04 Uhr

ph | Stand: 09.06.2019, 17:00

Team S P
1. TSV Hannover-B. 12 20:4
2. SG Flensburg-H. 12 18:6
3. SC Magdeburg 13 18:8
4. THW Kiel 10 16:4
5. Füchse Berlin 12 16:8
  ...    
16. TBV Lemgo Lippe 12 6:18
17. Eulen Ludwigsh. 12 3:21
18. Nordhorn-L. 12 2:22