Mit dem Sieg gegen den Bergischen HC haben die Mindener (grüne Trikots) ihre Ausgangslage im Abstiegskampf deutlich verbessert.

HBL: Chance für GWD Minden - Strohhalm für TuS N-Lübbecke

Stand: 18.05.2022, 16:45 Uhr

Die Handball-Bundesliga ist auf der Zielgeraden der Saison. Für die Kellerkinder aus Minden und Lübbecke bedeutet dies, dass sie dringend punkten müssen, wenn sie erstklassig bleiben wollen.

Mit dem Sammeln der Punkte fangen sie am besten schon am Donnerstag an. GWD Minden trifft vor eigenem Publikum auf die TSV Hannover-Burgdorf. Die Niedersachsen stehen ebenfalls im unteren Tabellendrittel, müssen sich um den Abstieg aber nur noch theoretisch sorgen. Da hat Schlusslicht TuS N-Lübbecke mit dem Gastspiel bei Tabellenführer SC Magdeburg die deutlich schwerere Aufgabe erwischt.

Minden will Heimbilanz aufpolieren

Nach dem knappen 26:25-Erfolg beim Bergischen HC haben sich die Mindener dank ihres besseren Torverhältnisses vor Balingen auf einen Nichtabstiegsplatz geschoben. Den gilt es nun an den letzten vier Spieltagen zu verteidigen. "Das Spiel ist für uns die Gelegenheit, nachzulegen und unsere Situation zu verbessern", sagt GWD-Coach Frank Carstens. Besser wird die Situation, wenn GWD punktet und Balingen dies zeitgleich im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar nicht gelingt.

Carstens schätzt die Hannoveraner stärker ein, als ihr 14. Platz vermuten lässt: "Für uns wird es eine große Herausforderung, aber das ist momentan sowieso jedes Spiel für uns." Mit einem Sieg und zwei Remis stellt Minden die schwächste Heimmannschaft der Saison - nun sei ein guter Zeitpunkt, diese Bilanz aufzupolieren. "Es ist schon wichtig, dass wir zu Hause den Bock jetzt umstoßen", sagt Carstens.

Lübbecke braucht Überraschungen

Eine noch viel größere Herausforderung wartet auf Lübbecke. Trainer Emir Kurtagic und seine Mannschaft trennen fünf Punkte vom rettenden Ufer. Sie haben zwar noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand - also insgesamt sechs Partien zu absolvieren -, treffen jedoch in den nächsten drei Spielen auf Teams aus den Top 5 der Liga.

Den Auftakt machen die Lübbecker mit dem Nachholspiel vom 12. Spieltag beim Ligaprimus in Magdeburg, wo man auf mindestens fünf Spieler verzichten müsse. Es sei so "wie im Grunde die ganze Saison lang schon" - er und der Betreuerstab schauten nach, "wer denn überhaupt noch da ist", sagt Kurtagic. Trotzdem blickt er positiv auf das anstehende Gastspiel. Gegner wie Arena seien "auch ein Erlebnis für uns".

Wollen die Lübbecker nicht die 15. Niederlage in Serie kassieren, werden sie wohl ein ziemlich perfektes Spiel hinlegen müssen. Und will der Aufsteiger nicht direkt wieder in die 2. Liga absteigen, wird er in den verbliebenen Begegnungen für die eine oder andere Überraschung sorgen müssen. Ein Punktgewinn oder gar ein Sieg in Magdeburg wären so eine Überraschung.