GWD-Geschäftsführer Kalusche: "Stehen vor einer Mörder-Saison"

Fahnen mit dem Logo von GWD Minden wehen im Wind

GWD-Geschäftsführer Kalusche: "Stehen vor einer Mörder-Saison"

Von Julian Tilders

  • Handball-Bundesliga soll am 1. Oktober 2020 in neue Saison starten
  • GWD-Geschäftsführer Kalusche erwartet "20 unterschiedliche Hygienekonzepte"
  • Neues Gutachten für Kampa-Halle - GWD erstmal weiter in Lübbecke

Nach der Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga (HBL) ist es nun fix: Die 39 Erst- und Zweitligisten sollen am 1. Oktober 2020 in die neue Spielzeit starten - und zwar mit Zuschauern in den Hallen.

Gemeinsam mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und der Basketball-Bundesliga (BBL) habe man einen Leitfaden erarbeitet und an das Bundesgesundheitsministerium geschickt, das dieses Konzept jetzt durch das Robert-Koch-Institut überprüfen lässt.

GWD plant weiter in Kreissporthalle Lübbecke

Wie genau das Hygienekonzept dann in der Praxis umgesetzt werden kann, kommt jedoch auf örtliche Gegebenheiten und Verfügungen an, erklärt Markus Kalusche, Geschäftsführer von Bundesligist GWD Minden: "Wir bekommen sozusagen ein Grundgerüst für ein Hygienekonzept von der HBL. Aber dieses muss eben auf jede Halle individuell angepasst werden. Zuständig sind die Gesundheitsämter vor Ort." Bei in dieser Saison 20 Bundesligisten werde es demnach wahrscheinlich "20 unterschiedliche Hygienekonzepte" geben.

Stichwort Halle: GWD Minden konnte aufgrund von Brandschutzmängeln die Kampa-Halle als Heimspielstätte im Jahr 2020 nicht mehr nutzen, die Halle sollte ursprünglich abgerissen werden. Mitte Juni beschloss der Kreistag jedoch, ein neues Gutachten einzuholen und zu prüfen, ob die Mehrzweckhalle für Schul- und Vereinssport, aber auch für Veranstaltungen und Bundesliga-Handball wiedereröffnet werden kann. Kalusche erklärt: "Natürlich hoffen wir, dass wir schnellstmöglich in die Kampa-Halle zurückkommen können. Wir planen die Saison 2020/21 aber in Lübbecke."

Handball-Bundesliga plant Re-Start vor Zuschauern Sportschau 09.07.2020 02:05 Min. Verfügbar bis 09.07.2021 Das Erste

Zuschauereinnahmen als wichtiger Faktor

In den nächsten Wochen werden Gespräche mit den Behörden zeigen, wie viele Zuschauer letztendlich in die Halle gelassen werden können. In der Kreissporthalle Lübbecke stehen GWD 2.000 Sitzplätze zur Verfügung, in der Kampa-Halle wären es 3.300. "Da haben wir Einschränkungen", sagt Kalusche.

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann sagte zuletzt der Sportschau: "In unseren Hallensportarten ist es ohne Zuschauer nicht möglich." Die fehlenden Zuschauereinnahmen waren bereits einer der Hauptgründe, warum die laufende Saison 2019/20 abgebrochen wurde. Deshalb plane die HBL laut Bohmann "mit Zuschauern unter allen möglichen Sicherheitsvorkehrungen." Angesichts dieser Sicherheitsvorkehrungen ist es aber sehr wahrscheinlich, dass die Maximalkapazität an Sitzplätzen in den Hallen nicht ausgeschöpft werden kann. Also auch keine 2.000 Sitzplätze in Lübbecke.

Kalusche: "Haben extrem lange Vorbereitung"

Am Dienstag (14.07.2020) startet Minden mit ersten medizinischen Tests in die Vorbereitung. Das Training wird in mehreren unterschiedlichen Hallen in Minden stattfinden. "Wir haben eine extrem lange Vorbereitung", betont Kalusche. Dabei macht er jedoch klar: "Die zweieinhalb Monate brauchen wir auch, weil wir sehr lange nicht gespielt haben. Die größte Herausforderung wird sein, die Spieler so dosiert wieder heranzuführen, dass wir im Wettkampf keine Verletzungen haben. Wir stehen vor einer Mörder-Saison, einem unglaublichen Kraftakt."

Stand: 10.07.2020, 13:17