GWD Minden "vor Existenzfrage" aufgrund möglicher Hallenschließung

Die Kampa-Halle des Handball-Bundesligisten GWD Minden

GWD Minden "vor Existenzfrage" aufgrund möglicher Hallenschließung

Von Julian Tilders

  • Brandschutzgutachten für Kampa-Halle bedroht Spielbetrieb in Minden
  • GWD muss kurzfristig andere Spielstätte suchen
  • Mögliche Sanierung beeinflusst Bau einer neuen Multifunktionshalle

Beunruhigende Nachrichten für den Handball im Kreis Minden-Lübbecke: Aufgrund eines Brandschutzgutachtens droht die Schließung der Kampa-Halle, Heimspielstätte des TSV GWD Minden. "Wir wurden vom Kreis Minden-Lübbecke informiert, dass es ein neues Brandschutzgutachten gibt, was die sofortige Schließung der Halle nahelegt", erzählt GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche im WDR-Gespräch.

Die Halle kann nur durch eine Sanierung, die von der Politik Anfang Oktober beschlossen werden soll, vor der endgültigen Schließung bewahrt werden. Kalusche erklärt: "Wird die Sanierung nicht beschlossen, würde die Halle am 30. Oktober geschlossen werden." Dies bestätigte auch Landrat Dr. Ralf Niermann dem WDR. Der Abriss sei die Folge, sollte sich die Politik gegen eine Sanierung entscheiden.

GWD-Geschäftsführer Kalusche: „Spielbetrieb akut gefährdet“

Sportschau 13.09.2019 06:36 Min. Verfügbar bis 13.09.2020 ARD

Profi-Handball in Minden vor Existenzfrage

"Der Spielbetrieb ist akut gefährdet. Uns bleibt nichts anderes übrig, als in kurzer Zeit eine neue Spielstätte zu finden", gibt der Geschäftsführer Einblick in die aktuellen Abläufe. Denkbar wäre eine kurzfristige Lösung mit dem Nachbarn TuS N-Lübbecke (2. Bundesliga), der ebenfalls in einer der Kreissporthallen spielt.

Eine gewisse Infrastruktur wäre vorhanden. "Es müsste aber nachgerüstet werden. Ich weiß auch nicht, ob wir unsere Werbemittel da platzieren können. Wenn wir unsere Werbung nicht so verkaufen können, wie es in den Verträgen steht, wären wir erheblichen finanziellen Schäden ausgesetzt", analysiert Kalusche. Sollte der Klub langfristig nicht in Minden spielen können, stehe man vor einer "Existenzfrage für den Profi-Handball in Minden."

Zwickmühle Sanierung

Der TSV sieht keinen Gewinn in einer Sanierung der etwa 50 Jahre alten Mehrzweckhalle. Auch nicht für die Region, sagt Kalusche: "Diese Halle erfüllt einfach den Zeitgeist nicht mehr." Er ergänzt: "Wir müssen die Brandschutz-Probleme sicherlich ernst nehmen, für diese aber kreative Lösungen finden."

Parallel müsse der Bau der geplanten Multifunktionshalle rechts von der Weser weiterverfolgt werden - doch da liege auch ein Problem, sagt Kalusche: "Wenn 15 Millionen in die alte Halle gesteckt werden, wird es diese neue Multifunktionshalle nie geben. Da würde gesagt werden: 'Was wollt ihr nochmal 40 Millionen in eine neue Halle stecken? Ihr habt doch eine.'"

Landrat Niermann bestätigt: "Bei einer Entscheidung der Politik pro Sanierung der Kampa-Halle wäre es sehr viel schwieriger für den Kreis, noch Mittel für eine neue Halle zur Verfügung zu stellen." Das am wenigsten schädliche Szenario für den TSV GWD Minden sei laut Niermann die etwa ein Jahr dauernde Sanierung der Kampa-Halle und eine Übergangszeit in der Kreissporthalle in Lübbecke.

Stand: 13.09.2019, 12:17