TUSEM Essen - Rückkehr eines Traditionsklubs

Feierstunde bei TUSEM Essen

TUSEM Essen - Rückkehr eines Traditionsklubs

Von Michael Buchartz

  • TUSEM Essen steigt als Zweiter auf
  • Große Erfolge in der Vergangenheit
  • Zwei Insolvenzen und sieben Jahre zweitklassig

Der Turn- und Sportverein Essen-Margarethenhöhe, kurz TUSEM Essen genannt, darf sich freuen. Denn mit der Entscheidung der Handball-Bundesliga, den Spielbetrieb in den beiden höchsten Spielklassen abzubrechen, steht fest: Nach sieben Jahren Abstinenz kehrt der traditionsreiche Verein zurück in die Eliteklasse.

"Wir sind natürlich total begeistert, so weit man das in der aktuelle Zeit sein kann", sagte TUSEM-Geschäftsführer Niels Ellwanger dem WDR. Die Bundesliga sei das erklärte Ziel des Vereins gewesen, der jetzt "das Beste daraus machen" und nach Möglichkeit die Klasse halten wolle, auch wenn das bei einer durch die Aufstockung der Liga höheren Zahl von Absteigern "sehr schwer" sein werde.

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Tiefer Fall Ende der 00er-Jahre

Für die Essener ist es eine Rückkehr in die Liga, in der sie vor allem Ende der Achtziger-Jahre dominiert haben. Drei deutsche Meistertitel, drei Pokalsiege und einen Europapokal-Triumph feierte der TUSEM zwischen 1986 und 1992. Bekannte Spieler wie Frank Arens oder der DHB-Teammanger und Weltmeister von 2007, Oliver Roggisch, liefen für die Essener auf und schafften dort den Durchbruch. Zuletzt nahm der Traditionsverein zwischen 2003 und 2005 dreimal am internationalen Wettbewerb teil.

Dann folgte der Schock: Ein griechischer Hauptsponsor zahlte die vertraglich vereinbarten drei Millionen Euro nicht. Essen bekam keine Lizenz und stürzte tief - bis in die Regionalliga. Der Grieche wurde inzwischen wegen Betrugs verurteilt. Es folgte der Wiederaufstieg in die Bundesliga im Jahr 2007, nur um ein Jahr später zum zweiten Mal insolvent zu werden. Ein weiteres einjähriges Gastspiel in Deutschlands Eliteklasse endete 2013 im vorerst letzten Abstieg.

Top-Saison mit dem Aufstieg gekrönt

Dass der erneute Aufstieg verdient ist, steht außer Frage. Seit dem 2. Spieltag stand Essen immer unter den Top vier der Liga. Zum Ende der Hinrunde lag TUSEM nach 19 Partien ebenso wie jetzt auf dem zweiten Rang. Nur Mitaufsteiger HSC Coburg weist eine bessere Bilanz auf. Für die Mitkonkurrenten um den Gang ins Oberhaus ist es indes bitter. Denn Essen war für einige Vereine durchaus noch in Schlagdistanz. Die beiden Bundesliga-Absteiger Bietigheim und Gummersbach lauerten direkt hinter dem Ruhrgebietsklub auf den Rängen drei und vier.

Für den TUSEM wird nun aus dem sieben Jahre langen Traum von der Rückkehr des Traditionsklubs in die Bundesliga Wirklichkeit - wenn auch aufgrund von Corona unter besonderen Umständen. Dennoch wollen sie dieses Mal länger bleiben als nur eine Spielzeit: Der Klassenerhalt ist das Ziel.

Stillstand im Sport - Existenzbedrohung für zahlreiche Vereine Sportschau 18.04.2020 04:26 Min. Verfügbar bis 18.04.2021 Das Erste

Stand: 21.04.2020, 16:59