Gummersbach will mit Demut zurück zum Erfolg

Jubel bei Gummersbach

Gummersbach will mit Demut zurück zum Erfolg

Von Cora Lanzerath

  • Gummersbach setzt auf junge, ehrgeizige Spieler.
  • Rückkehrer Vukovic soll Mannschaft führen.
  • Verein will durch Bescheidenheit neues Vertrauen gewinnen.

Die alte Saison ist abgehakt, die Urlaubszeit vorbei: Mit dem Trainingsstart beginnt für die Handball-Bundesligisten ein neues Kapitel – und das soll beim VfL Gummersbach erfolgreicher verlaufen als in den letzten Jahren. Die Oberbergischen haben als erstes NRW-Team die Vorbereitung auf die Spielzeit 2018/19 aufgenommen.

So lief die vergangene Saison

Beim VfL war zuletzt wenig zu sehen vom Glanz vergangener Zeiten. Dreimal in den letzten fünf Jahren schaffte der Verein den Klassenerhalt erst auf den letzten Drücker. Vor allem in der vergangenen Saison hatten wenige damit gerechnet, dass die Gummersbacher nochmal die Kurve kriegen. Doch nach sieben Niederlagen in Serie zogen sie mit einem knappen 23:22-Erfolg im Abstiegskrimi beim TV Hüttenberg den Kopf erneut aus der Schlinge. Damit bleibt der VfL das einzige Gründungsmitglied der Bundesliga, das noch nie abgestiegen ist.

Zugegeben, der Klub hatte in der abgelaufenen Spielzeit mit einigen schwerwiegenden Verletzungsausfällen zu kämpfen, doch insgesamt schien der Kader nicht optimal zusammengestellt.

Frischer Wind beim Personal

Das zu ändern war die drängendste Aufgabe der neuen Doppelspitze Christoph Schindler und Sebastian Glock. Sie entschieden sich für einen Weg mit jungen, talentierten und ehrgeizigen Spielern.

Pouya Norouzi

Neu beim VfL: Handballer Pouya Norouzi

Das belegen nicht nur die drei internen Neuzugänge Pierre Busch (18), Luis Villgrattner (19) und Yonatan Dayan (18). Der iranische Nationalspieler Pouya Norouzi, der zuletzt beim Schweizer Champions-League-Teilnehmer Kadetten Schaffhausen aktiv war, passt mit seinen erst 24 Jahren ebenso ins Anforderungsprofil wie Ivan Martinovic. Der 20-Jährige weilte zum Trainingsauftakt allerdings noch bei der kroatischen Junioren-Nationalmannschaft.

Der vielleicht wichtigste Neuzugang ist aber ein alter Bekannter. Drago Vukovic (34) kehrte nach sieben Jahren ins Oberbergische zurück und wurde dort mit offenen Armen empfangen. "Er wird mein wichtigster Mann sein", sagte Trainer Denis Bahtijarevic, der mit den Neuen im Team insgesamt sehr zufrieden ist: "Sie haben alle viel Charakter. Das kann richtig gut passen."

Erwartungen an die neue Saison

Doch nicht nur das Personal ist neu beim VfL, auch die Einstellung ist eine andere geworden. Von großen Versprechungen über das sportliche Abschneiden in der kommenden Saison war zum Trainingsauftakt nichts zu hören. Stattdessen fielen Worte wie "Demut" oder "Bodenständigkeit".

Verstecken wolle sich der Verein aber natürlich nicht, stellte Geschäftsführer Schindler klar. Vielmehr gehe es darum, "auf allen Ebenen" neues Vertrauen zu gewinnen. Und auch der Coach blickt den kommenden Aufgaben optimistisch entgegen: "Mit einer soliden, konzentrierten Vorbereitung und weniger Verletzungspech werden wir eine ordentliche, wenn nicht sogar gute Saison hinlegen", so Bahtijarevic.

Stand: 11.07.2018, 11:38