Enttäuschung bei GWD Minden nach der Niederlage in Magdeburg

Ernüchternder Saisonstart für Handball-Bundesligisten aus NRW

Stand: 26.09.2022, 13:27 Uhr

In der Handball-Bundesliga stehen nach fünf Spieltagen noch drei NRW-Clubs ohne Sieg da. Lediglich Aufsteiger VfL Gummersbach dürfte mit seinem Saisonstart zufrieden sein.

"Ein fürchterliche Abend." "Das hat heute keinen Spaß gemacht." Der Geschäftsfüher Jörg Föste und Trainer Jamal Naji vom Bergischen HC haben den 5. Spieltag in der HBL so bilanziert, wie es aus NRW-Sicht in dieser Spielzeit bis dato schon zu oft geschehen sein dürfte. Gleich drei der fünf Vertreter aus Nordrhein-Westfalen kassierten am vergangenen Spieltag Niederlagen mit mehr als zehn Toren Unterschied.

Minden und Hamm sind noch ohne Punktgewinn

Am Sonntag erwischte es GWD Minden. Die Ostwestfalen unterlagen beim SC Magdeburg mit 25:39. Sie hatten es dabei ebenso mit einem Titelanwärter zu tun wie Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen beim 26:37 gegen die Füchse Berlin drei Tage zuvor. Beide Clubs sind nach fünf Partien in der Liga noch ohne Punktgewinn.

Dagegen konnte der TBV Lemgo Lippe zumindest zwei Remis verbuchen, wobei Trainer Florian Kehrmann das am Sonntag im Kellerduell gegen SC DHfK Leipzig (29:29) überraschend gelassen hinnahm: "Zwischendurch fehlt uns noch etwas die Abgezocktheit. Wir führen kurz vor Ende mit zwei Toren und machen in der entscheidenden Phase dann ein, zwei Fehler zu viel."

Lemgo trifft am Dienstag in der European League auf Göppingen

Da der TBV noch gegen keins der vier Topteams aus der Liga gespielt hat - neben Magdeburg und Berlin sind das der THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen -, könnte Kehrmann nach zwei Punkten von zehn möglichen alarmierter klingen. Dafür hat er aber keine Zeit: "Wir brauchen nicht groß nachdenken und fahren mit sehr viel Freude nach Göppingen - das wird ein heißer Kampf." Dort will der TBV am Dienstag in der zweiten Runde der European League den Grundstein für den Einzug in die Gruppenphase legen.

Trotz des von BHC-Geschäftsführer Föste zuletzt gesehenen "fürchterlichen Abends" sind die Bergischen mit immerhin zwei Siegen besser aus den Startlöchern gekommen als Lemgo und das punktlose Duo Minden-Hamm. Ärgerlich war allerdings, dass die jüngste Schlappe beim Tabellennachbarn HSV Hamburg ernüchternd hoch ausfiel (23:33).

Stuttgarts Trainer lobt Aufsteiger Gummersbach

Von derart deprimierenden Spieltagen ist einzig der Aufsteiger aus Gummersbach bis dato völlig verschont geblieben. Selbst bei der 28:30-Heimniederlage gegen den Meister aus Magdeburg bewegte sich die Mannschaft von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson am 2. Spieltag auf Augenhöhe. Die übrigen vier Partien gewann der VfL allesamt - zuletzt gegen Stuttgart mit 29:24, obwohl Sigurdsson "im Vorfeld nicht unbedingt ein gutes Gefühl" hatte.

Gut möglich, dass der Gummersbach diese Erfolgsserie noch eine Weile fortsetzen kann. Stuttgarts Trainer Roi Sánchez traut es dem zwölffachen deutschen Meister auf jeden Fall zu: "Dem VfL wünsche ich alles Gute, denn er ist eine der Mannschaften, die derzeit den besten Handball in der Liga spielt." Das wird man in Gummersbach nach drei Jahren Zweitklassigkeit gerne hören.