Rhein Vikings - das Handball-Projekt lebt

Thomas Bahn (l.) und Brian Gipperich von den Rhein Vikings versuchen einen Gegner zu stoppen

Rhein Vikings - das Handball-Projekt lebt

  • Die Rhein Vikings haben sich mit zwei Siegen Luft im Zweitliga-Abstiegskampf gemacht.
  • Großes Verletzungspech bremste das Team zu Saisonbeginn aus.
  • Ziel ist die Bundesliga.

Bundesliga - das ist das Ziel des HC Rhein Vikings. Am vergangenen Wochenende hat die junge Neuss-Düsseldorfer Handball-Zweckgemeinschaft aber erstmal ein anderes Problem gelöst: Mit zwei Erfolgen am Freitag (10.11.17) in Aue (26:19) und am Sonntag gegen Saarlouis (28:19) hat sich das Team Luft im Abstiegskampf der Zweiten Liga verschafft. "Wir haben über 60 Minuten diszipliniert Handball gespielt und konnten uns in der zweiten Halbzeit spielerisch in der Offensive weiter steigern", sagte ein erleichterter Vikings-Trainer Ceven Klatt über den Heimsieg gegen Saarlouis.

Großes Verletzungspech bremst

Zweitliga-Abstiegskampf statt auf dem Sprung in die Bundesliga - das ist aktuell die etwas durchwachsene Zwischenbilanz des ambitionierten rheinischen Handballprojekts. Was viel mit mächtigem Verletzungspech zu tun hat, das die Mannschaft von Trainer Klatt in den vergangenen Wochen ereilt hat. Derzeit fallen mit Alexander Oelze (Bänderriss im Ellenbogen), Daniel Pankofer (Bänderriss im Fuß) und Kapitän Bennet Johnen (Bandscheibenoperation) drei wichtige Leistungsträger aus. Zuvor mussten Christian Hoße (Brustwirbelprellung), Oelze (Bänderriss), Felix Handschke (Bänderriss), Christopher Klasmann (Fehlstellung der Wirbelsäule), Heider Thomas (Knieprellung) und Teo Coric (Muskelfaserriss) passen.

Daher war Klatt heilfroh, mit den zwei Siegen am Wochenende erst einmal etwas Distanz zwischen sein Team und die Abstiegstränge geschaffen zu haben. "Normales Verletzungspech macht uns eigentlich keine Sorgen. Das gehört zum Handball dazu. Aber in diesem Ausmaß ist das für unser Team schon gefährlich", sagt er.

Möglichst schnell in die Bundesliga

Denn ein Abstieg aus der Zweiten Liga gehört definitiv nicht zum Szenario, das sich die Handballmacher bei den Vikings so vorstellen. Nach der Gründung des Projekts im Frühjahr steht der schnellstmögliche Sprung in die Bundesliga ganz klar auf der Agenda. Dafür hat der Klub einen Jahresetat von rund einer Million Euro zusammengestellt, mit dem Düsseldorfer "Castello" wurde eine ideale Spielstätte bezogen. In die moderne Mehrzweckhalle im Stadtteil Reisholz passen rund 3.100 Fans - eine optimale Größe für die Handball-Bundesliga.

Bislang hat die Mannschaft einen Zuschauerschnitt von etwa 800 pro Begegnung erreicht. Das liegt zwar etwas unter der angestrebten Marke von 1.000, doch man ist zuversichtlich beim HC, dass da noch eine Steigerung möglich ist. Denn die attraktiven Derbys gegen Topteam Bergischer HC und TuSEM Essen finden erst in der Rückrunde statt und dürften für ein volles Haus sorgen.

Bundesliga-Handball wäre für Düsseldorf kein Neuland

Die Rhein Vikings waren entstanden aus der Fusion des Neusser HV und ART Düsseldorf. Sollte der Verein den Aufstieg in die Bundesliga schaffen, wäre es das erste Mal seit 2009, dass in Düsseldorf Bundesliga-Handball gespielt würde. Für die Premiere hatte TURU Düsseldorf gesorgt. Der Verein spielte von 1984 bis '89 und nach dem Wiederaufstieg 1991 weitere zwei Jahre in der Bundesliga. Aus der TURU wurde dann HSV Düsseldorf, der weitere zwei Jahre im Oberhaus präsent war. Aus dem Hauptverein HSV ging schließlich die HSG Düsseldorf hervor, die von 2004 bis 2007 und noch einmal in der Spielzeit 2008/09 in der Bundesliga spielte. 2011 folgte dann die Insolvenz, den Platz in der 3. Liga übernahm ART Düsseldorf.

Stand: 13.11.2017, 09:42

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