Historische Saison des Bergischen HC sorgt für Euphorie

BHC-Trainer Sebastian Hinze kommuniziert mit seinem Team

Historische Saison des Bergischen HC sorgt für Euphorie

Von Julian Tilders

  • Bergischer HC stolz auf beste Saison der Vereinsgeschichte
  • Europapokal-Teilnahme knapp verpasst
  • Trainer Sebastian Hinze als Taktiker

Nur 14 Treffer trennten den Bergischen HC vom vor der Saison noch Undenkbaren. Nur aufgrund der besseren Tordifferenz zogen am Ende dann doch die Füchse Berlin auf Platz sechs in den EHF-Pokal ein, der BHC belegte den siebten Rang. Trotzdem bleibt diese Spielzeit zweifelsohne eine historische für die Bergischen.

Es war die beste Saison der Vereinsgeschichte. "Unsere Mannschaft hat über 34 Spiele hinweg eine Performance hingelegt, die die meisten nicht für möglich gehalten hätten", bilanzierte Manager Jörg Föste nach dem letzten Spiel gegen Meister Flensburg-Handewitt (24:27) auf der vereinseigenen Internetseite und kommentierte Platz sieben so: "Das ist angesichts dessen, was wir vor der Saison als Ziel ausgegeben hatten, mehr als großartig."

Vergangenheit als "Fahrstuhlmannschaft"

Denn es ist noch nicht lange her, da wurde der im Jahr 2006 gegründete Fusionsklub an so manchem Handball-Stammtisch wohl noch als "Fahrstuhl-Mannschaft" abgestempelt. Seit dem ersten Bundesliga-Aufstieg im Jahr 2011 stieg der BHC jeweils zweimal ab und wieder auf.

Der letzte Abstieg datiert aus der Saison 2016/17. Der Zweitliga-Aufenthalt blieb einjährig. Mit 70:6 Punkten dominierte der BHC das Unterhaus und meldete sich zurück in der Bundesliga.

Kleiner Kreis verantwortlich für harte Arbeit beim BHC

Vom Abstiegs-Kader 2016/17 standen diese Saison nur noch acht Spieler im 21-köpfigen Kader. Trainer Sebastian Hinze, bis vor acht Jahren noch Spieler beim BHC, hat am Erfolg nach dem personellen Umbruch großen Anteil. "Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich auch schon als Spieler taktisch sehr gut gesehen habe", gab der 40-Jährige am Sportschau-Mikrofon zu.

Das Erfolgsrezept? Simpel, erklärte Hinze: "Wir arbeiten viel. Es ist ein kleiner Kreis, der sich von morgens bis abends Gedanken um den BHC macht." Dem Team habe man damals beim Umbruch eine neue DNA eingepflanzt. Ganz offensichtlich eine kämpferische.

Patzer gegen Ludwigshafen zeigt noch Mängel auf

Denn nach dem hart erarbeiteten Sieg in letzter Sekunde gegen den TVB Stuttgart (29. Spieltag) war der Glaube an das europäische Geschäft plötzlich groß. Der BHC feierte den zwischenzeitlich sechsten Erfolg im siebten Spiel - eine beeindruckende Leistung.

Dass es dann doch nicht für Europa reichte, war unter anderem einem empfindlichen Patzer gegen das damalige Tabellenschlusslicht Ludwigshafen (22:23) geschuldet. Doch beim BHC ist man zufrieden - schließlich gibt es kommende Saison die Chance, den nächsten Entwicklungsschritt zu machen.

Stand: 11.06.2019, 12:56