Arminia Bielefeld Spieler schauen deprimiert

Teamcheck: Arminia Bielefeld und das Hoffen auf eine erfolgreiche Rückrunde

Stand: 20.01.2023, 16:58 Uhr

Die Hinrunde zum Vergessen endete für Arminia Bielefeld mit zwei Siegen zwar versöhnlich, doch für die Ostwestfalen geht es auch in der Rückrunde nur um den Kampf um den Klassenerhalt.

Mit dem 1:1 gegen RB Leipzig am letzten Bundesliga-Spieltag der vergangenen Saison war er besiegelt: Arminia Bielefelds achter Abstieg in die 2. Bundesliga. Doch damit war die Talfahrt noch längst nicht zu Ende. Die neue Saison begann desaströs.

Viel schlechter geht es kaum

Mit fünf sieglosen Partien startete der Bundesliga-Absteiger in die neue Zweitliga-Spielzeit. Ein katastrophaler Start, durch den man sich zwischenzeitlich am Tabellenende wiederfand. Die Ostwestfalen reagierten Mitte August und zogen die Handbremse. Der erst zum Saisonbeginn neu gekommene Cheftrainer Uli Forte musste nach vier Niederlagen aus den ersten vier Spielen seinen Hut nehmen.

Der ehemalige Armina Bielefeld Trainer Uli Forte

Der ehemalige Armina Bielefeld Trainer Uli Forte

Unter Nachfolger Daniel Scherning blieb die Arminia auch am 5. Spieltag sieglos. Bei Schernings Einstand auf der Trainerbank gab es ein 1:1 beim 1. FC Heidenheim. Erst bei seinem Heimdebüt auf der Bielefelder Alm am 6. Spieltag gelang gegen Eintracht Braunschweig der erste Sieg der Saison.

Jubel der Bielefeld Spieler

Jubel der Bielefeld Spieler

Doch der Mannschaft mangelte es weiter an Selbstbewusstsein. In der Offensive weitgehend zu harmlos, in der Defensive sowohl in Überzahl, als auch individuell zu anfällig. Deshalb rangiert Bielefeld im Tabellenkeller, lange war man sogar Tabellenletzter. Dass ein Absteiger schon in der Hinrunde auf eine zweistellige Zahl (zehn) an Niederlagen kam, gab es zuletzt vor 20 Jahren.

Versöhnlicher Jahresabschluß

Nach einer Hinrunde zum Vergessen endete das Jahr für Arminia Bielefeld mit zwei Siegen in Folge gegen den SC Paderborn und den 1. FC Magdeburg dann doch noch versöhnlich. Es waren die ersten beiden Siege nacheinander in dieser Saison. Nach der Hinrunde rangiert die Arminia mit 17 Punkten aus 17 Spielen auf Relegationsplatz 16, punktgleich hinter St. Pauli und vor dem 1. FC Magdeburg.

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Zwei neue Spieler für die Offensive

Großartig verstärkt hat man sich in der Winterpause nicht. Als ersten Neuzugang und als Verstärkung in der Offensive verpflichtete Bielefeld Anfang Januar den 1,92 Meter großen Torjäger Christopher Schepp. Der 22-Jährige kommt vom Regionalligisten TuS BW Lohne, für den er in 19 Spielen vor der Winterpause zwölf Treffer erzielte.

Christopher Schepp

Unter Scherning soll sich der Stürmer in Ruhe eingewöhnen: "Seine Torquote spricht absolut für ihn. Mit 1,92 Meter bringt er zudem eine gewisse Körperlichkeit mit. Er wird sich zunächst sicherlich an die Intensität und das Tempo gewöhnen müssen".

Schepp könnte perspektivisch als zweite, spielende Spitze neben Top-Stürmer Janni Serra zum Einsatz kommen. Zur Arminia hat der Neuzugang eine enge Verbundenheit: "Ich habe die Heimspiele ganz oft mit Trikot und Schal von der Süd verfolgt. Jetzt Teil der Mannschaft zu werden und einen Profivertrag zu unterschreiben, ist traumhaft."

Über eine ähnliche Statur verfügt auch der 1,90 Meter große Offensivspieler Theo Corbeanu, der von den Wolverhampton Wanderers ausgeliehen wurde. Der 20-jährige kanadische Nationalspieler, der auch den rumänischen Pass besetzt, war bislang an den FC Blackpool in der zweiten englischen Spielklasse verliehen. "Wir trauen ihm absolut zu, seine individuelle Qualität einzubringen und in unserer Mannschaft Akzente zu setzen", erklärte Scherning.

Klimowicz verlässt Arminia

Zuvor hatte die Arminia das vorzeitige Leih-Ende von Offensivspieler Mateo Klimowicz vom VfB Stuttgart bekanntgegeben. Der 22-Jährige hatte sich nicht als die erhoffte Verstärkung erwiesen und wechselte zum mexikanischen Klub Atletico de St. Luis.

Weitere Verstärkung nicht ausgeschlossen

Der seit Jahresbeginn für die Arminia tätige neue kaufmännische Geschäftsführer Christoph Wortmann will die Mannschaft weiter verstärken. "Aber nur im Bereich der Möglichkeiten, die wir haben. Unsere Motto muss es sein, aus wenig viel zu machen. Arminia ist finanziell nicht auf Rosen gebettet, das ist klar."

Schernings Rückkehr an alte Wirkungsstätte

"Ab heute wird angepackt und hart gearbeitet, um mit Arminia erfolgreich zu sein. Ich weiß, dass es eine große Aufgabe ist, aber ich gehe es mit Überzeugung, Mut und Leidenschaft an", mit diesen Worten war Daniel Scherning vor dem 5. Spieltag vom Drittligisten VfL Osnabrück gekommen, als alter Bekannter. Auf der Bielefelder Alm stand der gebürtige Paderborner in der Vergangenheit bereits als Spieler und Trainer der zweiten Mannschaft unter Vertrag. In der Saison 2013/14 führte er Arminias Reserve zur Oberliga-Meisterschaft. "Ich war immer total gerne bei Arminia. Jetzt schließt sich gewissermaßen der Kreis."

Arminia-Trainer Daniel Scherning lachend auf dem Spielfeld

Arminia-Trainer Daniel Scherning lachend auf dem Spielfeld

Verstärkung im Trainerteam

Statt den Kader weiter zu verstärken, verstärkte Scherning in der Winterpause den Trainerstab. Mit der Verpflichtung des Brasilianers Danilo de Souza vom VfL Osnabrück holte er einen langjährigen Vertrauten an seine Seite. Mit ihm hatte der Arminia-Coach bereits bis August 2022 beim VfL Osnabrück zusammengearbeitet, zuvor waren beide Co-Trainer unter Steffen Baumgart beim SC Paderborn.

Danilo de Souza kommt als Co-Trainer zu Arminia Bielefeld

Danilo de Souza kommt als Co-Trainer zu Arminia Bielefeld

Auf ausdrücklichen Wunsch von Scherning hatte sich die Arminia Anfang Januar vom bisherigen Assistenzcoach Michael Henke getrennt. "Es ist meine Entscheidung, ich wollte in meinem Trainerteam eine Veränderung."

Noch viele Fragezeichen offen

In welcher Form steigt die Arminia in die Rückrunde ein? Wenig überzeugend und offensiv viel zu harmlos präsentierte sich die Mannschaft noch Anfang Januar in der Vorbereitung. Im Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach gab es eine 0:4-Niederlage, vom Drittligisten SC Verl trennte man sich "nur" 1:1. Lediglich gegen Liga-Konkurrent Holstein Kiel gewann das Team von Daniel Scherning mit 2:1. Sein Kommentar: "Wir haben noch einiges zu tun."

Brisantes Duell zum Auftakt

Sollte das Aufarbeiten nicht gelingen, droht die Rückrunde ähnlich erfolglos zu verlaufen, wie die Hinrunde. Für Bielefeld startet sie mit einem brisanten Duell. Am 29. Januar ist Schlußlicht Sandhausen zu Gast auf der Bielefelder Alm. Ausgerechnet jenes Sandhausen, auf das die Arminia als Tabellen-16.ter nur einen Punkt Vorsprung hat. Einen Fehlstart darf sich Schernings Team nicht leisten. "Ich bin gespannt und habe hohe Erwartungen an die Jungs."