Entscheidende Wochen für Fortuna Düsseldorf und Rösler

Uwe Rösler, Trainer von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf, im Gespräch mit Angreifer Rouwen Hennings.

Entscheidende Wochen für Fortuna Düsseldorf und Rösler

Mit einem Auswärtsspiel beim heimschwachen VfL Osnabrück startet Fortuna Düsseldorf am Sonntag in die Englische Woche. Die finale Saisonphase wird wohl auch darüber entscheiden, ob Uwe Rösler Trainer bleibt.

Vor wenigen Wochen hätten nur große Optimisten Fortuna Düsseldorf noch eine realistische Chance im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga eingeräumt. Doch durch mehrere Corona-Fälle und anschließend verhängte Quarantänen bei anderen Teams ist der Spielplan durcheinander gewirbelt worden. Sollten noch mehr Fälle hinzukommen, würde die Liga unter großen Termindruck geraten.

So könnte die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler mit einem Sieg beim Tabellen-16. VfL Osnabrück (Sonntag, 13.30 Uhr), der zuletzt elf Heimspiele in Serie verlor, bestenfalls wieder bis auf vier Punkte an Platz drei heranrücken. Mit dem Tabellenvierten Holstein Kiel könnte Fortuna zudem gleichziehen, wobei die Nordddeutschen dann zwei Spiele weniger absolviert hätten.

Ohne Karaman und Hoffmann

"Wir haben drei Spiele in sieben Tagen vor uns und wollen das Beste aus dieser Woche machen", sagte Rösler auf der Pressekonferenz vor der Partie. Nach dem Spiel in Osnabrück empfängt Düsseldorf am Mittwoch den FC St. Pauli, am nächsten Samstag tritt der Klub im West-Duell beim SC Paderborn an. Die nächsten Spiele werden wohl auch über Röslers Zukunft in Düsseldorf entscheiden.

Denn sechs Spieltage vor Saisonende ist immer noch unklar, ob Rösler auch in der nächsten Spielzeit dort Trainer sein wird. Sein Vertrag läuft Ende Juni aus. "Es wird eine zeitnahe Entscheidung geben. Es gibt aber kein konkretes Datum", sagte Rösler. Klaus Allofs, Vorstand für Fußball und Entwicklung, will noch die "entscheidende Saisonphase" abwarten, bevor eine endgültige Entscheidung gefällt wird.

Viele Fakten sprechen gegen Rösler

Viele Dinge sprechen derzeit gegen eine Weiterbeschäftigung von Rösler. Nach der Übernahme der Mannschaft von Friedhelm Funkel hatte der 52-Jährige den Abstieg aus der Bundesliga in der vergangenen Saison nicht verhindern können. Dabei blieben vor allem die schlechten Leistungen in den letzten beiden Partien im Kopf. Im DFB-Pokal scheiterte Fortuna zweimal an einem Viertligisten: vergangene Spielzeit am 1. FC Saarbrücken, diese an Rot-Weiss Essen.

In der laufenden Saison wird es zudem - trotz des verzerrten Spielplans - äußerst schwierig, das offiziell ausgerufene Ziel "direkter Wiederaufstieg" noch zu erreichen. Zu oft fehlte der Mannschaft bisher die Konstanz, gewann gegen keines der Top-4-Teams und ließ gegen schwächere Teams wie Würzburg, Regensburg oder Sandhausen immer wieder Punkte liegen.

Nicht alles schlecht

Auf der anderen Seite kann man den durchwachsenen Saisonverlauf nicht nur Rösler anhängen. Wichtigster Fakt: 19 Spieler hatten den Verein nach dem Abstieg verlassen, sodass Rösler einen sehr großen Umbruch zu bewältigen hatte. Teilweise konnte Fortuna die Abgänge nicht adäquat ersetzen, teilweise blieben die Probleme aus der Vorsaison - etwa fehlende Kreativität im Mittelfeld, was schon in der Abstiegssaison ein offensichtliches Problem war.

Einer der wenigen Hoffnungsträger in diesem Bereich ist Shinta Appelkamp, der aber verletzungsbedingt öfter ausfiel. Auch die - überwiegend neu verpflichteten - Außenspieler entwickelten oft zu wenig Durchschlagskraft.

Ohne Karaman und Hoffmann

Verzichten muss Rösler am Sonntag auf Angreifer Kenan Karaman (Quarantäne) und Abwehrchef Andre Hoffmann (Sprunggelenkverletzung). Dafür stehen Youngster Appelkamp und Immanuel Iyoha wieder zur Verfügung. Dawid Kownacki, der beim 2:1-Sieg gegen Darmstadt das Siegtor erzielt hatte, gab Rösler eine Startelf-Garantie.

Stand: 16.04.2021, 18:22