Kriselnde Düsseldorfer vor Duellen mit Top-Teams unter Druck

Christian Preußer, Trainer des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf.

Kriselnde Düsseldorfer vor Duellen mit Top-Teams unter Druck

Nach fünf sieglosen Pflichtspielen in Serie hat Fortuna Düsseldorf nur zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsregion. Ausgerechnet jetzt stehen die Partien gegen die beiden Top-Teams Darmstadt und St. Pauli an.

Vor der Zweitliga-Saison herrschte bei Fortuna Düsseldorf Aufbruchstimmung. Nach der durchwachsenen Saison unter Uwe Rösler hatten die Klub-Verantwortlichen mit Christian Preußer einen jungen, modernen Trainer verpflichtet, mit dem man etwas Neues aufbauen wollte. Zu viel Druck wollte der Klub Preußer nicht machen, sodass als Saisonziel nicht der Aufstieg in die Bundesliga, sondern "oben mitspielen" ausgegeben wurde.

Fortuna muss den Blick nach unten richten

Gut viereinhalb Monate und 15 Spieltage später scheint dieses Saisonziel beinahe unerreichbar. Fortuna hat nur 16 Punkte gesammelt - halb so viele wie Spitzenreiter FC St. Pauli - und lediglich zwei Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Das Team ist seit fünf Pflichtspielen (vier Niederlagen) sieglos und muss den Blick nach unten richten: Abstiegskampf statt Aufstiegsrennen - das ist die Realität.

Und Düsseldorf muss seine Leistung dringend steigern, um nicht noch tiefer abzurutschen. Denn mit dem SV Darmstadt (Freitag, 18.30 Uhr) und St. Pauli (11. Dezember) treffen die Rheinländer in den nächsten beiden Partien auf die Top-Teams der Liga.

Trainer Preußer bekommt Rückendeckung

Noch scheint Preußer fest im Sattel zu sitzen - das betonen die Verantwortlichen immer wieder. "Wir halten auch weiter felsenfest am Trainer fest. Daran hat sich nichts geändert. Ganz bestimmt nicht aus Trotz, sondern weil wir an das Projekt glauben", hatte Vorstand Klaus Allofs nach der 0:1-Niederlage gegen Heidenheim der "Rheinischen Post" gesagt, bei der Fortuna in der Nachspielzeit ein Kontertor kassierte. Ob diese Garantien noch gelten, falls der Klub seinen Abwärtstrend fortsetzt, bleibt abzuwarten.

Die Probleme sind vielschichtig. In der Defensive leisten sich die Spieler immer wieder Aussetzer, die zu vermeidbaren Gegentoren führen. In der Offensive wirkte das Team über weite Strecken zuletzt erschreckend harmlos. Düsseldorf schlägt die meisten Flanken aller Teams in den Strafraum, doch das haben inzwischen alle Kontrahenten mitbekommen und können es leicht verteidigen - es mangelt Fortuna im Offensivdrittel an Flexibilität, Kreativität und Durchschlagskraft.

Khaled Narey, der bisher mit vier Treffern und sieben Vorlagen glänzte und am häufigsten für Torgefahr sorgte, wird von seinen Gegenspielern immer öfter gedoppelt und aus dem Spiel genommen. Mittelstürmer Rouwen Hennings ist in vorderster Linie oft mit dem Verteilen der Bälle auf die Außenpositionen beschäftigt und fehlt dann als Anspielstation im Strafraum. Phasenweise gelingt es dem Team, guten Fußball zu spielen - aber eben nur phasenweise.

Streit zwischen Klein und Pfannenstiel

Kritik gab es auch immer wieder an Sportvorstand Uwe Klein, ob der Kader richtig zusammengestellt sei. Klein lieferte sich unter der Woche eine über die Öffentlichkeit ausgetragene Schlammschlacht mit Ex-Manager Lutz Pfannenstiel um die Personalie Maduka Okoye. Dabei bezichtigte Klein Pfannenstiel der Lüge, Pfannenstiel und Okoye beschuldigten Klein der Lüge.

Stand: 01.12.2021, 22:51