Talfahrt des VfL Bochum bereitet Kopfschmerzen

VfL-Trainer Thomas Reis (2.v.l.) schlägt nach Spielende mit seinen Spielern ab

Talfahrt des VfL Bochum bereitet Kopfschmerzen

Von Julian Tilders

  • VfL Bochum wartet weiterhin auf ersten Heimsieg
  • Trainer Reis kritisiert Defensivarbeit scharf
  • Kapitän Losilla kann gefrustete Fans verstehen

Zehn Saisonspiele sind in der 2. Bundesliga gespielt - und die Zwischenbilanz sagt eine Menge aus. Zum Beispiel, dass der VfL Bochum Platz 16 belegt und in dieser Saison mit gravierenden Problemen kämpft. In der Nachspielzeit schockte der Karlsruher SC in Person von Anton Fink am Sonntag (20.10.2019) den VfL und glich noch zum 3:3 aus.

Der so bitter benötigte erste Heimsieg der Saison blieb der Mannschaft von Thomas Reis weiterhin verwehrt. Dem Trainer bereitete dabei nicht nur der Endstand der Partie Kopfschmerzen. Auf der Pressekonferenz monierte er: "Wir haben in keiner Phase des Spiels Ruhe reinbekommen und nicht gut gegen den Ball gearbeitet."

Vorne hui, hinten pfui

Die Arbeit gegen den Ball: Gerade im sogenannten "modernen" Fußball ein unabdingbarer Faktor. "Beim zweiten Gegentor müssen wir den Konter einach unterbinden, da war die Bereitschaft nicht zu 100 Prozent da, das Ding zu verteidigen", kritisierte Reis die Abwehrarbeit seines Teams scharf. Kapitän Anthony Losilla schlug in dieselbe Kerbe und attestierte: "Wir sind mental nicht bereit, um alles reinzustecken und das Spiel zu gewinnen. Das kommt auch von dieser Unsicherheit am Ball."

Schon 22 Gegentreffer musste Bochum in den zehn absolvierten Zweitliga-Partien hinnehmen. Eine schlechtere Defensivbilanz weist nur Tabellenschlusslicht Wehen Wiesbaden auf (24). Während hinten ordentlich Verbesserungsbedarf besteht, läuft es weiter vorne auf dem Feld deutlich besser - dass Bochum immerhin schon sechsmal ein Remis holte, ist der drittbesten Offensivausbeute der Liga (19 Tore) zu verdanken.

Anthony Losilla: "Zu wenig für drei Punkte gemacht"

Sportschau 20.10.2019 01:37 Min. Verfügbar bis 20.10.2020 ARD

Reis: "Fußballerisch nicht das, was ich mir vorstelle"

Gegen Karlsruhe konnte der VfL den glücklichen Spielverlauf nicht für sich nutzen. KSC-Akteur Lukas Fröde sah früh Gelb-Rot (17. Minute), zudem verwandelte Danny Blum einen Foulelfmeter nach Videobeweis (29.). Zwei Minuten später ging Bochum sogar durch Cristian Gamboa mit 3:2 in Führung.

"Dann gehst du schon in so einem Spiel, was fußballerisch mit Sicherheit nicht das ist, was ich mir vorstelle, in Führung - und dann musst du das Ding in der Nachspielzeit verteidigen und einfach mal einen dreckigen Sieg mit nach Hause nehmen", analysierte der VfL-Coach. Jetzt gelte es, "erst einmal wieder Wunden zu lecken und daran zu arbeiten, dass wir wieder ein bisschen mehr Stabilität reinbekommen."

Die VfL-Fans sind mit der Geduld jedenfalls am Ende. Sie skandierten nach Abpfiff lautstark: "Wir haben die Schnauze voll!" Losilla zeigte Verständnis: "Das gehört dazu, das können wir nur mit besseren Leistungen beantworten." Die nächste Chance dazu bietet sich Bochum am Freitag (25.10.2019, 18.30 Uhr) gegen Holstein Kiel.

Stand: 21.10.2019, 11:22