VfL Bochum: Aufstieg mit Anlauf

Jubel beim VfL Bochum

VfL Bochum: Aufstieg mit Anlauf

Von Lukas Thiele

Elf Jahre nach dem letzten Bundesliga-Abstieg ist der VfL Bochum zurück im Fußball-Oberhaus. Den Grundstein für den Erfolg legte der VfL schon in der vergangenen Saison.

Als der VfL Bochum zum letzten Mal ein Bundesliga-Spiel bestritt, war Werder Bremen noch amtierender Pokalsieger, der HSV hatte knapp den Europapokal verpasst und Edin Dzeko hatte sich vor Stefan Kießling die Torjäger-Kanone gesichert. Experten werden wissen: Das ist lange her. Mit einem 0:3 gegen Hannover 96 stieg der VfL am 8. Mai 2010 aus der Bundesliga ab.

In der kommenden Saison wird die Bundesliga-Historie des VfL Bochum fortgeschrieben. Denn mit dem 3:1 gegen den SV Sandhausen am 34. Zweitliga-Spieltag den letztlich souveränen Aufstieg eingetütet.

Thomas Reis übernimmt von Robin Dutt

Den Grundstein für den Erfolg hat der VfL aber nicht in dieser Saison gelegt, sondern bereits am 6. September 2019. An diesem Tag übernahm Trainer Thomas Reis das Ruder von Robin Dutt, als der VfL nach fünf Spielen sieglos auf Tabellenplatz 17 stand.

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Reis führte den VfL bis zum Ende der Saison noch auf Rang acht und knüpfte in der folgenden Saison beinahe nahtlos an die Vorsaison an. Auch wenn der Saisonstart mit fünf Punkten aus den ersten vier Spielen durchschnittlich verlief. Am sechsten Spieltag sprang der VfL nach einem hart erkämpften 3:2-Sieg bei den Würzburger Kickers dann zum ersten Mal auf einen Aufstiegplatz. "Wir sind im Moment ein ziemlich guter Haufen", befand Siegtorschütze Simon Zoller nach der Partie. Es war bereits sein vierter Saisontreffer.

Reis will vom Aufstieg nichts wissen

Reis war jedoch bemüht, die Euphorie in Grenzen zu halten. "Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen, denn in dieser Liga kann jeder jeden schlagen", sagte er und sollte Recht behalten. Denn schon am nächsten Spieltag kassierte der VfL eine 0:2- Niederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth und rutschte wieder auf Rang sechs ab. Tiefer sollten die Bochumer in der Saison aber nicht mehr fallen.

Stattdessen zeigte der VfL, dass er das Zeug zum Aufsteiger hat und fügte dem Hamburger SV am achten Spieltag die erste Saisonniederlage zu (3:1), gefolgt von einer 5:0-Machtdemonstration gegen Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf.

Pokalsieg gegen Mainz

Bochum war zurück auf Rang zwei, musste diesen nach zwei Niederlagen aus vier Spielen aber schnell wieder abgeben. Kurz vor Weihnachten tankten die Bochumer dann aber jede Menge Selbstvertrauen, als sie Bundesligist Mainz 05 in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit 3:0 im Elfmeterschießen besiegten. Torwart Manuel Riemann hatte in der Verlängerung die Rote Karte gesehen. Ersatzkeeper Patrick Drewes parierte im Elfemterschießen alle Mainzer Versuche. "Wir können einfach nur stolz sein", sagte Reis.

Und der Pokalerfolg beflügelte den VfL auch in der Liga. Denn zum Jahresauftakt blieben die Bochumer in den ersten fünf Partien ungeschlagen und gewannen davon vier. Nach 18 Spieltagen hatte der VfL nur einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer HSV und drei Punkte Vorsprung vor Verfolger Holstein Kiel. Erst nach einer Niederlage gegen Erzgebirge Aue am 22. Spieltag rutsche der VfL noch einmal aus den direkten Aufstiegsrängen.

Sprung an die Tabellenspitze

Das währte allerdings nur kurz. Weil die direkte Konkurrenz am 23. Spieltag patzte, setzte sich der VfL nach einem 3:0-Erfolg gegen die Würzburger Kickers zum ersten Mal in dieser Saison nach einem kompletten Spieltag an die Tabellenspitze.

Und die Tabellenführung gab der VfL nicht wieder ab und untermauerte die Spitzenposition mit Siegen gegen Greuther Fürth (2:1 am 24. Spieltag) und Holstein Kiel (2:1 am 27. Spieltag). Zwar gab es zwischenzeitlich noch eine 0:2-Heimniederlage gegen den HSV - da die Hamburger aber auf anderen Plätzen Punkte liegen ließen, wuchs der Vorsprung des VfL an der Tabellenspitze stetig.

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Dafür sorgte auch ein spektakulärer 4:3-Sieg gegen Hannover 96 am 29. Spieltag, an dem der VfL eine 3:1-Führung zu verspielen drohte und in der 90. Minute den Ausgleich kassierte. Robert Tesche traf in der Nachspielzeit aber noch zum Sieg und sicherte den Bochumern damit Big Points im Aufstiegsrennen. Ein 2:0-Sieg beim 1. FC Heidenheim vergoldete das Ergebnis gegen Hannover zusätzlich. "Es fühlt sich gerade unglaublich an", sagte Herbert Bockhorn nach der Partie. "Jetzt haben wir noch vier Endspiele vor der Brust".

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Matchball verwandelt

Am 34. Spieltag war es dann soweit: Durch ein 3:1 gegen den SV Sandhausen machte Bochum den Sprung in Deutschlands Eliteklasse perfekt. Milos Pantovic (29.), Anthony Losilla (79.) und Robert Zulj (87.) ließen die Verantwortlichen und Fans an der "Castroper Straße" jubeln. Kevin Behrens glich zwar zwischenzeitlich nach 59 Minuten aus, doch es reichte trotzdem. Der Sieg bedeutete darüber hinaus auch die Zweitliga-Meisterschaft.

In der Saison stellten die Bochumer zudem wichtige Weichen für die kommende Bundesliga-Saison. So wurde der Vertrag mit Trainer Reis Anfang Februar bis 2023 verlängert. Im Oktober wurde bereits Torhüter Manuel Riemann ebenfalls bis 2023 an den Verein gebunden, Robert Tesche bleibt bis 2022. Im März folgten dann die Geschäftsführer Ilja Kaenzig (Geschäftsführung) und Sebastian Schindzielorz (Sport).

Stand: 23.05.2021, 17:29

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