VfL Bochum - bloß kein neuer Fehlstart

Bochums Trainer Thomas Reis

Zweitliga-Teamcheck

VfL Bochum - bloß kein neuer Fehlstart

Den Start in die vergangene Zweitliga-Saison vergeigte der VfL Bochum komplett. Das soll in der kommenden Spielzeit nicht mehr passieren. Da bislang nur ein Stammspieler den Verein verließ, hofft man bei den Ruhrstädtern dank der Eingespieltheit auf eine ruhigere Saison - und besitzt durchaus Potenzial für Überraschungen.

So lief die vergangene Saison

Der VfL Bochum kam langsam aber gewaltig. Nach dem vierten Spieltag verabschiedete sich Trainer Robin Dutt. Nach einer Partie unter Interimstrainer Heiko Butscher übernahm Thomas Reis. Zu diesem Zeitpunkt lag die Mannschaft mit zwei Punkten auf Tabellenplatz 17. Auch Reis gelang bei seiner ersten Station als verantwortlicher Profi-Trainer zunächst keine dauerhafte Stabilisierung der Mannschaft. Doch der 46-Jährige behielt die Nerven und wurde belohnt. Nach der Coronapause erwiesen sich die Ruhrstädter als Senkrechtstarter: 18 Zähler aus den letzten neun Partien bescherten dem VfL am Ende Rang acht und einen äußerst versöhnlichen Saisonabschluss.

Wer kommt, wer geht?

Der VfL Bochum könnte in der kommenden Saison auch von seiner Eingespieltheit profitieren: Bislang verabschiedeten sich zwar neun Spieler von den Ruhrstädtern, allerdings war bis auf den vom FC Arsenal ausgeliehenen Verteidiger Jordi Osei-Tutu keine Stammkraft darunter. Der im Winter von Deportivo La Coruna ausgeliehene Innenverteidiger Vasilios Lampropoulos wurde fest verpflichtet.

Neu dabei sind neben Mittelfeldspieler Lars Holtkamp aus der eigenen U19 der rechte Verteidiger Herbert Bockhorn (Huddersfield Town), Rechtsaußen Tarsis Bonga (Chemnitzer FC), Linksaußen Gerrit Holtmann (1. FSV Mainz 05) und der ungarische Mittelstürmer Soma Novothny (Ujpest FC).

Allerdings könnte bis zum Ende der Transferperiode ein Fragezeichen hinter dem Verbleib von Silvere Ganvoula stehen, der immer wieder mit Bundesligisten in Verbindung gebracht wird, zuletzt mit Eintracht Frankfurt. Der Mittelstürmer steht seit 2019 im Kader der Bochumer, erzielte in 49 Spielen 18 Tore und bereitete weitere sieben Treffer vor.

Der Trainer

Thomas Reis übernahm in der vergangenen Saison den VfL Bochum als seine erste eigenverantwortliche Profistation. Zuvor hatte er unter anderem die Wolfsburger und Bochumer U19 trainiert. Auf insgesamt acht Jahre als Profi und sieben Jahre Arbeit im VfL-Nachwuchsbereich als Trainer konnte Reis vor seinem Engagement als Chefcoach zurückblicken, besitzt also quasi eine Bochumer DNA. Die Mannschaften des 46-Jährigen zeichnen sich durch Disziplin, einen klaren Plan, Mut zur Offensive und eine mannschaftliche Geschlossenheit aus. 

Die Ziele

Der VfL Bochum steht vor seiner elften Saison in Folge im Fußball-Unterhaus. Das würden sie in der Ruhrstadt gerne mal wieder ändern. Mit den finanziellen Schwergewichten der 2. Liga kann der VfL nicht mithalten, rechnet sich aber dennoch eine Chance aus, oben mitzuspielen - wenn der Saisonstart nicht wieder ähnlich vergeigt wird wie im vergangenen Jahr und der Schwung aus dem Saisonendspurt anhält. Offiziell jedoch halten sich die Bochumer bedeckt. "Alle, die träumen wollen, dürfen dies selbstverständlich auch machen. Wir bleiben realistisch. Es ist noch viel zu früh, ein Saisonziel zu benennen", erklärte Reis im "kicker".

Coronavirus wirbelt auch Bochums Planung durcheinander

Sportschau 25.08.2020 00:31 Min. Verfügbar bis 25.08.2021 ARD Von Daniela Müllenborn


Hinzu kommt die wahrlich nicht optimal verlaufene Vorbereitung: Wegen eines Corona-Befundes musste der VfL ein Kurztrainingslager ebenso absagen, wie ein Testspiel gegen den VfB Lübeck. In den bisherigen Tests zeigten die Bochumer bislang zwei Gesichter: Nach einem eindrucksvollen 3:1-Sieg über Borussia Dortmund folgte unter anderem ein lebloses 0:3 gegen den anderen Reviernachbarn Schalke 04.

red | Stand: 13.09.2020, 08:00