Technik-Chaos bei Schalkes Mitgliederversammlung

Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 in der Arena am 13.06.2021

Technik-Chaos bei Schalkes Mitgliederversammlung

Nach seiner Katastrophen-Saison hat der FC Schalke 04 wegen technischer Tücken eine chaotische Online-Mitgliederversammlung erlebt - und wichtige Entscheidungen nicht treffen können.

Gehakt hatte es bei den digitalen Abstimmungen, Testläufe schlugen fehl. So könne die die Richtigkeit der eigentlich geplanten Abstimmungen nicht gewährleistet werden, sagte Aufsichtsratschef Jens Buchta, der die Versammlung am Sonntag leitete und schließlich abbrach. Der Verein bat um Entschuldigung für die Probleme. Wie es weitergeht, ist noch offen.

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Die technischen Pannen sorgten bei den zuletzt arg leidgeprüften Fans für Unmut, den sie auch in den sozialen Medien äußerten. Der finanziell angeschlagene Verein war in der abgelaufenen Saison abgeschlagen als Tabellenletzter aus der Bundesliga abgestiegen.

Als Buchta den Abbruch ankündigte, waren seit dem Start um 9.04 Uhr schon fast vier Stunden verstrichen. In dieser Zeit wurden unter anderem die Berichte der Gremien durchgeführt. Es gab aber auch zwei längere Unterbrechungen wegen der Technik-Probleme.

Nur digitale Teilnahme möglich

Schalkes Aufsichtsratschef Jens Buchta bei der Mitgliederversammlung am 13.06.2021

Schalkes Aufsichtsratschef Jens Buchta

Die Veranstaltung wurde für die Mitglieder aus der Schalker Arena via Livestream übertragen, da vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie nur eine digitale Teilnahme möglich war. Eigentlich sollten am Sonntag auch Mitglieder des Aufsichtsrats gewählt werden. Das ist auch wichtig, weil Buchta am Donnerstag seinem Rückzug aus dem Gremium angekündigt hatte. Nach der Mitgliederversammlung sollte der neue Aufsichtsratschef gekürt werden.

Nachdem Buchta den Abbruch verkündet hatte, war die Veranstaltung noch nicht zu Ende. Mitglieder konnten ihre Fragen und Kritik zu den Berichten der Gremien äußern.

Die Gremien-Vertreter nutzten ihre Beiträge, um Fehler einzuräumen und die Mitglieder auf eine schwierige Zukunft einzustimmen. So könne die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga nicht versprochen werden, sagte Sportvorstand Peter Knäbel: "Ein Spaziergang wird das sicher nicht." Was er hingegen verspreche sei eine Mannschaft, die mit "totaler Hingabe" spiele.

Einnahmen sinken um 80 Millionen Euro

Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers sagte zur finanziellen Situation des Clubs: "Wir haben die Lage im Griff, aber gut ist sie wirklich nicht." Allein durch den Abstieg sinken die jährlichen Einnahmen des Clubs um rund 80 Millionen Euro, sagte sie. Große Sprünge seien vorerst nicht möglich. Laut Anfang April präsentierten Geschäftszahlen hat der Club Verbindlichkeiten von 217 Millionen.

Stand: 13.06.2021, 15:42