Schalke 04 - die Zweifel an Grammozis sind wieder da

Schalkes Trainer Grammozis

Schalke 04 - die Zweifel an Grammozis sind wieder da

Von Jörg Strohschein

Der FC Schalke 04 hat sein Aufstiegsziel vor Augen und trotzdem wächst die Kritik an Trainer Dimitrios Grammozis. Die spielerischen Leistungen und die jüngsten sportlichen Rückschläge sorgen für Unzufriedenheit.

Am Sonntag (7.11.2021) kommt die Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga in die Schalker Arena: Darmstadt 98 reitet derzeit auf einer Erfolgswelle. Mit zehn Punkten aus vier Partien im Monat Oktober sind die Hessen das erfolgreichste Zweitliga-Team in diesem Zeitraum. Wohl nicht gerade der beste Zeitpunkt für die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis, die gerade zwei unerfreuliche Rückschläge zu verkraften hatte.

Magere spielerische Leistungen

Das Pokal-Aus gegen Drittligist 1860 München und die Niederlage beim 1.FC Heidenheim (jeweils 0:1) haben Zweifel aufkommen lassen - nicht zuletzt an Grammozis. Gerade die Pokal-Pleite, bei der der Schalke-Coach einige Stammspieler schonte und dadurch die Niederlage hauptsächlich zu verantworten hatte, brachte den 43-Jährigen Kritik ein. Aber auch die mageren spielerischen Leistungen - zuletzt gegen Heidenheim hatten sich die Schalker keine Torchance erarbeitet - werden nicht nur von den Anhängern seit längerer Zeit bereits argwöhnisch beäugt.

"Man kann nicht glauben, dass man einfach durch die Liga marschiert", sagte Grammozis am Freitag. "Wir müssen nach vorne schauen. Es hilft uns nichts, lange rumzuheulen."

Hemmt Simon Terodde der Tor-Rekord?

"Man kann kritisch sein, ohne das große Ganze in Frage zu stellen. Wir müssen kritisch bleiben, aber dabei die Ruhe behalten", sagt Rouven Schröder. Schalkes Sportdirektor will eine Trainerdiskussion vermeiden und lieber den Fokus auf die gemeinschaftliche Verantwortung von Mannschaft und Trainer legen. Da trifft es sich gerade äußerst ungünstig, dass der bisherige Erfolgsgarant Simon Terodde derzeit nicht mehr trifft.

Elf Tore und zwei Vorlagen sind ihm in dieser Spielzeit bereits gelungen, gleichzeitig hat er den langjährigen Zweitligarekord von Dieter Schatzschneider von 153 Toren eingestellt. Doch seitdem hat er seit vier Pflichtspielen nicht mehr getroffen. Die Chance, sich den alleinigen Rekord zu sichern, scheint den 33-Jährigen derzeit zu hemmen.

"Natürlich wäre es schön, wenn diese Diskussion ums Rekord-Tor mal vorbei wäre", sagt Grammozis. Ist der nächste Treffer erst einmal gefallen und der Rekord neu vergeben, so die Hoffnung, geht dem Angreifer wieder alles viel leichter und unbeschwerter vom Fuß. Denn die Abhängigkeit Schalkes von Terodde ist frappierend.

Grammozis' Vertrag läuft aus

Die Schalker sind derzeit Dritter der Zweitliga-Tabelle, haben ihr Aufstiegs-Ziel nach über einem Drittel der Saison in Sichtweite. Aber Schröder sind die Defizite im Schalker Spiel natürlich nicht entgangen. Und die aufkommenden Zweifel ebenfalls nicht. Am Saisonende läuft der Vertrag von Grammozis aus. Die finanziell äußerst klammen Schalker können sich eine vorzeitige Trennung ohnehin kaum leisten.

Ob es mit Grammozis aber über diesen Zeitpunkt weitergehen wird, wird sich wohl bis zum Abschluss der Rückrunde klären. Ein Sieg gegen die Darmstädter würde dem Coach jedenfalls neue Argumente für eine Weiterbeschäftigung liefern. "Wir reden nicht über den Trainer. Wir reden zusammen", sagt Schröder.

Schwache Schalker patzen im Heidenheimer Nebel Sportschau 01.11.2021 10:36 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste

Stand: 05.11.2021, 15:52