Teamcheck: SC Paderborn - Zwischen Aufstiegsrennen und Niemandsland

Der SC Paderborn bejubelt den Treffer zum 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim

Fußball | 2. Bundesliga

Teamcheck: SC Paderborn - Zwischen Aufstiegsrennen und Niemandsland

Von Jakob Halbfas

Paderborns Trainer Lukas Kwasniok kann mit der Hinrunde seiner Mannschaft zufrieden sein. Mit drei Punkten Rückstand auf Rang drei hat der SCP noch alle Möglichkeiten, in das Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga einzugreifen. Allerdings trübt das aktuelle Formtief die Stimmung.

Nach dem Abgang von Ex-Coach Steffen Baumgart und zahlreicher Leistungsträger gab es bei Fußball-Zweitligist SC Paderborn zu Beginn der Saison viele Fragezeichen. In Lukas Kwasniok wurde ein Trainer gefunden, der die große Lücke schnell schließen konnte.

So lief die Hinrunde

Mit den ersten gespielten 18 Partien kann der SC Paderborn grundsätzlich zufrieden sein. Zwar liegen die Ostwestfalen rein tabellarisch betrachtet mit Platz neun im Niemandsland der Tabelle und haben das zwischenzeitlich erklärte 30-Punkte-Ziel verpasst.

Aber: Der Abstand auf Relegationsrang drei, den derzeit der Hamburger SV belegt, beträgt nur drei Zähler. In der Hinrunde hat der SCP sogar mehr Punkte eingefahren als in den beiden Aufstiegssaisons 2018/19 (25 Punkte) und 2013/14 (23).

Dabei lief der Start von Lukas Kwasniok als neuer SCP-Trainer zunächst etwas holprig. Auf zwei Remis in den ersten beiden Ligaspielen folgte das Pokalaus in der ersten Runde gegen Dynamo Dresden.

Nach diesem ersten großen Dämpfer kam die Paderborner Offensive in der Liga dann aber so richtig ins Rollen. Nach dem ersten Saisonsieg gegen Werder Bremen (4:1) folgte ein 3:1-Sieg gegen den FC St. Pauli und die geglückte Revanche gegen Dresden (3:0), die Paderborn auf Tabellenplatz zwei beförderte.

Unterbrochen wurde diese Siegesserie von der Länderspielpause Anfang September. Anschließend lief es durchwachsen. Sieg und Niederlage wechselten sich ab. Das Zwischenresultat: Sieben Punkte aus sechs Spielen.

Spielszene aus dem Spiel Karlsruher SC gegen den SC Paderborn

Sven Michel (m.) bejubelt den Treffer zum 2:0

Am 12. Spieltag schoss Sven Michel, der mit 31 Jahren und schon 13 Saisontoren seine beste Saison im SCP-Dress spielt, die Ostwestfalen mit einem Hattrick nahezu im Alleingang zum 4:2-Sieg gegen den Karlsruher SC. Nach dem anschließenden Heimerfolg gegen Ingolstadt sprang Paderborn auf den dritten Rang und hatte nur zwei Zähler Rückstand auf Rang eins.

Es folgte die schwächste Phase unter Lukas Kwasniok. Nach drei Unentschieden am Stück verlor Paderborn die letzten beiden Spiele im Jahr 2021. "Wir müssen uns eingestehen, dass wir noch Arbeit vor uns haben, um auch gegen diese absoluten Topmannschaften bestehen zu können", sagte Kwasniok nach der Niederlage gegen Heidenheim.

Die Winterpause kam für Paderborn zur richtigen Zeit. "Wenn du gerade nicht so erfolgreich bist, tut so eine Pause erst recht ganz gut", empfand der Coach. Die Pause hat Kwasniok genutzt, um "sachlich zu analysieren, wo wir an Substanz dazugewinnen können."

Paderborns Team und Trainer Lukas Kwasniok "hat etwas gefehlt"

Sportschau 18.12.2021 03:11 Min. Verfügbar bis 18.12.2022 ARD


Vor allem in der Offensive haperte es in Richtung Jahreswechsel. In den letzten fünf Spielen des Jahres erzielte Paderborn magere drei Treffer - kassierte jedoch auch nur fünf Tore. Auf die defensive Stabilität ist in dieser Saison Verlass. Mit 21 Gegentoren stellt Paderborn neben Nürnberg die drittbeste Abwehr der Liga.

Wer kommt, wer geht

In der aktuellen Saison stand Jannik Huth bislang in allen Meisterschaftsspielen zwischen den Pfosten des SC Paderborn.

Paderborns Torhüter Jannik Huth

Das ist auch ein Verdienst von Torwart Jannik Huth. Kurz vor Weihnachten machte sich der SCP selbst und seinem Keeper ein Geschenk und verlängerte den Vertrag mit Huth um zwei weitere Jahre bis 2024. Der 27-Jährige ist seit Anfang der Saison die neue Nummer Eins und konnte bislang auf ganzer Linie überzeugen.

Kein anderer Torwart in der 2. Liga wehrte in den ersten 18 Saisonspielen mehr Schüsse ab (85). "Er strahlt Ruhe aus und ist fußballerisch ein überdurchschnittlicher Torwart mit Spielmacher-Qualitäten", sagte Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth.

Kurz nach dem Jahreswechsel verkündeten die Ostwestfalen die erste Verpflichtung des Jahres. Der 23-Jährige Florent Muslija kommt von Ligakonkurrent Hannover 96 und soll die Offensive beleben. "Florent ist ein Spielgestalter, der über Erfahrung in der Bundesliga und der 2. Bundesliga verfügt", sagte Wohlgemuth.

Sein Bundesligadebüt gab Muslija bereits mit 20 Jahren. In der Saison 2018/19 absolvierte der kosovarische Nationalspieler 17 Partien im Liga-Oberhaus. Nach dem Abstieg wuchs Muslija in der 2. Bundesliga bei Hannover zu einer festen Größe heran.

Beendet wurde die Leihe von Fabrice Hartmann. Nach nur zwei Kurzeinsätzen beim SCP, kehrt Hartmann vorzeitig zum Bundesligisten RB Leipzig zurück.

Stand: 06.01.2022, 10:40

RangTeamSP
1.SV Darmstadt 982039
2.FC St. Pauli2037
3.Werder Bremen2035
4.FC Schalke 042034
5.Hamburger SV2034
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16.SV Sandhausen1917
17.Erzgebirge Aue2015
18.FC Ingolstadt 042010