SC Paderborn: Kwasniok will "eigene Spuren" hinterlassen

Saarbrückens Trainer Lukas Kwasniok gestikuliert im Spiel gegen Zwickau

SC Paderborn: Kwasniok will "eigene Spuren" hinterlassen

Von Lukas Thiele

Zweitligist SC Paderborn hat Lukas Kwasniok offiziell als Nachfolger von Trainer Steffen Baumgart vorgestellt. Der 39-Jährige ähnelt Baumgart in vielen Bereichen, soll aber keine Kopie sein.

Fabian Wohlgemuth war gleich aus zwei Gründen in einer für die Fußballbranche und den SC Paderborn ungewohnten Situation. Seit Mitte April war klar, dass der Geschäftsführer Sport des SCP einen neuen Trainer verpflichten musste. Aber etwa nicht, weil sich der Verein in einer sportlichen Krise befand, sondern weil Trainer Steffen Baumgart freiwillig nach vier erfolgreichen Jahren seinen Hut nahm. Zudem stand für Paderborner Verhältnisse nach sieben Auf- und Abstiegen in Folge ungewohnt früh fest, in welcher Liga der SCP in der kommenden Saison spielt.

Wohlgemuth hatte also Zeit und Planungssicherheit, um "die richtige Lösung zu finden", wie er am Montag (01.06.2021) sagte. Und diese Lösung heißt Lukas Kwasniok. Der 39-Jährige hat in der abgelaufenen Saison den 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga trainiert und den Aufsteiger auf einen beachtlichen fünften Platz geführt.

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Wohlgemuth: "Wollten keine Baumgart-Kopie"

Kwasniok steht für Authentizität, Geradlinigkeit, Leidenschaft und Powerfußball. Nicht nur Paderborner Kennern dürfte das bekannt vorkommen, denn all diese Attribute treffen auch auf Steffen Baumgart zu. Wohlgemuth machte bei der offiziellen Vorstellung Kwasnioks am Montag jedoch deutlich, dass er keine Baumgart-Kopie finde wollte. "Dennoch war es uns wichtig, dass der neue Cheftrainer gewisse Anknüpfungspunkte an das sportliche Vermächtnis von Steffen Baumgart finden wird."

Auch Kwasniok äußerte sich zu den Baumgart-Vergleichen, die unweigerlich kommen werden. "Ich weiß, dass diese Ähnlichkeit gegeben ist. Aber wir sind nicht die einzigen beiden auf dem Trainermarkt, die so ticken. Es ist jetzt bewusst von Vereinsseite so gewählt worden, dass ich ihm ähnele. Und das ist auch völlig in Ordnung. Ich sehe das nicht als Last, sondern bin so, wie ich bin. Und wir werden das ein oder andere im zwischenmenschlichen Umgang oder in den taktischen Inhalten doch anders machen."

Kwasniok erhält in Paderborn einen Vertrag bis 2023

Sportschau 17.05.2021 Verfügbar bis 17.05.2022 ARD Von Luise Kropff


Kwasniok: "Wir können nicht immer jagen"

Baumgart habe "ein tolles Fundament geschaffen", sagte Kwasniok. Er wolle nun aber "seine eigenen Spuren" hinterlassen. So möchte er etwa mehr Pragmatismus in die offensive Spielweise einfließen lassen. "Wir können nicht immer jagen, sondern müssen den richtigen Moment für das richtige Timing finden", so Kwasniok. Eines soll aber feststehen: "Es muss ekling sein, gegen den SC Paderborn zu spielen."

Ein Saisonziel wollte Kwasniok noch nicht nennen. Zum einen aufgrund der "qualitativ wahnsinnig hochwertigen zweiten Liga". Zum anderen sei der Kader noch zu "löchrig". Nach dem Abgang von Kapitän Sebastian Schonlau besteht vor allem in der Innenverteidigung noch Handlungsbedarf. Unklar ist zudem, was mit Senkrechtstarter Chris Führich passiert. Der SCP hat die Kaufoption für den Außenstürmer zwar gezogen. Ob er aber für den SCP auflaufen wird, oder weiterverkauft wird, ist noch nicht klar. Kwansiok umschrieb die Personalie so: "Im Fußball ist nichts sicher. Außer die Kritik nach Niederlagen."

Stand: 01.06.2021, 12:21