Christian Preußer, Trainer des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf.

Fußball | 2. Bundesliga

Teamcheck Fortuna Düsseldorf: Weit hinter den eigenen Ansprüchen

Stand: 09.01.2022, 07:00 Uhr

Teil 2/2 - Der Trainer und Erwartungen an die Rückrunde

Von Nico Karrasch

Der Trainer

Mit der Verpflichtung von Christian Preußer hat Fortuna Düsseldorf Mut bewiesen. Obwohl Namen wie Miroslav Klose und Mark van Bommel durch die Medien geisterten, entschieden sich die Verantwortlichen für Preußer. Der 37-Jährige hat unter anderem beim SC Freiburg II gezeigt, dass er Spieler und Mannschaften weiterentwickeln kann, verfügte jedoch als Cheftrainer über keine Erfahrung im Profifußball.

Christian Preußer.

Christian Preußer.

In Laufe der Hinrunde stärkten Vorstand und Aufsichtsrat Preußer den Rücken. Doch neben der Mannschaft stand auch Preußer in der Kritik. Von seinem präferierten Spielstil mit hohem Pressing rückte er immer wieder ab, weil Fortuna sich leicht überspielen ließ und es dann oft lichterloh in der Abwehr brannte.

Mal spielte er mit Viererkette, mal mit Dreierkette - auch, weil Preußer aufgrund der personellen Situation regelmäßig improvisieren musste. Zudem wurde die mangelnde Flexibilität im Angriffsspiel kritisiert, durch das die Düsseldorfer vor den gegnerischen Toren harmlos agierten.

Im Laufe der Hinrunde fragten sich immer mehr Beobachter, was für eine Spielidee Fortuna denn inzwischen verfolgt. "Ich warte darauf, dass ich erkennen kann, was Fortuna eigentlich spielen will. Soll es begeisternder Offensivfußball sein? Hohes Pressing? Oder doch etwas ganz Anderes?" fragte etwa der langjährige Fortuna-Coach Norbert Meier in einer Kolumne für die "Rheinische Post".

Nach der Winterpause steht Preußer unter Druck. Er muss die Mannschaft wieder in die Spur bringen und zeigen, dass er sie weiterentwickeln kann - um dann in der nächsten Saison wieder ernsthaft eine Chance zu haben, um den Aufstieg mitzuspielen. Sollte die Talfahrt weiter gehen, wird es eng für Preußer.

Erwartungen an die Rückrunde

Nach der Hinrunde ist das zu Saisonbeginn ausgegebene Ziel "oben mitspielen" kaum noch zu erreichen. Das Spitzenduo FC St. Pauli und SV Darmstadt hat jetzt schon 16 beziehungsweise 15 Punkte mehr auf dem Konto als Düsseldorf (20). Ganz im Gegenteil: Oberste Priorität wird es sein, am Ende nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben.

Klaus Allofs.

Klaus Allofs.

"Wir müssen nach und nach besseren Fußball spielen, Spieler weiterentwickeln, die Mannschaft verbessern. Unsere Erwartungshaltung ist ganz klar, dass wir uns schnell in sichere Gefilde in der Tabelle begeben", sagte Vorstand Klaus Allofs.

Um das zu schaffen, muss Fortuna ihre Defensive stabilisieren und torgefährlicher werden. Trainer Preußer muss ein Spielsystem etablieren, dass zur Mannschaft passt und ihr Sicherheit gibt. Helfen könnte ihm dabei, dass er beim Start in die Rest-Rückrunde wieder mehr Personal zur Verfügung hat - ob durch überstandene Verletzungen oder auch durch Neuzugänge.

Fortuna Düsseldorf startet am 15. Januar mit einem Auswärtsspiel bei Werder Bremen ins neue Jahr. Unklar ist aktuell mit welchem Kader die Fortuna bei Werder auflaufen wird. Am Samstag vermeldete der Verein den sechsten Corona-Fall in der Mannschaft. Demnach wurden Edgar Prib, Tim Oberdorf, Florian Hartherz, Emmanuel Iyoha, Felix Klaus und Raphael Wolf positiv getestet.