Fortuna Düsseldorf - die erstaunliche Verwandlung

Düsseldorfs Kenan Karaman trifft per Kopf zum 0:2 und jubelt

Fortuna Düsseldorf - die erstaunliche Verwandlung

Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf mischt nach schwachem Saisonstart plötzlich mit im Aufstiegsrennen der 2. Liga. Am Freitag steht ein Topspiel an.

Reiner Calmund hat den entscheidenden Faktor, der Fortuna Düsseldorf zurück in die Bundesliga führen könnte, längst ausgemacht: Klaus Allofs. "Gratulation an Fortuna, dass man den geborenen Düsseldorfer Jong wieder zurückgeholt hat", betonte Calmund jüngst in einem Interview mit dem "Express". "Ich bin überzeugt, dass er mit seiner ruhigen und besonnenen Teamarbeit die Fortuna wieder zurück in die Bundesliga führen kann", so der 72-Jährige.

Mancher mag über Zufall reden, aber Fakt ist: Seit Allofs zur Fortuna zurückgekehrt und in den Vorstand des Klubs berufen worden ist, läuft's bei den Düsseldorfern. Nach eher schwachem Saisonstart, als man auch in der Zweiten Liga gleich wieder in den unteren Tabellenregionen herumdümpelte, geht seit Wochen alles viel besser: In den zurückliegenden sieben Liga-Partien holten die Fortunen sechs Siege. Jetzt wollen sie ihre positive Bilanz mit dem nächsten Erfolg im Heimspiel am Freitag (22.01.21) gegen Greuther Fürth ausbauen. Es ist die Verwandlung von einem Krisenklub zum Team der Stunde.

Ziel Wiederaufstieg steht seit Saisonbeginn

Dabei hat Allofs selbst seit Saisonbeginn schon das Ziel Bundesliga-Aufstieg im Kopf: "Wir haben lange überlegt, welches Saisonziel wir ausgeben sollen. Auch wenn einige der Jungs das zu dem Zeitpunkt vielleicht noch nicht unbedingt so gesehen haben, waren wir der Ansicht, dass die Mannschaft das Potenzial zum Aufstieg hat. Das beweist sie in den letzten Wochen", betonte der Sportvorstand jüngst ebenfalls in einem Express-Interview.

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Neue Hierarchie im Team

Größtes Faustpfand ist im Team dabei offenbar die neue personelle Zusammenstellung nach dem Abstieg und die damit neu installierte Hierarchie. Altgediente wie Kaan Ayhan, Kevin Stöger oder Niko Gießelmann verließen den Klub, Neue wie Linksaußen Kristoffer Peterson oder Innenverteidiger Kevin Danso sprangen in die Bresche. Zudem übernahmen Eckpfeiler wie zum Beispiel Angreifer Kenan Karaman mehr Verantwortung.

Dementsprechend möchte man bei der Fortuna in Sachen Verstärkungen bis Ende Januar auch vorsichtig agieren, um keine entstandenen Strukturen zu zerstören. "Wir sind in einer ganz guten finanziellen Situation und beobachten den Markt sehr intensiv. Wir wollen aber vorsichtig agieren, um den entstandenen Teamgeist nicht gleich wieder durcheinander zu bringen", sagte Allofs.

TV-Gelder verschaffen Wettbewerbsvorteil

Trotz Coronakrise steht Fortuna wirtschaftlich gut da, was auch mit den erhöhten TV-Geldern zusammenhängt, die der Klub aufgrund seiner letzten Bundesligaspielzeiten erhält. Genau dies setzt die Fortuna in Sachen Wiederaufstieg aber auch unter zeitlichen Druck, was Vorstand Thomas Röttgermann zu bedenken gibt: "Nächste Saison würde es erheblich schwerer werden. Wir hätten weniger TV-Geld, weil wir jetzt noch von den Platzierungen der vergangenen Erstligasaisons profitieren. Wir müssten also schauen, anderweitig Geld zu verdienen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben und unser Ziel Bundesliga zu erreichen."

Trainer Uwe Rösler sieht seine Mannschaft bei der angepeilten Rückkehr in die Fußball-Bundesliga ebenfalls auf einem guten Weg. "Inzwischen haben wir eine gewisse Hierarchie und Stabilität im Team. Die Mannschaft ist gewachsen und agiert auch reifer als am Anfang der Saison. Das ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass wir weniger Karten und Elfmeter gegen uns bekommen", sagte Rösler am Mittwoch.

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Topspiel gegen Fürth am Freitag

Vor dem Abschluss der Hinrunde rangiert die Fortuna auf Relegationsplatz drei, Fürth folgt mit zwei Punkten Rückstand auf dem fünften Rang. "Die Partie am Freitag wird wieder ein Gradmesser. Wir werden gegen eine starke Fürther Mannschaft eine richtig gute Leistung brauchen", erklärte Rösler am Mittwoch. Bereits am kommenden Dienstag kommt mit Tabellenführer Hamburger SV der nächste anspruchsvolle Herausforderer zum Rückrundenauftakt nach Düsseldorf. "Die volle Konzentration gilt dem Fürth-Spiel. Dann schauen wir auf den HSV", meinte Rösler.

oja/sid | Stand: 21.01.2021, 12:29