Fortuna-Sportchef Allofs: Bekenntnis zu Trainer Preußer mit Einschränkungen

Stand: 23.01.2022, 12:55 Uhr

Fortuna Düsseldorfs Sportchef Klaus Allofs schenkt Trainer Christian Preußer weiterhin das Vertrauen, wenn auch nicht uneingeschränkt. Im WDR-Gespräch sprach er von einem "Rückschritt" in der Teamentwicklung, bittet aber um Geduld.

Nur ein Sieg aus den vergangenen zehn Pflichtspielen, in der Rückrunde noch kein Tor geschweige dann Punkt: Fortuna Düsseldorf befindet sich mitten im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Nur noch drei Zähler trennen den Klub noch vom Relegationsplatz 16, es droht der Absturz in die Drittklassigkeit.

Fortunas Sportchef Klaus Allofs hatte nach der jüngsten Niederlage gegen Nürnberg (0:1) am Freitag am ARD-Mikrofon Mutmaßungen verneint, die Partie sei ein Endspiel für Trainer Christian Preußer gewesen: "Ich habe gesagt, Christian Preußer ist fürs Nürnberg-Spiel ganz sicher unser Trainer. Und alle weiteren Treueschwüre für die Ewigkeit im Fußball, glaube ich, die sind nicht realistisch."

Im Gespräch mit dem WDR äußerte sich Allofs am Sonntag ähnlich: "Natürlich gibt es Diskussionen und das ist auch ganz normal. Ich will auch gar nicht rumeiern", so Allofs, "ich hab vor dem letzten Nürnberg-Spiel gesagt 'Christian Preußer ist unser Trainer'. Und er ist auch heute unser Trainer. Es gibt auch gar keinen Grund das zeitlich zu begrenzen.  Ich glaube, diese Einschränkung müssen wir gar nicht vornehmen. Die Aussage glaube ich, reicht  aus. Preußer ist unser Trainer. Und wir versuchen aus dieser sportlichen sehr schwierigen Situation gemeinsam rauszukommen."

Fortunas Sportchef Klaus Allofs: "Rückschritt in Entwicklung der Mannschaft" Sportschau 23.01.2022 06:42 Min. Verfügbar bis 23.01.2023 Das Erste

"So, wie wir es jetzt sagen ist es ein klares Bekenntnis zu Christian und die Hoffnung damit verbunden, dass wir schnell wieder positive Ergebnisse erzielen." Einschränkungen wie etwa 'Zum Kiel-Spiel ist er unser Trainer' müsse man nicht machen, man müsse die Entwicklung anschauen. Doch das Vertrauen ist nicht uneingeschränkt: "Es ist insbesondere meine und die Aufgabe der anderen Verantwortlichen das immer wieder neu zu bewerten und zu sehen, gilt diese Einschätzung, die wir jetzt vornehmen, auch noch in einiger Zeit".

"Dass es jetzt so holprig wird, hatten wir nicht erwartet"

Der ehemalige Bundesligaprofi bittet um Geduld: "Mit der Entscheidung für Christian Preußer sind wir einen bewussten Schritt gegangen. Wir wussten, dass Christian nicht zu den alten Haudegen in der Liga gehört, aber ein sehr hoffnungsvoller, junger Trainer ist. Wenn man sich dazu entscheidet, dann weiß man auch, dass es durchaus mal holprig sein kann. Dass es jetzt so holprig wird, das haben wir nicht erwartet. Aber wir wissen auch, dass wir Geduld aufbringen müssen."

Allofs: "Ganz offen ausgesprochen, da wir jetzt da stehen, das ist ein Rückschritt."

Kritisch bewertet er jedoch die Entwicklung des Teams: "Ganz offen ausgesprochen, da wir jetzt da stehen, das ist ein Rückschritt. Das muss man einfach sagen. Die Entwicklung der Mannschaft, der einzelne Spieler, das ist in dieser Saison noch nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben." Doch der Glaube an das Team und den Coach scheint noch nicht verschwunden: "Wir sind davon Überzeugt, dass dieses Potenzial in der Mannschaft steckt und das vor allem der Trainer das Potenzial hat, dieser Potenzial zu wecken."

Unter dem Strich sprach Allofs zwar von einem "klaren Bekenntnis" zu Preußer. Auf mehrfache Nachfrage des WDR, ob der Trainer auch nach der Länderspielpause in der Partie bei Holstein Kiel (6. Februar, 13.30 Uhr) an der Seitenlinie stehen werde, wich der Sportchef aus.