Der Weg des 1. FC Köln zurück in die Bundesliga

Der Weg des 1. FC Köln zurück in die Bundesliga

Der Weg des 1. FC Köln zurück in die Bundesliga

Szene aus der Aufstiegssaison des 1. FC Köln 2018/19

Nach dem 1:1 im ersten Heimspiel gegen Union Berlin am 2. Spieltag schwant vielen, dass die Rückkehr des 1. FC Köln in die Bundesliga kein Selbstläufer wird. Die Kölner mussten nach dem Arbeitssieg in Bochum (2:0) zum Saisonauftakt und dem Remis gegen Berlin erkennen, wie steinig der Weg zum direkten Wiederaufstieg werden kann.

Nach dem 1:1 im ersten Heimspiel gegen Union Berlin am 2. Spieltag schwant vielen, dass die Rückkehr des 1. FC Köln in die Bundesliga kein Selbstläufer wird. Die Kölner mussten nach dem Arbeitssieg in Bochum (2:0) zum Saisonauftakt und dem Remis gegen Berlin erkennen, wie steinig der Weg zum direkten Wiederaufstieg werden kann.

Erstmals Tabellenführer war der FC nach dem ersten Heimsieg der Saison gegen Erzgebirge Aue am 3. Spieltag. Für das 3:1 zeigte sich fast im Alleingang Torjäger Simon Terodde verantwortlich, der alle Kölner Treffer erzielte. Köln beherrschte über 90 Minuten die Partie, schaffte es aber nur selten, die starke Defensive der Auer zu durchbrechen. Terodde machte den Unterschied.

Fünf Gegentore auf eigenem Rasen: Mit einem Sieg am 5. Spieltag gegen den SC Paderborn hätten die Rheinländer den besten Zweitliga-Auftakt ihrer Vereinsgeschichte hinlegen können. Stattdessen setzte es in heimischer Arena eine 3:5-Niederlage gegen den überraschend selbtsbewusst auftretenden Aufsteiger aus Ostwestfalen. Damit war die Tabellenführung erst einmal wieder futsch.

Wieder Erster waren die Kölner aber nur einen Spieltag später nach einem 2:0-Auswärtssieg in Sandhausen. Es folgten mit dem 2:1 gegen Ingolstadt und dem 3:1 bei Arminia Bielefeld zwei weitere Siege. Die "Geißböcke" schienen endlich auf dem richtigen Weg in Richtung Oberhause zu sein.

Doch dann schwächelte die Truppe von Trainer Markus Anfang. Das 0:1 beim Hamburger SV am 12. Spieltag bedeutete nicht nur das vierte Spiel in Folge ohne Sieg, sondern gleichfalls den Verlust der Tabellenführung an die Norddeutschen. Die Kölner waren plötzlich nur noch Dritter.

Mit einem 8:1 gegen Dynamo Dresden ballerte sich Köln den Ärger über die vier schlechten Spiele zuvor von der Seele. Dem vielumjubelten Kantersieg sollten weitere folgen. In Darmstadt (3:0), gegen Fürth (4:0), in Regensburg (4:0) und gegen Magdeburg (3:0) waren die Rheinländer richtig in Torlaune.

Mieser Rückrundenstart: Kaum zu erklären dann der Einbruch zum Rückrundenstart Ende 2018, Anfang 2019. Von den ersten vier Partien gewannen die Kölner lediglich eine (4:1 gegen den FC St. Pauli), während das Heimspiel gegen Bochum (2:3) sowie die beiden Gastspiele bei Union Berlin (0:2) und beim SC Paderborn (2:3) verloren gingen. Drei Niederlagen - so viele hatte der FC in der gesamten Hinrunde kassiert. Das Ziel Aufstieg geriet scheinbar wieder in Gefahr. Nach dem 22. Spieltag lag Köln mit fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter HSV und nur einen Zähler vor Heidenheim auf Rang drei.

Rückkehrer Anthony Modeste war es zu verdanken, dass es im fünften Spiel der Rückrunde die Wende kam. Gegen den SV Sandhausen sah es daheim lange nicht gut aus. Den Halbzeitrückstand konnte Dominick Drexler ausgleichen. Bis zwölf Minuten vor dem Ende war Köln zwar überlegen, machte aber nichts daraus. Dann wurde Rückkehrer Anthony Modeste eingewechselt, und wie im schönsten Fußball-Märchen traf der Franzose noch zweimal (83./90.+5) und sorgte für ein 3:1-Happyend.

Mit diesem Sieg läuteten die Kölner die entscheidende Phase ihrer Saison ein. Es folgten fünf Siege, mit denen sich das Team um Kapitän Jonas Hector entscheidend von der Konkurrenz absetzte. Nach dem 1:0 im Nachholspiel in Aue grüßte der FC wieder von der Tabellenspitze. Dem 2:1 in Ingolstadt folgten mit dem 5:1 gegen Arminia Bielefeld und dem 4:0 gegen Holstein Kiel zwei deutliche Erfolge.

Noch keine Vorentscheidung im Spitzenduell: Nach dem 2:0 in Heidenheim und dem 4:4 bei Kellerkind Duisburg betrug der Vorsprung auf den Relegationsplatz vor dem Spitzenspiel gegen den Hamburger SV schon neun Punkte. Am Ende reichte es im Topspiel kurz vor Ostern nur zu einem 1:1, denn der gerade erst eingewechselte Manuel Wintzheimer rettete für die Norddeutschen mit seinem Treffer kurz vor Spielende zumindest einen Punkt.

Enttäuschung in Dresden: Nach dem Remis gegen den HSV gelingt dem FC auch bei Dynamo Dresden kein Sieg - sondern er verliert mit 0:3. "Es hat an allem gefehlt", beklagt Trainer Anfang. Die Stimmung ist trotz acht Punkten Vorsprungs auf Relegationsplatz drei schlecht, im Team scheint es zu brodeln. Dominick Drexler, einer der Kölner Topscorer, verweigert nach dem Spiel ein Interview mit dem vielsagenden Verweis auf die Kollegen: "Das machen die Stars."

1:2 gegen Darmstadt - Trainer Anfang muss gehen: Nach einer weiteren Niederlage gegen Darmstadt wird Trainer Markus Anfang ("Mein Kölner Herz trägt Trauer") nach dem 31. Spieltag entlassen. Zu diesem Zeitpunkt ist der FC immer noch Tabellenführer mit sechs Punkten Vorsprung auf Rang drei. Dem 44-Jährigen wird vorgeworfen, es nie geschafft zu haben, aus dem besten Kader der Liga ein zuverlässig funktionierendes Bis zum Saisonende übernimmt U21-Trainer André Pawlak, sein Nachfolger in der U21 wird Ex-FC-Profi Kevin McKenna.

Alles wird gut: Nachdem die Konkurrenz ausnahmslos patzt, macht es Köln letztlich ganz souverän. Im ersten Spiel unter Interimstrainer Pawlak gewinnen die "Geißböcke" klar mit 4:0 bei Greuther Fürth. Mission erfüllt! Bundesliga-Rückkehr und Meisterschaft sind zwei Spieltage vor Saisonende dann doch unter Dach und Fach.

Zum sechsten Mal seite dem Premieren-Abstieg 1998 schafft der 1. FC Köln den Weg zurück in die Beletage des deutschen Fußballs.

Stand: 06.05.2019, 22:29 Uhr