V.l.n.r: Paderborns Raphael Obermair, Bielefelds Jomaine Consbruch und Düsseldorfs Ao Tanaka

Die NRW-Zweitligisten in der Bilanz: Quo vadis, NRW?

Stand: 14.11.2022, 11:57 Uhr

Es ist spannend in Liga zwei: Düsseldorf und Paderborn können nach dem Winter noch alles erreichen, Bielefeld will seine schwache Hinrunde wettmachen.

Von Michael Buchartz

Es ist etwas verkehrte Welt am letzten Zweitliga-Spieltag vor der WM-Pause gewesen. Während Düsseldorf am Freitag (11.11.2022) ausgerechnet zum Karnevalsauftakt zuhause gegen Kaiserslautern verlor und Paderborn die vierte Niederlage in Folge kassierte, gewann der bisherige Krisenklub aus Bielefeld zum zweiten Mal hintereinander.

Das war vorher in dieser Spielzeit noch gar nicht vorgekommen. Nun verabschiedet sich der Profifußball in die WM- und Winterpause. Erst Mitte Januar geht es weiter. Während viele Bundesligisten Spieler zur WM abstellen müssen, ist das bei den Zweitligisten eher nicht der Fall. Es bleibt also Zeit zum Trainieren.

Paderborn: Starker Start, negativer Trend

Die bisherige Bilanz der drei NRW-Klubs fällt höchst unterschiedlich aus. Trainieren wird man in Paderborn vor allem wieder die Basis: Dort fehlten in den vergangenen Partien die Überzeugung und Grundtugenden. "Es ist eine schwierige Situation. Es gibt keinen Ersatz für Siege", erklärte Trainer Lukas Kwasniok nach der Niederlage Nummer vier vielsagend.

Dabei hatte es in Paderborn so gut angefangen: Die Ostwestfalen ballerten sich quasi durch die Liga, stellen trotz der zuletzt schlechten Ergebnisse immerhin den besten Sturm aller Teams. Kwasniok gab mit Blick auf Januar bereits ein Versprechen ab: "Nach dem Weihnachtsfest werden wir intensiv arbeiten und wieder voll angreifen." Vielleicht ist dann wieder mehr drin als der aktuell sechste Tabellenplatz mit 26 Punkten.

Düsseldorf: Verletzungsmisere und Rückrunden-Hoffnung

Genauso viele Punkte wie der SCP hat die Fortuna aus Düsseldorf auf dem Konto. Es ist ein ähnliches Fazit wie beim SCP: Es hätte mehr sein können, aber auch weniger. Die Niederlage gegen Kaiserslautern war unglücklich, erst in der Nachspielzeit fiel der entscheidende Gegentreffer. Doch wie schon Kwasniok bei den Paderbornern, zeigt sich der F95-Trainer Daniel Thioune optimistisch: "Wenn in der Rückrunde alle wieder da sind, greifen wir an. Dann werden wir mehr als 26 Punkte holen, um besser zu sein."

Wobei "alle wieder da" bei der Fortuna durchaus ein Stichwort in den Wochen vor der WM-Pause war. "Wir sind teilweise nur mit 14 Spielern hier durchgegangen. Dann hatten wir zum Schluss drei Spiele in sechs Tagen. Die Jungs waren platt", so Thioune. Mit einem Lauf könnten beide Teams um den Aufstieg mitspielen. Acht Punkte Rückstand zum direkten Aufstiegsplatz - es hat schon größere Wunder im Fußball gegeben.

Bielefeld: WM-Pause zur Unzeit

In Düsseldorf wurde die Pause also erstmal herbeigesehent, Bielefelds Robin Hack war dagegen "traurig" darüber. Denn die Arminia kam gerade besser in Fahrt: Nach dem Sieg gegen Paderborn gewann man auch gegen Aufsteiger Magdeburg. Das war höchste Zeit für den DSC. Denn der Absteiger aus der Bundesliga startete katastrophal in die neue Spielzeit: Fünf sieglose Partien musste Bielefeld zu Beginn hinnehmen. Und so fand man sich zwischenzeitlich am Tabellenende wieder.

Unter dem neuen Trainer Daniel Scherning ging es zumindest etwas bergauf. Arminia zeigte sich wieder ebenbürtig, nahm den Kampf in Liga zwei an - und belohnte sich zum Ende mit dem positiven Trend. Der DSC überwintert dennoch nur auf dem Relegationsrang zur 3. Liga. DSC-Profi Jomaine Consbruch rief ein neues Ziel aus: "Wir müsen alle gemeinsam unten rauskommen, die Siege mitnehmen. Wenn wir daran anknüpfen, sind wir erfolgreich."