Polizei: Arminia hat sich nicht an Absprachen gehalten

Arminia Bielefeld: Fans von Arminia halten Fahne hoch

Polizei: Arminia hat sich nicht an Absprachen gehalten

Von Jens Mickler

  • Arminia Bielefeld feiert mit 3.000 Fans
  • Polizei kritisiert Spieler-Verhalten deutlich
  • Vorkommnisse könnten Nachspiel haben
  • Mittlerweile ist eine Anzeige eingegangen

Die Vorkommnisse rund um die Aufstiegsfeierlichkeiten von Arminia Bielefeld könnten einen Nachspiel für den Klub haben. Nach Polizeiangaben waren bis zu 3.000 Arminia-Fans an das Stadion gekommen, um mit der Mannschaft den Bundesliga-Aufstieg und die tolle Saison zu feiern. Dass soviele Menschen zum Stadion kamen, sei auch auf das Verhalten der Arminia-Spieler zurückzuführen, sagte Sonja Rehmert, Sprecherin der Polizei Bielefeld, dem WDR. Beim Ordnungsamt ist mittlerweile eine Anzeige eingegangen.

Mit Gesängen und Rufen zum Feiern animiert

"Die Gruppe der Fans wuchs am Stadion schnell an, als sich Spieler der Mannschaft - entgegen der im Vorfeld zwischen Polizei und Verein getroffenen Absprachen - in der Nähe des Eingangstores zeigten und die Menge mit Gesängen und Rufen zum Feiern animierten", sagte Sonja Rehmert.

Arminia Bielefeld feiert mit seinen Fans den Bundesliga-Aufstieg

Arminia Bielefeld hat mit seinen Anhängern am Sonntag (28.06.2020) den Aufstieg in die Bundesliga und die tolle Saison gefeiert. Dazu strömten Tausende zum Stadion und ignorierten die Corona-Abstandsregeln.

Arminia Bielefeld: Viele Fans vor dem Stadiontor

Ordentlich was los am Stadion-Eingang der Bielefelder Arena. Rund 3.000 Fans kamen an die Stadiontore, um mit der Mannschaft zu feiern. Die Gruppe der Fans sei stark angewchsen, als sich Spieler und Trainer auf den Treppenaufgängen des Stadions zeigten, teilte die Polizei mit.

Ordentlich was los am Stadion-Eingang der Bielefelder Arena. Rund 3.000 Fans kamen an die Stadiontore, um mit der Mannschaft zu feiern. Die Gruppe der Fans sei stark angewchsen, als sich Spieler und Trainer auf den Treppenaufgängen des Stadions zeigten, teilte die Polizei mit.

Da ist sie, die Meisterschale für den Gewinner der 2. Liga. Zwei Spieler zeigen die Trophäe, die Fans jubeln. Tags zuvor hatte der Klub gebeten, dass niemand wegen der Abstandsregeln erscheinen solle.

Corona egal, auch er war mehr als happy: Arminias Trainer Uwe Neuhaus reckt die Schale nach oben.

Und so sah es aus der Ferne aus: Kein Rathausbalkon, dafür ein Stadionaufgang, auf dem sich Trainer und Spieler den Arminia-Anhängern präsentierten. Und die Menge sogar mit Gesängen und Rufen zum Mitfeiern animierten, wie die Polizei mitteilte.

Die Polizisten selbst griff unter Berücksichtung der Verhältnismäßigkeit nicht ein. Bei der emotionalisierten Menschenmenge könne das Einhalten der Corono-Verordnungsregeln daher nicht gewährleistet werden. Verstöße gegen die CoronaSchVO wurden also nicht geahndet.

Glückliche Spieler: Jonathan Clauss, Fabian Klos und Cedric Brunner mit Biermischgetränk an einem Stehtisch.

"Armina, Arminia - wie schön sind deine Tore" - Trotz Partyverbots ließen sich viele Arminen die Stimmung nicht vermiesen.

Spieler und auch Trainer Uwe Neuhaus waren die Treppen der Tribünenaufgänge hochgestiegen und präsentierten von dort unter dem Jubel der vielen Fans die Meisterschale. Tags zuvor hatte der Verein seine Anhänger noch gewarnt und gebeten, nicht zum Stadion zu kommen. Als das letzte Spiel der Saison gegen den 1. FC Heidenheim gespielt war, warfen zumindest die Arminia-Profis offenbar alle Schutzregeln über Bord.

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Spieler wollten durch die Menschenmenge

Im Überschwang wollten Fabian Klos und Co. anschließend durch die Menschenmenge das Stadiongelände verlassen, um in der Innenstadt weiterzufeiern. Das habe die Polizei mit vereinten Kräften verhindert, so Sprecherin Rehmert. Arminia Bielefeld wollte sich zu den Vorkommnissen gegenüber dem WDR am Montag nicht äußern.

Den Konvoi mit einigen Spielern in die Innenstadt, wo 1.200 Fans warteten, habe es dennoch gegeben - ebenfalls entgegen der Absprachen mit der Polizei. "Die Polizei Bielefeld versuchte mehrfach, über Ansprechpartner beim Verein auf das Verhalten der Spieler und darüber auf das Verhalten der Fans Einfluss zu nehmen. Es gelang zumindest, dass sich der Spielerkonvoi dann zügig in Richtung einer angemieteten Gaststätte aus der Innenstadt entfernte", sagte Sonja Rehmert.

Interne Meisterfeier auf drei Orte verteilt

Der Klub hatte die interne Meisterfeier auf drei Lokalitäten in der Bielefelder Innenstadt verteilt, um die begrenzte Zahl von nicht mehr als 50 Personen pro Feierlokal einzuhalten. So feierten Trainer, Spieler sowie das engere Umfeld der Mannschaft samt Angehörigen in einer Gaststätte, in einer zweiten hatten sich die Gremienmitglieder, also die offiziellen Vertreter des Klubs, mit Sponsoren getroffen und schließlich machten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle an einem dritten Ort Party.

Über die Konsequenzen für das Fehlverhalten der Bielefelder Fußballer konnte Polizistin Rehmert noch keine Angaben machen. Dazu wolle man erst einmal den Dialog mit dem Verein abwarten.

Anzeige eingegangen

Am Dienstag ging dann beim Ordnungsamt der Stadt Bielefeld eine Anzeige ein. Noch ist unklar, ob sich die Anzeige gegen den Club oder einzelne Personen aus dem Verein richtet. Der Club hat sich bereits in einer Stellungnahme bei Bürgern, Verwaltung, Behörden und Sicherheitspartnern entschuldigt.

Bielefeld - Zweitligameister tüftelt an Feierkonzept Mittagsmagazin 19.06.2020 01:25 Min. Verfügbar bis 19.06.2021 Das Erste Von Jan-Ole Niermann

Stand: 29.06.2020, 11:20