Arminia lässt "braunen Schmutz" gemeinsam entsorgen

Arminia Fans beseitigen rechte Flyer am Bielefelder Stadion

Arminia lässt "braunen Schmutz" gemeinsam entsorgen

  • Arminia Bielefeld ruft erfolgreich zu "Reinigen gegen Rechts" auf
  • Neonazis hatten Flyer verstreut
  • Verein positioniert sich gegen "rechtes Gedankengut und Neonazis"

Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld hat am Sonntag (03.11.2019) Fans und Bürger aufgerufen, vor dem Stadion aufzuräumen, nachdem dort massenhaft rechtsextreme Flyer verstreut worden waren. Unter dem Motto "Reinigen gegen Rechts" kamen sie zum Stadion, um "den braunen Schmutz gemeinsam zu entsorgen". Das ging recht schnell: Die Flyer wurden inzwischen beseitigt.

Laut der Arminia hatten Neonazis "unzähliges rechtes Flyermaterial" an den Eingängen der Spielstätte des DSC auf der Alm verstreut. "Mit so viel Dreck vor der Tür wollen wir unser heutiges Heimspiel gegen Holstein Kiel nicht bestreiten", schrieb die Arminia. "Lasst uns zusammen zeigen, dass rechtes Gedankengut und Nazis bei uns keinen Platz haben", hatte der ostwestfälische Traditionsklub mitgeteilt.

Arminia Bielefeld im "Bündnis gegen Rechts"

Auf den Flyern in Visitenkartengröße der rechtsextremen Partei "Die Rechte" wurde zu einer Neonazi-Demonstration am 9. November aufgerufen. Auf der Rückseite stand "Freiheit für Ursula Haverbeck". Die 90-jährige Ursula Haverbeck ist mehrmals als Holocaustleugnerin verurteilt und sitzt seit 2018 in der JVA Bielefeld-Brackwede in Haft. Als Mitglied im "Bündnis gegen Rechts" hatte die Bielefelder Arminia ihre Anhänger zur Beteiligung an Gegendemos aufgerufen.

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Gemeinsame Aktion von Bielefelder und Kieler Mannschaft

Bielefeld: Fußball: 2. Bundesliga, Arminia Bielefeld - Holstein Kiel, 12. Spieltag in der Schüco Arena.

Position gegen rechts: Bielefelder und Kieler Mannschaft

Vor dem Anpfiff gab es eine gemeinsame Aktion der Mannschaft von Arminia Bielefeld sowie der Gastmannschaft Holstein Kiel. Beide Teams posierten zusammen auf dem Spielfeld und hielten Plakate hoch mit der Aufschrift "Bielefeld stellt sich quer!", um gegen die rechtsextreme Aktion zu protestieren.

Konfliktforscher lobt Verein für Engagement

Der Gewalt- und Konfliktforscher Andreas Zick von der Uni Bielefeld hat den DSC Arminia Bielefeld für seine Aufräumaktion gegen Rechts gelobt. Zick findet es richtig, dass der Verein offensiv mit der Flyeraktion umgegangen ist: "Dieser Aufmerksamkeit muss immer auch eine Handlungsmöglichkeit folgen. Das heißt, ich mache darauf aufmerksam und dann muss ich wissen was ich tun kann. Angesichts dessen, was kommende Woche passiert - das Rechte durch die Stadt laufen und versuchen sie zu erobern - ist diese Kampagne vollkommen nachvollziehbar und verständlich. Es passt zu der Zeit und es passt auch hier nach Bielefeld."

Stand: 03.11.2019, 14:48