Aufsteiger in die Bundesliga: Arminias achter Streich

Aufsteiger in die Bundesliga: Arminias achter Streich

Von Thorsten Rosenberg

Nach elf Jahren Abstinenz kehrt Arminia Bielefeld in die Beletage des deutschen Fußballs zurück. Es ist der achte Bundesliga-Aufstieg der Ostwestfalen. Damit ziehen die Arminen mit dem bisherigen Rekordaufsteiger 1. FC Nürnberg gleich.

Gerd Roggensack (Arminia Bielefeld) wird beim ersten Aufstieg des DSC im Jahr 1970 von den Fans auf Händen getragen.

1970: Der erste Bielefelder Streich

Vor genau 50 Jahren schaute die Arminia aus Bielefeld das erste Mal in der Bundesliga vorbei. Der erste Aufstieg wurde 1970 nach einem zweiten Platz in der Regionalliga in der Aufstiegsrunde mit einem 2:0 bei TeBe Berlin perfekt gemacht. Gerd Roggensack wurde von den Fans auf Händen getragen. Er war es auch, der 1971 jeweils die Siegtreffer beim 1:0 gegen den FC Schalke 04 und gegen Hertha BSC erzielt hatte - zwei Spiele, die im Fokus der Ermittler beim Bundesliga-Skandal standen. Die Siege waren erkauft, der DFB verurteilte die Ostwestfalen in der Saison 71/72 zum Zwangsabstieg in die höchste Amateurliga.

1970: Der erste Bielefelder Streich

Vor genau 50 Jahren schaute die Arminia aus Bielefeld das erste Mal in der Bundesliga vorbei. Der erste Aufstieg wurde 1970 nach einem zweiten Platz in der Regionalliga in der Aufstiegsrunde mit einem 2:0 bei TeBe Berlin perfekt gemacht. Gerd Roggensack wurde von den Fans auf Händen getragen. Er war es auch, der 1971 jeweils die Siegtreffer beim 1:0 gegen den FC Schalke 04 und gegen Hertha BSC erzielt hatte - zwei Spiele, die im Fokus der Ermittler beim Bundesliga-Skandal standen. Die Siege waren erkauft, der DFB verurteilte die Ostwestfalen in der Saison 71/72 zum Zwangsabstieg in die höchste Amateurliga.

1978: Rückkehr nach dem Trauma des Bundesliga-Skandals

Sechs Jahre später war der Kummer auf der "Alm" schon wieder verflogen. Nach sechs Jahren Abstinenz kehrte der DSC in die Bundesliga zurück. Im Tor stand damals der junge Uli Stein, der sich hier von der jubelnden Menge feiern lässt. In den Folgejahren sollte er 512 Bundesligaspiele, für Arminia, den Hamburger SV und Eintracht Frankfurt absolvieren. 1995 kehrte er nach Bielefeld zurück und beendete dort zwei Jahre später mit 42 Jahren seine Karriere. Arminia musste nach nur einem Jahr zurück ins Unterhaus.

1980: Der "100-Tore-Sturm" ballert sich in die Bundesliga

Doch den Bielefeldern gelang in der folgenden Saison die sofortige Rückkehr ins Oberhaus - und wie! Mit dem sogenannten "100-Tore-Sturm" spazierte die Arminia unter Trainer Hans-Dieter Tippenhauer durch die 2. Liga und sicherte sich mit einem Torverhältnis von 120:31 die Meisterschaft. Alleine Christian Sackewitz (Foto) gelangen 35 Treffer, gefolgt von Norbert Eilenfeldt (30) und Gerd-Volker Schock (21). Fünf Jahre lang sollte sich der DSC in der Bundesliga halten, ehe der Fahrstuhl den Verein wieder eine Etage tiefer führte.

1996: Durchmarsch nach elf dunklen Jahren

Abstieg bis in die damalige drittklassige Oberliga, ein riesiger Schuldenberg, immer wiederkehrende Querelen in der Führungsetage: Von 1985 begannen elf dunkle Jahre für die Ostwestfalen. Erst mit Manager Rüdiger Lamm kehrten die Bielefelder 1994 in die Erfolgsspur zurück. Ein direkter Durchmarsch von der Drittklassigkeit bis in die Bundesliga ließ 1996 die Sonne über Bielefeld wieder strahlen. Trainer Ernst Middendorp (r.) und das Team um die Stars Fritz Walter (M.), Thomas von Heesen und Uli Stein bejubelten die Bielefelder Auferstehung.

1999: Labbadia schießt Arminia wieder nach oben

Inzwischen waren die Arminen wieder zweitklassig, doch im Unterhaus hielten sich die Ostwestfalen nicht lange auf: Nach dem Abstieg 1998 kehrte der Klub wieder zurück. Bruno Labbadias (l.) 18 Tore hatten ihren maßbgeblichen Anteil am Aufstieg. Thomas von Heesen (M.) hatte im Laufe der Saison den Trainerposten übernommen und begeisterte mit frischem Offensivfußball. Hier feiern die beiden mit Giuseppe "Billy" Reina die Meisterschaft.

2002: Wieder rauf mit "König Artur"

Nach dem einjährigen Bundesligagastspiel machte der DSC seinem Ruf als Fahrstuhlmannschaft alle Ehre, als es 2002 wieder mit dem Aufstieg klappte. Unter Benno Möhlmann entwickelte sich der Pole Artur Wichniarek (M.) zu einem treffsicheren Stürmer. In den Zweitligajahren 2001 und 2002 sicherte er sich jeweils die Torjägerkanone. Im zweiten Jahr verhalfen seine Tore zum erneuten Aufstieg. Doch wie sollte es anders sein: Der Jubel - hier mit Dirk van der Veen (l.) und Erhan Albayrak - war nach einem Jahr und dem Abstieg bereits wieder verhallt.

2004: Rapolders Konzeptfußball begeistert Fußball-Deutschland

Die wohl beeindruckendste Zeit erlebte der Verein 2004, als Uwe Rapolder mit begeisterndem Konzept-Fußball in die Bundesliga zurückstürmte. Der Trainer wurde oft in Fußball-Talk-Shows eingeladen, um über seine Art, den Ball laufen zu lassen, zu philosophieren. Spieler wie Patrick Owomoyela, Delron Buckley und Momo Diabang gerieten in das Blickfeld anderer Vereine. Der Trainer und viele Spieler verließen den DSC bald, doch es gelang fünf Jahre lang, sich in der Liga zu halten. 2005 und 2006 gelang den "Blauen" zudem der Einzug in das Halbfinale des DFB-Pokals. Bessere Zeiten gab es in Bielefeld nie.

2020: Arminia ist wieder da!

Nach dem Abstieg 2009 folgten abermals elf sehr dunkle Jahre. Ständig stand der Verein wirtschaftlich vor der Abgrund, auch sportlich ging es wieder bis in die Drittklassigkeit. Als Sportchef Samir Arabi 2011 seinen Posten antrat, hatte der Verein lediglich einen Vertrag mit einem A-Jugendlichen. Einer, der 2011 dann geholt wurde, war Fabian Klos. In seinem neunten Jahr bei Arminia erweist sich der Stürmer nun als besonders wertvoll. Als Führungskraft und treffsicherer Spieler führte er das von Uwe Neuhaus trainierte Team in Liga 1 - Das hatte vor der Saison kaum jemand erwartet. Die Arminia setzte sich gegen die Topteams aus Hamburg und Stuttgart in beeindruckender Konstanz und mit mannschaftlicher Geschlossenheit durch. Herzlich willkommen zurück in der Bundesliga, Arminia!

Stand: 16.06.2020, 20:52 Uhr