Wuppertaler SV schickt offenbar die Spieler weg

Wuppertaler SV

Wuppertaler SV schickt offenbar die Spieler weg

Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV kann die Gehälter seiner Spieler offenbar nicht mehr bezahlen. Sie sollen sich neue Arbeitgeber suchen. Laut Vereinsangaben klafft im Etat eine Lücke von 260.000 Euro.

Traditionsklub Wuppertaler SV steckt als nächster Verein der Fußball-Regionalliga in großen finanziellen Schwierigkeiten. Wie der Viertligist am Dienstagabend (08.01.2019) mitteilte, klafft derzeit eine Etatlücke in Höhe von 260.000 Euro. Als Sofortmaßnahme erhofft sich der Klub frisches Geld aus der Einführung einer Zehn-Jahres-Dauerkarte zum Preis von 1019,54 Euro für Vollzahler sowie einer lebenslangen Mitgliedschaft für 1954 Euro. In der Ersten Mannschaft sollen weiterhin kurzfristig 100.000 Euro eingespart werden, teilte der WSV mit. Der Kader sei dabei "erfreulicherweise so breit aufgestellt und unsere gesamte Jugendarbeit ausgesprochen erfolgreich, sodass Wuppertal auch weiterhin mit einer schlagkräftigen Mannschaft in der Regionalliga vertreten sein wird", äußerte der Klub

Bereits am Montagnachmittag hatte die Vereinsspitze nach WDR-Informationen allen Spielern nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Der WSV kann die offenbar Gehälter seiner Spieler nicht mehr bezahlen.

Der Niedergang des Wuppertaler SV Sportschau 07.01.2019 00:40 Min. Verfügbar bis 07.01.2020 Das Erste

Einer der Gründe dafür ist, dass sich die Sponsorensuche schwierig gestaltet. Nach dem finanziellen Notruf des Klubs springen auch schon die ersten Sponsoren ab. Das Wuppertaler Unternehmen Bobotex wird nach eigenen Angaben sein Engagement vorerst einstellen. Eigentlich wollte Geschäftsführer Michael Ech sein Sponsoring fortsetzen, will aber jetzt nach eigenen Angaben erst einmal die nächsten Wochen abwarten. "Das Geld muss erwirtschaftet werden und ich trage auch eine Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber, damit das Geld nicht in der Luft verpufft, sondern auch einen Nutzen hat."

Besserverdiener sollen weg

Am Montagtabend tagte der Verwaltungsrat des Klubs, um die Lage zu erörtern. Die Besserverdiener beim WSV wie Gaetano Manno, Dennis Malura, Silvio Pagano, Gino Windmüller, Kamil Bednarski, Kevin Hagemann, Jonas Erwig-Drüppel oder Jan-Steffen Meier sollen den Klub nach Möglichkeit noch in der Winterpause verlassen, um Gehälter einsparen zu können. Man wolle die Akteure sogar ablösefrei ziehen lassen. Einzig Top-Torjäger Christopher Kramer, der ohnehin schon von etlichen Klubs umworben wird, soll eine Ablöse bringen.

Wattenscheid 09 und TV Herkenrath können auch nicht mehr

Für die Regionalliga West ist diese Nachricht ein weiterer Tiefschlag, nachdem in den vergangenen Wochen bereits Wattenscheid 09 und Aufsteiger TV Herkenrath ihre Zahlungsunfähigkeit öffentlich machten. Offenbar passen die Kosten in der Liga in keinster Weise mit den Einnahmemöglichkeiten zusammen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, gehen die Klubs bei Spielerverpflichtungen und -gehältern große finanzielle Risiken ein, die dann zum Knockout führen können.

Schwache Zuschauerzahlen, fehlende Einnahmen

In Wuppertal klagte Sportvorstand Manuel Bölstler schon im Dezember über schwache Zuschauerzahlen und damit fehlende Einnahmen: "Wir haben mit rund 3.300 Fans pro Spiel gerechnet. Da sind wir leider deutlich drunter geblieben. Gegen Oberhausen kamen keine 4.000, gegen Aachen und Essen keine 5.000 Besucher. Diese Begegnungen haben wir vor der Saison als Schlagerspiele ausgerufen und mit deutlich mehr Zuschauern kalkuliert."

Stand: 08.01.2019, 21:45