Wattenscheid 09: Gläubiger stellt Antrag auf Insolvenzverfahren

"Der größte Fehler meiner Karriere": Wattenscheids Sportdirektor Peter Neururer.

Wattenscheid 09: Gläubiger stellt Antrag auf Insolvenzverfahren

  • Aufsichtsrat bestätigt Antrag auf Insolvenzverfahren
  • Sportdirektor Peter Neururer: "Größte Fehler meines Lebens"
  • Offenbar wieder Zahlungsprobleme kurz nach Saisonstart

Der Fußball-Regionalligist SG Wattenscheid 09 kommt nicht zur Ruhe. Nach Klubangaben hat eine Krankenkasse einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, zudem zieht sich Sportdirektor Peter Neururer mit Schimpftiraden zurück. "Das ist mir bekannt. Es liegt mir noch nicht vor, soll aber raus sein", bestätigte Wattenscheids Aufsichtsratsmitglied Josef Schnusenberg am Mittwoch (28.08.2019).

Insolvenzverfahren erst vor Kurzem abgewendet

Der Traditionsklub und frühere Bundesligist kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen und hatte erst in diesem Sommer ein Insolvenzverfahren abgewendet. In der Sommerpause war dann aber Aufsichtsratschef und Haupt-Geldgeber Oguzhan Can zurückgetreten.

Laut Medienberichten ist der Viertligist wieder mit Gehaltszahlungen in Verzug. Gut fünf Monate nach seinem Einstieg als Sportdirektor hat Peter Neururer offenbar auch genug von seinem Club und zieht sich zurück. "Das ist die größte Enttäuschung, der größte Fehler meines Lebens gewesen", schimpfte der frühere Bundesliga-Coach im Interview des "Reviersports" (Mittwoch). "Das Konstrukt basiert auf Lügen."

Neururer: "Kann Spielern nicht mehr in die Augen sehen"

Er selbst könne Spielern und Trainer "auch nicht mehr in die Augen schauen""Was soll ich den Jungs denn erzählen? Sie gewinnen das erste Saisonspiel und dann ist wieder kein Geld da. Da verliere ich doch auch meine Glaubwürdigkeit. Das alles geht einfach nicht mehr."

Nach eigener Aussage habe der 64-Jährige für die SG zuletzt "attraktive Angebote" aus dem Ausland und eines aus der Bundesliga abgelehnt. "Ich hatte große Lust, hier in Wattenscheid etwas aufzubauen und zu bewegen. Aber man kann hier einfach nicht arbeiten. Es geht einfach nicht", sagte Neururer.

dpa/red | Stand: 28.08.2019, 17:44

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