U17 - Borussia Dortmund und der Faktor Moukoko

BVB-Talent Youssoufa Moukoko (r.) im Dribbling gegen Wolfsburgs Nikolas Hofmann

U17 - Borussia Dortmund und der Faktor Moukoko

Von Julian Tilders

  • Moukoko stellte in der Bundesliga West mit 46 Toren neuen Rekord auf
  • Deutsch-Kameruner wird vorzeitig in die A-Jugend hochgezogen
  • Stets allgegenwärtiger Wirbel um Alter des BVB-Talents

Er schießt Tore am Fließband, hat über 320.000 Fans bei Instagram, einen Ausrüstervertrag soll er nach Medienberichten auch schon in der Tasche haben. Doch die Rede ist nicht von einem gestandenen Bundesliga-Profi.

Youssoufa Moukoko aus der U17 von Borussia Dortmund stellt den Jugendfußball auf den Kopf. 46 Tore schoss er in dieser West-Bundesliga-Saison, brach damit den Rekord, den bislang der Ex-Schalker Donis Avdijaj hielt. Mit seinem Team will er nun am Sonntag (16.06.2019, 13 Uhr) die Deutsche Meisterschaft gegen den 1. FC Köln verteidigen.

Torjäger-Gen als Trumpf

Insgesamt sind es in der U17-Bundesliga nun schon 83 Tore in zwei Saisons, die auf das Konto von Moukoko gehen. Egal, wo er spielt - er trifft. Auch am Finaleinzug war er mit drei Toren gegen den VfL Wolfsburg in den beiden Halbfinal-Partien maßgeblich beteiligt. Ihm fehlt nun also nur noch ein Treffer zur 50-Tore-Marke.

Der erst 14-Jährige besticht durch Eiseskälte beim Abschluss, zudem bringt er eine starke Physis gepaart mit erheblicher Schnelligkeit mit. Attribute, die bei so manch einem Zweifel an seinem Alter aufkommen lassen.

Moukoko bald in der U19

Neu ist die Diskussion nicht. Sogar U23-Teammanager Ingo Preuß führte 2017 in einem "Spox"-Interview aus: "Ich könnte mir bei Youssoufa vorstellen, dass sein Alter nur geschätzt worden ist. Vielleicht ist er in Wirklichkeit ein, zwei Jahre älter." Demgegenüber stehen jedoch beglaubigte Geburtsurkunden, die das Alter belegen.

Jedenfalls zieht der BVB ihn zur kommenden Spielzeit vorzeitig in die A-Jugend hoch. Dies entspräche seiner Leistungsfähigkeit, heißt es von Seiten des Vereins. Moukoko selbst sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich hoffe nicht, dass die Leute denken, dass ich in der U19 wieder 46 Tore schieße. Ich muss da erstmal klarkommen." Sein Ziel sei es aber, in der Zukunft mal den Ballon d'Or zu holen.

BVB ist nicht nur Moukoko - Köln schöpft Hoffnung

Auch, wenn der BVB definitiv vom Faktor Moukoko profitiert - die Dortmunder U17 hat noch mehr zu bieten. Etwa Kapitän Rilind Hetemi (sechs Tore, 19 Vorlagen) als Strippenzieher im Zentrum. Oder die Defensive um Tim Böhmer und Albin Thaqi, die lediglich 14 Gegentore zuließ.

Verstecken muss Köln sich aber nicht. Schließlich schaltete der FC-Nachwuchs im Halbfinale Bayern München in zwei Spielen mit 1:0 und 4:0 aus. Und: Die Elf von Trainer Martin Heck ist eines von nur drei Teams, das in der West-Bundesliga gegen Dortmund gepunktet hat (1:1 im Hinspiel).

mit dpa | Stand: 14.06.2019, 17:16