Fußballerin Turid Knaak im doppelten Homeoffice

Fußball-Nationalspielerin Turid Knaak macht Kraftübungen im Fitnessstudio (Archivbild)

Fußballerin Turid Knaak im doppelten Homeoffice

  • Turid Knaak macht neben dem Fußball eine akademische Karriere
  • In der Corona-Krise muss auch sie von zu Hause arbeiten
  • Vormittags Uni-Job, nachmittags Training
  • Engagement für Corona-Hilfsaktion
  • Knaak: Schulausfall für Lernschwache "eine Katastrophe"

Auch Turid Knaak ist wegen der Corona-Krise derzeit im Homeoffice - und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen hält sich die Fußball-Nationalstürmerin und Bundesligaspielerin der SGS Essen im heimischen Umfeld für die Rückkehr in den Spielbetrieb fit, zum anderen arbeitet sie nun von ihrem Zuhause in Grevenbroich aus für die Universität Köln.

Vormittags Uni-Job, nachmittags Training

Turid Knaak (l.) von der SGS im Dribbling (Archivbild)

Turid Knaak (l.) im Trikot der SGS Essen

Vormittags kümmert sich die 29-Jährige um ihre Tätigkeit für die Uni - dort ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin im Bereich Sozialpädagogik und schreibt ihre Doktorarbeit über den Schriftspracherwerb von Kindern mit Lernschwierigkeiten. "Ich versuche einigermaßen, den Rhythmus und meinen Tagesablauf beizubehalten, um nicht in einen Trott zu verfallen", erzählt Knaak über ihren Alltag in der Corona-Krise.

"Nachmittags absolviere ich dann meine Trainingseinheiten. Ich mache viel Lauf-, Sprint- und Krafttraining", sagt Knaak und scherzt: "Ich wohne ja auf dem Dorf, da gibt es auch genug Felder und Wiesen."

Bewusste Entscheidung für Doppel-Karriere

Knaak hat sich bewusst für eine zweigleisige Karriere aus Profifußball und akademischer Laufbahn entschieden. "Ich schätze das sehr, weil jedes für sich wieder ein Ausgleich für das andere ist", sagt sie.

Als Turid Knaak im November zu einer DFB-Pokal-Auslosung in der ARD-Sportschau zu Gast war, wurde DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke gefragt, ob Knaaks Arbeitspensum auch etwas für männliche Kollegen sei. "Wir trainieren so viel, da ist keine Zeit mehr", sagte Köpke. Knaak erwiderte: "Wir doch auch" - und ein dezenter Shitstorm in sozialen Medien wegen der vermeintlich arroganten Aussagen Köpkes war entbrannt.

DFB-Pokal - die Auslosung der Achtelfinalspiele Sportschau 03.11.2019 18:45 Min. Verfügbar bis 03.11.2020 Das Erste

"Für uns war das gar keine große Sache", sagt Knaak dazu. "Ich glaube, er ist ein bisschen überrumpelt gewesen von der Frage."

Corona-Krise: Knaak wegen Schulausfall besorgt

Dass derzeit wegen der Corona-Krise die Schulen geschlossen sind, betrachtet Knaak als Sozialpädagogik-Expertin vor allem im Hinblick auf lernschwache Kinder mit großer Sorge. "Gerade für die Schülerinnen und Schüler mit Lernschwäche ist die aktuelle Situation eine Katastrophe", sagt sie. "Das sind oft auch Kinder, die wenig Unterstützung von zu Hause bekommen und denen oft die Mithilfe der Eltern fehlt."

Als die Bayern-Profis Joshua Kimmich und Leon Goretzka jüngst die Corona-Hilfsaktion "#wekickcorona" initiierten, zählte Knaak zu den ersten Nationalspielerinnen, die sich beteiligten. "Ich möchte meinen Teil dazu beitragen", sagt sie.

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Stand: 04.04.2020, 12:12