Teamcheck: Leverkusen mit Formtief vor dem Start

Kerem Demirbay (l.) und Kevin Volland von Bayer Leverkusen

Teamcheck: Leverkusen mit Formtief vor dem Start

Von Bastian Hahne

  • Leverkusen will nach Platz vier mehr
  • Namhafte Zugänge, kaum Abgänge
  • Viele Kandidaten für Brandt-Nachfolge

So lief die letzte Saison

Nach einem Fehlstart in die Saison mit drei Niederlagen in der Liga kam die Werkself in der Hinrunde nur phasenweise ins Rollen. Die Kritik an Trainer Heiko Herrlich wurde lauter, auch weil Bayer zu wenig aus seinem Potenzial machte. Obwohl Leverkusen die Hinrunde mit Siegen gegen Schalke und Berlin beendete und in Europa League sowie DFB-Pokal überwinterte, musste Herrlich im Winter gehen. Peter Bosz übernahm.

Der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund veränderte den Spielstil der Rheinländer deutlich. Unter dem Niederländer spielte die Werkself offensiver und auch erfolgreicher - zumindest in der Liga. Während sich der Klub aus dem DFB-Pokal (gegen den 1. FC Heidenheim) und der Europa League (gegen FK Krasnodar) sang- und klanglos verabschiedete, sorgte der Bosz-Fußball in der Bundesliga für Furore. Mit 34 Punkten und 43:23 Toren schaffte Bayer in der Rückrunde noch den Sprung auf Platz vier und damit in die Champions League.

Wer kommt, wer geht

Mit Julian Brandt (wechselte zu Borussia Dortmund) hat die Werkself im Sommer nur einen Stammspieler verloren, der allerdings in der Halbserie unter Bosz seine besten Leistungen im Leverkusener Trikot gezeigt hatte und zu einem wichtigen Spieler avanciert war. Mit Dominik Kohr (Eintracht Frankfurt) verließ ein Ergänzungsspieler den Verein. Einen großen Aderlass hat Bayer im Sommer demnach nicht erlitten.

Leverkusens Trainer Peter Bosz (Mitte) mit den Neuzugängen Daley Sinkgraven (v.l.), Moussa Diaby, Niklas Lomb und Kerem Demirbay

Leverkusens Trainer Peter Bosz (Mitte) mit den Neuzugängen Daley Sinkgraven (v.l.), Moussa Diaby, Niklas Lomb und Kerem Demirbay

Stattdessen wurde ordentlich aufgerüstet. Mit seinem allerersten Transfer als Sportdirektor stellte Simon Rolfes gleich einen Vereinsrekord auf. Rund 32 Millionen Euro ließ sich der Klub die Verpflichtung von Hoffenheims Kerem Demirbay kosten, der künftig neben Charles Aranguiz und Kai Havertz für die kreativen Impulse aus dem Mittelfeld sowie die Standards zuständig ist. Für die Position von Julian Brandt holte Bayer Demirbays Hoffenheimer Teamkollegen und deutschen U21-Nationalspieler Nadiem Amiri an den Rhein. Auch Moussa Diaby, für rund 15 Millionen Euro von Paris St. Germain verpflichtet, wurde von Bosz schon in der Brandt-Rolle getestet.

Mit Daley Sinkgraven (Ajax Amsterdam) wurde ein Konkurrent für den in den letzten Jahren schwächelnden Wendell auf der Position links in der Viererkette verpflichtet. Zudem kehrte Torhüter und Eigengewächs Niklas Lomb von seiner Leihe an den SV Sandhausen zurück und duelliert sich künftig mit Ramazan Özcan um die Nummer zwei hinter Stammkeeper Lukas Hradecky.

Nadiem Amiri - "In Leverkusen kann ich Champions League spielen" Sportschau 01.08.2019 00:10 Min. Verfügbar bis 01.08.2020 Das Erste

Lesen Sie im zweiten Teil: "Der Trainer" und "Erwartungen an die Saison"

Stand: 08.08.2019, 06:00