Aus für Trainer Stöger beim 1. FC Köln

Zog vor den Kölner Fans noch einmal seinen "Hut": Peter Stöger.

Aus für Trainer Stöger beim 1. FC Köln

  • 1. FC Köln und Trainer Peter Stöger trennen sich.
  • Klub blieb 14 Liga-Spiele ohne Sieg.
  • U-19-Trainer Stefan Ruthenbeck übernimmt bis zur Winterpause.

Die Ära Peter Stöger beim 1. FC Köln ist beendet. Nach 14 Liga-Spielen ohne Sieg hat der Fußball-Bundesligist seinen Trainer beurlaubt. Auch Stögers Co-Trainer Manfred Schmid wird den Verein verlassen. Bis zur Winterpause werde U19-Trainer Stefan Ruthenbeck die FC-Profis betreuen, teilte der Klub am Sonntagmittag auf einer Pressekonferenz mit.

Trennung stand schon Freitag fest

"Wir haben in den vergangenen Tagen gespürt, dass unser gemeinsamer Weg zu Ende ist, und zwar unabhängig vom Resultat auf Schalke. Deshalb war es auch Peter wichtig, einen klaren Schnitt zu machen, bevor emotional und menschlich zu viel Negatives zurückbleibt", sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.

1. FC Köln trennt sich von Trainer Stöger

WDR 2 | 03.12.2017 | 02:47 Min.

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Stöger selbst nahm nicht an der Pressekonferenz teil. In der Pressemitteilung des Klubs wird er zitiert: "Am Freitag war klar, dass das Spiel auf Schalke unser letztes wird. Um sich voll auf diese wichtige Partie fokussieren zu können."

Der 51 Jahre alte Stöger betreute die Kölner Profis seit dem 14. Juni 2013. 2014 führte der Österreicher die Mannschaft in die Bundesliga zurück. In der Vorsaison schafften die Kölner als Tabellenfünfter nach 25 Jahren Unterbrechung erstmals wieder die Teilnahme am Europacup.

Die Ära Stöger

Mehr als vier Jahre war Peter Stöger Trainer beim 1. FC Köln. Er führte den Klub von der 2. Bundesliga in den Europapokal. Ein Rückblick.

Peter Stöger

Die Ära Peter Stöger beim 1. FC Köln ist zu Ende. Am Sonntag gab der Klub die Trennung von seinem Trainer bei einer Pressekonferenz bekannt.

Die Ära Peter Stöger beim 1. FC Köln ist zu Ende. Am Sonntag gab der Klub die Trennung von seinem Trainer bei einer Pressekonferenz bekannt.


2013 kam der heute 51-jährige Peter Stöger zum Zweitligisten 1. FC Köln. Gleich im ersten Jahr gelang dem Mann aus Wien der Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Stöger konnte von Beginn an auf den Rückhalt in der Fanszene zählen. Dazu trugen seine ruhige Art, die erfolgreiche Arbeit aber auch sein Sinn für Humor bei. Nach dem Aufstieg löste er beispielsweise eine Wette ein, die er mit einem Fan abgeschlossen hatte: Mit der FC-Fahne machte sich der Wiener auf den Weg vom Stadion zum Dom.

Stöger brachte sich auch mit Humor beim FC ein: In Werbespots trat er als Büdchenbesitzer auf und zum Karnevalsauftakt gab es Kölsch für die Zaungäste am Geisbockheim.

Die erste Bundesliga-Saison 2014/15 absolvierten Stöger und die Mannschaft unspektakulär. Neun mal spielte der FC unentschieden, sammelte Punkt für Punkt und konnte drei Spieltage vor dem Saisonschluss mit einem Sieg gegen Schalke 04 das Saisonziel "Klassenerhalt" erreichen.

Gemeinsam mit Sportdirketor Jörg Schmadtke sorgte Störger beim 1. FC Köln für Kontinuität und baute eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf. Im zweiten Bundesliga-Jahr erreichte der Klubeinen einstelligen Tabellenplatz.

"Wenn man in Köln nicht permanent von etwas träumen würde, wäre die Stadt nicht so cool, wie sie ist", sagte der Trainer vor der Saison 2016/17.

Der Traum von der Europapokal-Teilnahme wurde wahr. Erstmals nach 25 Jahren spielte der FC wieder international - gegen den FC Arsenal, Bate Borisow und Roter Stern Belgrad. Für die Fans ein Fest, für den Klub eine Herausforderung.

Denn der Erfolg des 1. FC Köln war eng mit Torjäger Anthony Modeste verbunden, der 25 Treffer für die Kölner erzielte. Einem Millionen-Angebot aus China konnten aber weder der Spieler noch der Verein widerstehen.

An der Herausforderung, einen breiten und leistungsstarken Kader aufzustellen, der sowohl im Europapokal als auch in der Liga leistungsfähig ist, scheiterte die sportliche Leitung beim FC. Der Start in der Liga geriet zum Fiasko - nach 14 Spieltagen steht der Klub mit drei Punkten sieglos auf dem letzten Tabellenplatz. Teilweise fühlten sich die Kölner durch den Videobeweis um den Lohn ihrer Arbeit gebracht, teilweise fehlte auch Glück. Peter Stöger stand zudem vor dem Dilemma, dass immer wieder Stammspieler verletzt ausfielen.

Nachdem die Vereinsführung sich Ende Oktober bereits von Sportdirektor Jörg Schmadtke getrennt hatte, entschied sie sich nach dem respektablen 2:2 beim FC Schalke 04, auch den Vertrag mit Peter Stöger aufzulösen - nach 1.633 Tagen im Amt.

Stand: 03.12.2017, 14:08