Sinan Kurt versucht sein Glück nun in der Slowakei

Sinan Kurt verlässt den SV Straelen

Aus in Straelen

Sinan Kurt versucht sein Glück nun in der Slowakei

Von Sebastian Hochrainer

Nach wenigen Monaten ist die Zeit von Sinan Kurt beim Regionalligisten SV Straelen vorbei, sein Vertrag wurde aufgelöst. Nun zieht es den 24-Jährigen in die Slowakei zum FC Nitra. Eine Karriere voller Rückschläge geht weiter.

Die Geschichte von Sinan Kurt wurde in den vergangenen Jahren immer wieder herausgeholt, wenn ein vermeintliches Top-Talent auf die große Fußballbühne kam. Kurt war dabei das mahnende Beispiel, dass eine Entwicklung auch in eine schlechte Richtung verlaufen kann. Und bis heute hat sich an dieser Richtung kaum etwas geändert.

In Kurts Karriere hat nun ein weiteres Kapitel ein schnelles und schlechtes Ende genommen. Erst Ende September hatte der Regionalligist SV Stralen dem 24-Jährigen eine neue Chance gegeben, nun wurde der Vertrag jedoch bereits wieder aufgelöst. Der Grund dafür sollen die nicht zufriedenstellenden Leistungen des Spielers gewesen sein.

Für Kurt geht die abenteuerliche Reise seiner Karriere weiter. Er wechselt laut Medienberichten zum FC Nitra. Der Tabellensiebte der slowakischen ersten Liga hat zuletzt bereits die ehemaligen Bundesligaspieler Erik Jendrisek (spielte unter anderem beim FC Schalke 04 und dem SC Freiburg) sowie Yanni Regäsel (ehemals Eintracht Frankfurt und Hertha BSC) unter Vertrag genommen und will auch Kurt eine Möglichkeit geben, doch noch im Profifußball Fuß zu fassen.

Von einem Klub zum nächsten

Im Seniorenbereich ist Nitra bereits die sechste Station für Kurt seit 2014. Als er damals aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach zu den Profis kam, galt er als eines der größten Talente in Deutschland. Bevor er auch nur ein Sspiel absolviert hatte, verpflichtete ihn der FC Bayern München für drei Millionen Euro.

Doch Kurt schrieb beim Rekordmeister keine sportlichen Schlagzeilen, sondern sorgte lediglich für Skandale. Er ließ als Teenager seinen Friseur aus Düsseldorf nach München einfliegen, charterte für sich und seine Freunde einen Hubschrauber, um einer 85 Kilometer langen Autofahrt zu entgehen, und verließ sich zu sehr auf sein Talent und zu wenig auf harte Arbeit. Bei Bayerns Profis kam er lediglich einmal in einem Pflichtspiel zum Einsatz, beim 1:0-Sieg gegen Hertha BSC spielte er 44 Minuten lang.

Auch die zweite Chance in der Bundesliga nicht genutzt

Nach insgesamt zwei Jahren war das Bayern-Kapitel für Kurt beendet und er wagte in Berlin seinen zweiten Anlauf in der Bundesliga. Drei Jahre spielte er für Hertha BSC, jedoch nur zweimal in der Bundesliga, ingesamt kam er dabei auf vier Einsatzminuten. Vorwiegend spielte er für die Zweitvertretung in der Regionalliga Nordost. Geprägt war seine Zeit dort auch von Schlagzeilen abseits des Platzes.

"Er ist ein toller Mensch"

2019 fand Kurt noch einen Profiklub, der ihm eine bessere Karriere ermöglichen wollte. Er wechselte zur WSG Swarovski Tirol in die zweite österreichische Liga. Doch schon nach einem halben Jahr wurde die Zusammenarbeit beendet, diesmal jedoch ohne Zwischenfälle. "Ich kann von dem Jungen nur das Beste sagen, er hat null Star-Allüren gehabt, er ist ein toller Mensch", sagte Tirols Manager Stefan Köck damals. "Er hat immer wieder seine Klasse gezeigt, war ein sehr angenehmer und super Typ." Doch die Ausländerregelung machte nach Klubangaben eine gemeinsame Zukunft nicht möglich.

In der Folge war Kurt 15 Monate lang vereinslos, ehe Straelen ihn unter Vertrag nahm. Eine lange Zeit ohne Klub bleibt ihm nun immerhin erspart, in der Slowakei wagt er den nächsten Neustart.

Stand: 12.01.2021, 09:54