Schalke 04: Heidel wehrt sich gegen externen Rat

Schalkes Manager Christian Heidel

Schalke 04: Heidel wehrt sich gegen externen Rat

Von Jörg Strohschein

  • Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hatte externe Unterstützung vorgeschlagen.
  • Sportvorstand Christian Heidel wehrt sich vehement.
  • Der 55-Jährige will seine Arbeitsweise wohl so fortsetzen wie bisher.

Es ging um Grundsätzliches in der Pressekonferenz nach dem knappen 1:0-Erfolg gegen Lokomotive Moskau in der Champions League. Der Schalker Sportvorstand Christian Heidel versuchte, etwas klarzustellen, was in den vergangenen Tagen seine Position im Verein hatte zumindest schwächer aussehen lassen.

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hatte öffentlich angeregt, ein ähnliches Modell wie der ungeliebte Reviernachbar aus Dortmund anzusteuern. Der BVB hatte sich neben Chef Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc im Frühling mit Sebastian Kehl und und Matthias Sammer zusätzliche Fußballkompetenz ins Haus geholt und dadurch die Mannschaft des BVB so sinnvoll verstärkt, dass sie mittlerweile souverän die Bundesliga anführt. Offenbar sah auch Tönnies Beratungsbedarf im Klub und in der sportlichen Führung.

Unruhe bei Schalke - Heidel in der Kritik

Sportschau 12.12.2018 00:54 Min. ARD

Heidel: "Bei uns braucht sich keiner zu bewerben"

In Schalke sind sie von derlei Erfolgserlebnissen weit entfernt. Im Gegenteil: Das Team ist unmittelbar vor den Abstiegsplätzen postiert. "Ich muss klar sagen: Bei uns braucht sich niemand zu bewerben." Er habe "viele, viele Bewerbungen erhalten. Alle werden eine Antwort bekommen, dass kein Bedarf besteht. Punkt", sagte der 55-Jährige. Am Abend des Spiels gegen Moskau habe er das Gespräch mit Tönnies gesucht.

"Es ist völlig legitim, dass sich ein Aufsichtsratsvorsitzender mal Gedanken macht, vielleicht auch eine Idee hat", sagte Heidel in Richtung Tönnies. "Man muss aber darüber nachdenken, ob es der richtige Weg ist, so etwas öffentlich zu machen." Das habe er dem Aufsichtsratsvorsitzenden unmissverständlich mitgeteilt: "Einstellungen unterhalb des Vorstands werden vom Vorstand getätigt."

Einschnitt in die Kompetenzen

Heidel sähe einen derartige Vorgehensweise wohl eher als Einschnitt seiner Kompetenzen denn als zusätzliche Befruchtung und Erweiterung des sportlichen Horizonts an. Das ist deshalb überraschend, weil seine Verpflichtungen vor der Saison sich bislang eher als Enttäuschungen herausstellten.

Sebastian Rudy (16 Millionen), Suat Serdar (10,5), Hamza Mendyl (6), Steven Skrzybski (3,2) und Omar Mascarell (10) haben die Erwartungen bislang nicht erfüllt und konnten das Spiel der Schalker nicht bereichern. Auch Innenverteidiger Salif Sané (7) hat Anpassungsprobleme. Stürmer Mark Uth (ablösefrei) hat bislang ein Tor in der Bundesliga und eines in der Champions League für Schalke erzielt.

Lesen Sie in Teil II: Die interne Kritik an Heidel wird lauter

Stand: 12.12.2018, 10:24