Tedescos Entlassung rückt näher

Tedesco: "Größten Spannungsverlust erlebt, seit ich Trainer bin" Sportschau 13.03.2019 00:51 Min. Verfügbar bis 12.03.2020 Das Erste

Tedescos Entlassung rückt näher

0:7 - die Saison in der Champions League endete für Schalke 04 bei Manchester City desaströs. Für den wackelnden Trainer Domenico Tedesco war es der nächste Tiefschlag - einen Rücktritt schließt er aber aus. Nun rückt seine Entlassung näher.

Die spannendste Frage blieb nach dem 0:7-Debakel bei Manchester City zunächst einmal unbeantwortet. Nach der höchsten Europapokal-Niederlage der Schalker Vereinsgeschichte ließ der neue Sportvorstand Jochen Schneider in den Stadion-Katakomben durch den Pressesprecher des Revierclubs dafür um Verständnis bitten, dass er das Achtelfinal-Rückspiel und dessen Folgen zunächst nicht kommentieren möchte. Motto: Nur keine unüberlegte Entscheidung aus den Emotionen heraus treffen, sondern eine Nacht drüber schlafen.

Rücktritt nein, Entlassung vielleicht

Tedesco hatte laut Schneider eigentlich mindestens bis zum Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag Trainer bleiben sollen. Ob es dabei bleibt, scheint vor dem Hintergrund eines 0:7 natürlich offen. Schneider kündigte später gegenüber dem WDR an, dass bald eine Entscheidung fallen solle. Auf die Frage, ob es garantiert sei, dass Tedesco gegen Leipzig auf der Bank sitzt, sagte Schneider: "Im Leben gibt es keine Garantien." Er habe mit dem Coach bereits "in aller Ausführlichkeit über die Gesamtsituation gesprochen". Die Vorzeichen sind also deutlich.

Es fühle sich "nicht gut an", räumte Tedesco ein. Gleichwohl fühle er sich weder von seiner Mannschaft im Stich gelassen, noch ziehe er aus der bitteren Lehrstunde persönlichen Konsequenzen. Einen Rücktritt schloss er aus. "Ich habe keine Sekunde daran gedacht", betonte Tedesco.

"Größter Spannungsverlust, den ich erlebt habe"

Schalkes Trainer Domenico Tedesco am Spielfeldrand

Schalkes Trainer Domenico Tedesco am Spielfeldrand

Kurz zuvor hatte Domenico Tedesco die passenden Worte gesucht, um die Vorstellung beim übermächtigen englischen Meister zu beschreiben. "Wir sind extrem enttäuscht über das Spiel und das Ergebnis. Wir wollten zunächst wenig zulassen. Bis zur 30. Minute war es okay. Dann kriegen wir einen Elfmeter, und dann sacken wir zusammen", sagte Tedesco und gab zu: "Das war der größte Spannungsverlust, den ich je als Trainer erlebt habe."

Bis zum 1:0 von Man City in der 32. Minute durch einen frech verwandelten Foulelfmeter von Sergio Agüero hatte der Bundesliga-14. sich gewehrt und nur eine große Chance zugelassen. Nach dem 0:1 musste Torhüter Ralf Fährmann bis zur Pause aber zwei weitere Gegentore von Agüero (38.) und Leroy Sané (42.) hinnehmen, ehe Raheem Sterling (56.), Bernardo Silva (71.), Phil Foden (78.) und Gabriel Jesus (84.) den Endstand herausschossen.

"Klar, sie hören dann nicht auf Fußball zu spielen und hatten Spaß", beschrieb Tedesco die nicht nur für ihn, sondern auch die fast 3.000 mitgereisten Schalke-Fans schwer zu ertragende Demontage.

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nch/dpa | Stand: 13.03.2019, 10:02