Schalker Europa-Party mit Pfiffen

Schalkes Naldo nach der Niederlage in Porto

Schalker Europa-Party mit Pfiffen

  • Schalke erstmals seit vier Jahren wieder im Achtelfinale der Champions League
  • Pfiffe von den Fans nach 1:3-Pleite in Porto
  • Auch Burgstaller und Skrzybski verletzt - Stürmernot wächst

Die Wahrnehmungen über das Weiterkommen in der Champions League fielen am Mittwochabend (28.11.2018) höchst unterschiedlich aus. Trainer Domenico Tedesco hatte die Spieler, die nach der ersten Niederlage in der Königsklasse schon auf dem Weg in die Kabine waren, nochmals gestenreich zum Schalker Block ins Drachenstadion geschickt. Schließlich gab es den vorzeitigen Achtelfinaleinzug zu bejubeln, trotz der 1:3-Niederlage beim FC Porto.

Doch viele der 5.000 mitgereisten Schalker Fans empfingen das Team mit Pfiffen. Schon während der Partie hatte der königsblaue Anhang immer wieder den Stimmungsklassiker "Oh, wie ist das schön" angestimmt - was immer stärker nach Sarkasmus klang, je mehr die Schalker in der zweiten Halbzeit auseinanderfielen.

Heidel ohne Verständnis für Schalker Fans

"Es ist hart für uns, wenn die Fans verärgert sind", meinte Omar Mascarell: "Aber wir müssen es verstehen." Weniger Verständnis hatten dagegen Schalkes Verantwortliche. Trainer Tedesco gab vor, überhaupt keine Pfiffe der Fans gehört zu haben, räumte aber immerhin ein: "Wir haben hochverdient verloren." Sportvorstand Christian Heidel ärgerte sich: "Grundsätzlich haben die Fans das Recht, ihren Unmut zu äußern. Aber gerade, wenn wir ins Achtelfinale eingezogen sind - ich weiß nicht. Ich kann mich darüber riesig freuen. Wir haben unseren Job erledigt und verfallen jetzt nicht in Depressionen."

Zu denken geben müsste den Schalkern allerdings der leidenschaftslose Auftritt des Teams, vor allem die völlig harmlose Offensive. Fast alle Laufduelle, Zweikämpfe und Kopfballduelle gingen verloren, stellte Tedesco fest. "Und offensiv haben wir wenig stattgefunden." Gerade mal einen Schuss von Jewgeni Konopljanka auf das Tor von Iker Casillas brachte der Revierclub in 90 Minuten zustande. "Offensiv tun wir uns sehr schwer, nicht nur heute, sondern schon die ganze Saison", monierte Alessandro Schöpf. "Da fehlen ein bisschen der Mut und die Durchschlagskraft."

Schwache Schalker verlieren verdient in Porto

Sportschau | 28.11.2018 | 00:37 Min.

Burgstaller und Skrzybski verletzt - Stürmernot wächst

Gerade in der Offensive ist kaum Besserung zu erwarten. Zumal nach den verletzten Breel Embolo, Mark Uth und Cedric Teuchert die nächsten beiden Angreifer auszufallen drohen. Guido Burgstaller musste in Porto wegen einer Achillessehnenreizung passen, Steven Skrzybski in der Halbzeit nach einem Sturz auf die Schulter ausgewechselt werden. Ob die beiden in Hoffenheim am kommenden Samstag eingesetzt werden können, ist fraglich.

"Burgstaller hat keine strukturelle Verletzung, aber sie ist schmerzhaft", sagte Tedesco, der mit seiner Mannschaft nicht erst nach Gelsenkirchen, sondern am Freitag direkt nach Mannheim reist. Heidel kann sich nicht erinnern, dass schon mal fünf Stürmer ausgefallen sind, mochte dies aber auch nicht als Entschuldigung für den schwachen Auftritt gelten lassen: "Wir dürfen nicht jammern. Da muss der Trainer sich was einfallen lassen."

sid/dpa | Stand: 29.11.2018, 11:15