Schalke 04 - Frust statt Aufholjagd

Schalke-Trainer Domenico Tedesco

Schalke 04 - Frust statt Aufholjagd

  • Zwischenhoch von Schalke 04 schon vorbei
  • 0:2 gegen Gladbach war die sechste Heim-Niederlage
  • Trainer kritisiert Schiedsrichter-Fehlentscheidungen
  • Hoffen auf den DFB-Pokal

Mit vier Punkten aus zwei Spielen war der FC Schalke 04 in das neue Jahr gestartet. Rund um den Schalker Markt gab es durchaus die Zuversicht, dass die Saison mit einer Aufholjagd nach der verkorksten Hinrunde noch zu retten ist.

Davon ist nach der 0:2 (0:0)-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagabend (02.02.2019) nicht mehr viel übrig, es herrscht Frust in Gelsenkirchen. Der Trainer suchte die Schuld für die neuerliche Pleite und einen historischen Tiefschlag beim Schiedsrichter.

Tedesco regt sich über Rot-Entstehung auf: "Szene, die das Spiel entscheidet"

Sportschau 02.02.2019 01:25 Min. ARD

"Es ist krass, dass es uns fast jede Woche trifft", klagte Domenico Tedesco nach der Pleite gegen Gladbach, der sechsten im zehnten Heimspiel und einem Minusrekord in 51 Bundesliga-Jahren. "Es ist die Summe, die extrem wehtut."

Diesmal bemängelte der 33-Jährige, dass der Gladbacher Freistoß vor der spielentscheidenden Roten Karte für Torhüter Alexander Nübel zwölf Meter zu weit vorne ausgeführt wurde. Vor einer Woche beim 2:2 bei Hertha BSC hatte er einen Platzverweis für Karim Rekik vermisst, der Alessandro Schöpf das Knie kaputt trat.

Offensive fehlt Durchschlagskraft

Für Schöpf ist die Saison laut Tedesco damit zu Ende. Sein Team dagegen hat als Tabellenzwölfter zwar noch die Möglichkeit, die derzeit neun Punkte Rückstand auf den letzten Europacupplatz aufzuholen.

Derzeit sieht es jedoch nicht danach aus. Denn der von Sportvorstand Christian Heidel zusammengekauften Mannschaft fehlen augenscheinlich Struktur und Durchschlagskraft in der Offensive. Gegen Gladbach spielte zeitweise Defensiv-Allrounder Weston McKennie im Sturm.

Keinen Stürmer verpflichtet

Christian Heidel im Trainingslager

Den dringend benötigten und seit Monaten versprochenen Stürmer verpflichtete Heidel im Wintertransferfenster nicht, weil "wir das Kleingeld nicht haben". Allerdings hat der langjährige Mainzer Manager seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren bereits 160 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben - mehr als jeder seiner Vorgänger.

Das Ergebnis seiner immer häufiger kritisierten Transferpolitik ließ sich gegen Gladbach besichtigen. Der neue Tabellenzweite, der zwar erst spät, aber hochverdient durch die eingewechselten Christoph Kramer (85.) und Florian Neuhaus (90.+1) traf, war auf fast jeder Position besser besetzt als Schalke.

Hoffen auf den DFB-Pokal

Die Hoffnungen der Schalker ruhen nun insbesondere noch auf dem DFB-Pokal. "Wir wollen nach Berlin und den Pokal holen", sagte Ersatzkapitän Daniel Caligiuri. Am Mittwoch ist Tabellennachbar Fortuna Düsseldorf zu Gast in der Schalker Arena.

Stand: 03.02.2019, 12:45