Amateurfußball: Pauschale Annullierung in NRW nicht möglich

Ein gesperrter Sportplatz in Herdecke. Ein Schild weist auf den Coronavirus hin.

Amateurfußball: Pauschale Annullierung in NRW nicht möglich

Von Michael Buchartz

Die Corona-Zahlen steigen, der Amateurfußball in NRW liegt brach - dennoch kann es aufgrund der Satzung in NRW keine pauschale Saisonannullierung geben.

Andere Fußballverbände Deutschlands haben die Saison bereits vorzeitig und pauschal für das gesamte Verbandsgebiet abgebrochen und die sportliche Wertung annulliert. Das ist, wie der FLVW am Montag (29.03.2021) auf einer Pressekonfenrenz bestätigte, aufgrund der Satzung im Fußball-Westen nicht möglich.

Satzung verhindert Pauschalabbruch

"Wir haben mit allen drei Landesverbänden eine gemeinsame Spielordnung im gesamten Gebiet des Westdeutschen Fußball-Verbandes", erklärte FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders. Diese sehe vor, dass man jede Staffel einzeln betrachten müsse und ob dort noch 50 Prozent der Partien für eine sportliche Wertung absolviert werden können.

Ein mögliches Szenario: Die Oberliga mit 21 Teams kann deutlich früher die sportliche Wertung nicht mehr erreichen als beispielsweise eine Liga mit weniger Mannschaften. Selbst auf Kreisebene kann es Unterschiede geben. "Es kann sein, dass eine Kreisliga Aufsteiger in die Bezirksliga stellt und die andere Kreisliga es nicht hinbekommt", erläuterte Schnieders die komplizierte Lage. Klar scheint: Größere Ligen sind deutlich im Nachteil, was die Hoffnung auf eine Fortsetzung angeht.

Schnieders: "Spielbetrieb mit Tests unmöglich"

Ausgeschlossen hat der FLVW von vornherein einen Betrieb inklusive einer Teststrategie. "Das wären, bei einmal die Woche testen in 15.000 Teams mit jeweils 20 Personen pro Team, rund 300.000 Tests pro Woche und damit finanzielle Kosten von 1,5 Millionen Euro. Das ist unmöglich", sagte Schnieders.

Nicht abrücken will man in Westfalen und im benachbarten Niederrhein von der geplanten Vorbereitungszeit von vier Wochen vor einer Aufnahme eines Spielbetriebes. Die Mannschaften bräuchten laut FVN-Pressesprecher Henrik Lerch diese nach der langen Pause. Ein anderer Ansatz als die Verkürzung der Trainingsphase wäre eine Modusänderung der Ligensysteme. "Aber auch dafür müssen wir uns wieder mit dem Niederrhein und Mittelrhein abstimmen", erklärte Schnieders.

Pokal in den Verbänden hat Vorrang

Einig sind sich die drei Verbände in dem Punkt, dass der Pokalwettbewerb Vorrang haben soll. "Hier können Mannschaften noch Geld verdienen, selbst ohne Zuschauer. Außerdem müssen wir dem DFB bis 30.06. unsere Teilnehmer zum DFB-Pokal melden", erläuterte der FLVW. Es sei ein Vorteil, dass man jeweils "nur" ein Pokalspiel organisieren muss und zudem gebe es von Runde zu Runde weniger Partien.

Die persönliche Meinung der Verbandsoberen ist klar. "Eine faire sportliche Bewertung der Saison kann es nicht mehr geben", sagte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski. Der Verband hat zudem angekündigt, nach jeder neuen Coronaschutzverordnung, neu über die Pläne zu informieren.

Stand: 29.03.2021, 15:36