Regionalliga West: Spielabbruch bei Köln II gegen Oberhausen nach Platzsturm

Stand: 13.08.2022, 13:14 Uhr

Die Partie zwischen dem 1. FC Köln II und Rot-Weiß Oberhausen ist am Freitagabend kurz vor Spielende nach einem Platzsturm abgebrochen worden.

Beim Stand von 4:1 (2:1) für Köln II wurde das Spiel von Schiedsrichter Marc Jäger in der 89. Minute zunächst unterbrochen. Beide Klubs verwiesen via Twitter auf einen Platzsturm beider Fanlager als Ursache. Nach etwa 20 Minuten wurden die Fans gebeten, das Stadion zu verlassen. Danach wurde das Spiel abgebrochen. Wie es gewertet wird, ist noch unklar.

Kölner Fans sollen Fahne geklaut haben

Rot-Weiß Oberhausen teilte am Samstag auf der klubeigenen Homepage mit, dass der Diebstahl einer RWO-Zaunfahne durch Kölner Fans Auslöser des Tumults war. Demnach hätten sich Kölner Zuschauer "als Ordner bzw. Kölner Auswechselspieler 'verkleidet'" Zutritt zum Gästeblock mit den Oberhausener Fans verschafft und dort eine Fahne entwendet, mit der sie dann auf das Spielfeld gelaufen seien.

Nach einem Polizeieinsatz zur Beruhigung der Lage mussten alle Zuschauer das Stadion verlassen. Da es sich nun um ein schwebendes Verfahren handele, "wird es keine weiteren offiziellen Aussagen von Verantwortlichen dazu geben", sagte RWO-Vorstand und Sicherheitsbeauftragter Thorsten Binder am Samstag. Man werde sich "in rechtliche Beratung begeben und auswerten, welche Möglichkeiten bestehen".

Schiedsrichter Marc Jäger kündigte einen Sonderbericht zu der Partie an. "Der Sonderbericht ist noch nicht geschrieben, wird aber am Wochenende verfasst", sagte der Unparteiische dem "Reviersport". Dieser Bericht wird dann Wolfgang Jades, dem Staffelleiter der Regionalliga West, zugestellt.

Fünf Profis im FC-Kader

Zuvor hatte Köln kurz vor seinem ersten Saisonsieg gestanden. Mit Jonas Urbig, Bright Arrey-Mbi, Niklas Hauptmann, Denis Huseinbasic und Steffen Tigges standen bei den Kölnern gleich fünf Spieler aus dem Profiteam im Kader. Und es war Hauptmann (3.), der den FC mit der ersten Chance des Spiels in Führung brachte: Nach einer Flanke von Joshua Schwirten schob der 26-Jährige am langen Pfosten aus kurzer Distanz ein.

Auf der Gegenseite hatte RWO die erste Möglichkeit durch Leroy-Jacques Mickels (4.), der an Kölns Keeper Urbig scheiterte. In einer ausgeglichenen Partie kam Mickels (11./13.) zu weiteren Chancen, doch den nächsten "Hochkaräter" hatte Köln durch Tigges (12.), der nach einer präzisen Hereingabe von Huseinbasic um Zentimeter verpasste.

RWO antwortet schnell auf Kölns zweites Tor

Denis Huseinbasic vom 1. FC Köln. | Bildquelle: Imago/Eibner-Pressefoto

In der 34. Minute war es ein Zusammenspiel der Profi-Leihgaben Hauptmann und Huseinbasic, das Köln das 2:0 bescherte: Nach einem Dribbling passte Hauptmann scharf auf den langen Pfosten, wo Huseinbasic nur noch den Fuß hinhalten musste. Doch Oberhausen antwortete umgehend durch Anton Heinz (36.), der nach schönem Zuspiel auf 1:2 verkürzte.

Nur wenige Minuten später landete der Ball nach einem Schnitzer von Arrey-Mbi erneut bei Heinz (38.), der aber im Eins-gegen-Eins an Torwart Urbig scheiterte.

Schmid stellt Zwei-Tore-Führung wieder her

RWO kam mit mehr Druck aus der Kabine, doch auch nach der Pause blieb Köln das effizientere Team. Tigges (57.) vergab zwar zunächst frei stehend das 3:1, doch eine Minute später blieb FC-Stürmer Maximilian Schmid vor RWO-Torhüter Daniel Davari cool und stellte den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.

Oberhausens Defensive blieb weiter löchrig, Köln kam immer wieder gefährlich vor das RWO-Tor. Spätestens nach dem 4:1 durch Huseinbasic (76.), der nach einem Doppelpass mit dem agilen Tigges traf, war die Partie entschieden. In der Schlussphase vergab Kölns Lenges eine noch höhere Führung, als er aus zehn Metern über das Tor schoss.

Kurz darauf wurde die Partie erst unter- und dann abgebrochen.

Wiedenbrück lässt Ahlen keine Chance

Im zweiten Spiel am Freitagabend feierte der SC Wiedenbrück einen deutlichen 5:0 (2:0)-Erfolg gegen Rot-Weiss Ahlen. Hendrik Lohmar (18.) und Leon Tia (41.) schossen Wiedenbrück mit 2:0 in Führung, nach der Pause machten Emre Aydinel (49.) und Manfredas Ruzgis (52.) mit einem Doppelschlag alles klar. Stanislav Fehler (84.) setzte den Schlusspunkt.

Durch den zweiten Saisonsieg zog Wiedenbrück an Ahlen vorbei und kletterte zumindest vorübergehend auf Platz drei, die punktgleichen Ahlener belegen Platz vier.