"Rakete" Reus soll in Russland zünden

Bundestrainer Löw sieht in Marco Reus eine "Rakete". Sie soll in Russland zünden.

"Rakete" Reus soll in Russland zünden

  • WM ist erst das zweite große Turnier mit Marco Reus.
  • Im Testspiel in Leverkusen überzeugte der Dortmunder.
  • Konkurrenzkampf mit Mesut Özil und Julian Draxler.

Marco Reus geht auf Nummer sicher. Die freien Tage vor dem Abflug nach Russland am Dienstag verbringt der Nationalspieler "ganz ruhig mit meiner Freundin". Bloß keine Verletzung mehr riskieren, bloß nicht die ersehnte erste WM-Teilnahme aufs Spiel setzen. Vor vier Jahren verletzte sich Reus ausgerechnet bei der WM-Generalprobe gegen Armenien schwer. Der Traum von Brasilien platzte in letzter Sekunde.

Gegen Saudi-Arabien Eigenwerbung betrieben

Die Feierlichkeiten nach dem Triumph in Rio, wo Final-Held Mario Götze demonstrativ Reus' Trikot mit der Nummer 21 in die Kameras hielt, bekam er gar nicht mehr mit. "Ich muss gestehen, dass ich relativ schnell ins Bett gegangen bin", sagte Reus. Das soll in Russland anders werden. Reus rangelt mit dem angeschlagenen Mesut Özil und Julian Draxler um einen Platz in der Startelf des Weltmeisters und betrieb am Freitag (08.06.2018) bei der Generalprobe gegen Saudi-Arabien in Leverkusen (2:1) Eigenwerbung. Den Führungstreffer legte er Timo Werner auf, das Eigentor der Gäste leitete er ein.

Auch abseits des Platzes platzten schon WM-Träume

Bundestrainer Löw lobte Reus' Leistung gegen Saudi-Arabien.

Bundestrainer Löw lobte Reus' Leistung gegen Saudi-Arabien.

"In der ersten Halbzeit hat er wahnsinnig gute Laufwege gemacht, dadurch haben wir einige Chancen herausgespielt. Er ist vom Mittelfeld immer wieder in die Zwischenräume gegangen, wie beim ersten Tor, das bereitet er super vor", lobte Joachim Löw. Vor dem Bundestrainer standen in diesem Augenblick passenderweise zwei Cola-Dosen für die WM - auf einer war Reus abgebildet. Doch zu sicher darf man sich nie sein. Er mache sich zwar keine großen Gedanken, sagte der 29-Jährige, aber auch außerhalb des Platzes wurden schon WM-Träume zerstört. Der ehemalige spanische Nationaltorhüter Sanitago Canizares trat 2002 kurz vor dem Turnier in eine Glasscherbe einer zerbrochenen Flasche Eau de Cologne - die WM in Japan und Südkorea fand ohne ihn statt.

WM ist Reus' zweites großes Turnier

Bei Reus, der bisher nur die EM 2012 als großes Turnier gespielt hat, sieht es allerdings gut aus. Nach seiner Verletzungspause ist er im Saisonendspurt der Bundesliga mächtig in Schwung gekommen. Im WM-Trainingslager in Eppan/Südtirol hinterließ er ebenfalls einen guten Eindruck. "Ich spiele gerne auf der linken Seite. Mir gefällt die Position, ich fühle mich da wohl", sagte Reus, fügte mit Blick auf den Konkurrenzkampf aber an: "Mesut hat ja gefehlt, er wird nächste Woche wieder topfit sein, dann wird der Bundestrainer entscheiden."

Löw: "Er ist eine Rakete"

Bei Löw hat der BVB-Profi aber gute Karten. Er sei überzeugt, "dass Marco für uns wichtige Akzente setzen kann und einen wesentlichen Beitrag leisten wird, dass wir in diesem Turnier hoffentlich weit kommen", sagte der Bundestrainer. Schon in den vergangenen Wochen hatte Löw den verletzungsgeplagten Reus überschwänglich gelobt. Er sei ein "geschickter und intelligenter Spieler, der überraschend für den Gegner spielt und raffiniert im Torabschluss ist", sagte Löw und ergänzte: "Er ist ein Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er ist eine Rakete." Die jetzt auch endlich bei einer WM zünden soll.

sid | Stand: 09.06.2018, 12:41